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Philadelphia Eagles v Atlanta Braves
Matt Ryan wurde 2008 zum Rookie des Jahres gewählt © Getty Images

München - Matt Ryan spielt seine beste NFL-Saison für die Atlanta Falcons, hat aber im NFC-Finale noch einen Makel auszumerzen. Tom Bradys Quarterback-Guru bringt den Umschwung.

Den Rat von Aaron Rodgers hat Matt Ryan in dieser Saison beherzigt.

Der Quarterback der Atlanta Falcons hatte Superstar Rodgers einst gefragt, was man tun muss, um in den Super Bowl zu kommen. "Im richtigen Moment heiß laufen", sagte Rodgers.

Diesen Rat hat der wegen seiner Coolness auf dem Feld "Matty Ice" genannte Ryan eindrucksvoll beherzigt. Nach dem besten Jahr seiner NFL-Karriere spielt er nun um den Einzug in den Super Bowl – gegen die Green Bay Packers und Rodgers (So., ab 21 Uhr in den LIVESCORES).

Dabei stand Ryans Karriere vor seiner möglichen ersten MVP-Saison am Scheideweg. Den Umschwung brachte Tom Bradys Quarterback-Guru.

Playoff-Trauma verfolgt Ryan

Ryan hatte einst einen vielversprechenden Start in der NFL hingelegt. Als dritter Pick von Boston College führte er Atlanta sofort in die Playoffs und wurde zum Rookie des Jahres gewählt.

Allerdings folgten auf weitere herausragende Jahre wie 2010 und 2012 auch regelmäßig Enttäuschungen in den Playoffs. Vor allem nach der bitteren Niederlage im NFC-Finale gegen San Francisco im Januar 2013 häuften sich die Stimmen, Ryan sei nur ein Spielmacher für Statistiken oder die reguläre Saison. (SERVICE: SPORT1 erkärt die NFL-Begriffe)

"Das war eine schwere Zeit. Dieses Spiel damals hätten wir nie verlieren dürfen. Das war extrem enttäuschend. Ich war mir sicher, wir würden am Ende noch punkten", sagte Ryan später.

Training mit Quarterback-Guru House

Tatsächlich führten die Falcons damals bereits 17:0, ehe Ryan zwei Interceptions warf und am Ende zehn Yards vor der Endzone durch eine Schulterverletzung gehandicapt den Ball nicht zu Roddy White bekam.

Die 49ers durften den Super Bowl in New Orleans spielen, während die Falcons drei Jahre in Folge die Playoffs verpassten und sich intern wohl schon Gedanken machten, ob es mit dem mittlerweile 31-Jährigen noch einmal eine Chance geben werde.

Klick machte es für Ryan dann im Sommer 2016. In Los Angeles arbeitete er mit Quarterback-Guru Tom House, der seit Jahren auch Tom Brady betreut und bereits Drew Brees oder Carson Palmer einen Schub gab.

"Du versuchst immer, dich zu verbessern. Dieses völlig andere Training hat sich wirklich bezahlt gemacht. Ich fühle mich beim Wurf richtig gut. Meine Fußarbeit hat sich extrem verbessert", sagt Ryan.

Julio Jones lobt die langen Pässe

Vor allem die langen Pässe sind in dieser Saison besser und genauer. "Sein Arm ist deutlich stärker, aber noch wichtiger ist, dass er jetzt viel aggressiver ist als in den vergangenen Jahren", lobt Star-Receiver Julio Jones.

Genau das ist der entscheidende Unterschied. House und sein Kollege Adam Dedeaux arbeiten sehr stark im psychologischen Bereich. Ryan fehlte oftmals das Vertrauen, dass seine Anspielstation am richtigen Ort sein würde, deshalb wartete er gerade bei längeren Würfen zu lange - Interceptions waren die Folge.

Seit dieser Saison ist sein Motto: "Ich achte nur noch auf die richtige Stelle, wo der Ball hin muss." Er denkt nicht mehr zu viel nach oder grübelt endlos über Abwehrformationen sondern vertraut seinen Instinkten.

Gegen Rodgers um den Super Bowl

Das Resultat: Falcons-Rekord für Passyards (4944) und Touchdown-Pässe (38) in einer Saison, er führte die NFL nach Total-Quarterback-Rating an und sollte eigentlich erstmals MVP werden.

Doch die größte Weiterentwicklung war im Divisional Playoffs gegen Seattles herausragende Defense zu sehen. Eiskalt und effizient führte er die Falcons immer wieder übers Feld: 70 Prozent Passquote, 338 Yards, drei Touchdowns, keine Ballverluste - eine Glanzleistung.

Nun steht Ryan wieder einen Schritt vom lang ersehnten Super Bowl entfernt, die drei anderen Quarterbacks der Championship Games haben schon Super Bowls gespielt und gewonnen.

Im Oktober bezwang Ryan die Packers mit einem Touchdown-Pass 31 Sekunden vor Schluss, diesmal geht es um das Ticket zum Super Bowl nach Houston. Das Erfolgsrezept seines Kontrahenten hat Ryan sicher noch im Kopf.

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