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St Louis Blues
Marcel Goc (r.) und die St. Louis Blues sind Favoriten auf den Gewinn des Stanley Cups © Getty Images

München - Mit den Playoffs geht die NHL-Saison ab Donnerstag in die heiße Phase. Welche Chancen haben die deutschen Profis? Wer sind die Favoriten? SPORT1 macht den Playoff-Check.

Ab Donnerstag (LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) wird in den Playoffs der NHL der Nachfolger der Los Angeles Kings gesucht. Der Stanley-Cup-Sieger von 2014 konnte sich nicht für die K.o-Duelle qualifizieren.

Als Topfavorit haben sich in der Vorrunde die St. Louis Blues mit Marcel Goc herauskristallisiert. Aber auch drei weitere deutsche Profis sind noch im Rennen um die nordamerikanische Eishockey-Meisterschaft vertreten.

Marcel Goc wechselt aus der NHL zu den Alder Mannheim.
Marcel Goc spielt für die St. Louis Blues © Getty Images

SPORT1 beleuchtet die Chancen der Deutschen genauer und stellt die Besonderheiten des Wettbewerbs, den Spielmodus und die weiteren Favoriten vor.

Der Stanley Cup:

Der Stanley Cup gilt als die wichtigste Eishockeytrophäe der Welt. Das erste Finale um die Trophäe fand am 22. März 1894 statt. Wegen einer spanische Grippe-Epidemie und des Lockouts wurde der Stanley Cup 1919 bzw. 2005 nicht vergeben.

Alle Spieler, die an mindestens der Hälfte der 82 Vorrundenspiele oder an einem Spiel der Finalserie teilgenommen haben, sowie weitere Verantwortliche des Siegerteams werden auf die Trophäe eingraviert. Da beim Original am Sockel des Pokals keine weiteren Ringe angearbeitet werden konnten, musste früh eine Kopie hergestellt werden.

Der Sockel besteht seit 1958 aus fünf Ringen, welche Platz für Eintragungen für je 13 Jahre bieten. Ist der letzte Ring voll beschriftet, wird der älteste abgenommen und in der Hockey Hall of Fame aufstellt. Dadurch ist der älteste Eintrag höchstens 64 Jahre auf dem Stanley Cup zu finden. Durch die fünf Ringe wiegt der Stanley Cup heute rund 20 Kilogramm und ist 90 Zentimeter hoch.

2014 NHL Stanley Cup Final - Game Two
2014 gewannen die Los Angeles Kings die begehrte Trophäe © Getty Images

Die Montreal Canadiens sind mit bisher 24 Stanley-Cup-Siegen die erfolgreichste Mannschaft. Der letzte Titel datiert allerdings aus dem Jahr 1993. Rekordsieger unter den Spielern ist Henri Richard, der alle seiner elf Titel mit Montreal gewann. Der auf dem Cup am häufigsten zu findende Name ist aber Jean Beliveau, der die Trophäe zehnmal als Spieler und siebenmal als Manager gewann.

Der Modus:

Die jeweils ersten Drei aus jeder der vier Divisions sind sicher in den Playoffs. Dazu kommen aus jeder der beiden Conferences die beiden punktbesten Teams, die nicht unter den ersten Drei ihrer Divisions stehen. Die Playoffs werden im Modus "Best of Seven" ausgetragen. Das Team, das in seiner Serie als erstes vier Spiele gewonnen hat, erreicht also die nächste Runde. Heimrecht - also eine Heimpartie in den Spielen 1, 2, 5 und 7 - hat dabei immer das Team, das in der Regular Season besser abgeschnitten hat.

Dabei spielt in der ersten Playoff-Runde immer der Division-Sieger gegen das Wild-Card-Team seiner Division sowie der Division-Zweite gegen den Dritten. Sollte eine Division zwei Wild-Card-Teams stellen, so spielt das punktschlechtere Team dieser beiden gegen den punktstärksten Divisionssieger dieser Conference.

In der zweiten Playoff-Runde werden die jeweiligen Division-Finals ausgespielt. Die Sieger der Divisions stehen sich dann in den Conference-Finals gegenüber. Die Sieger daraus spielen in den NHL Finals um den Stanley Cup.

Die Chancen der Deutschen:

Von den deutschen Spielern hat Korbinian Holzer gute Aussichten, mit den Anaheim Ducks etwas zu reißen. Der Verteidiger, der Anfang März von den Toronto Maples Leafs nach Anaheim gewechselt war, bekam bisher jedoch noch keine Einsatzzeit.

Die Ducks schlossen die Vorrunde als Sieger der Western Conference ab. Kurios: Trotz einer Bilanz von 51 Siegen bei 31 Niederlagen stand am Ende ein Torverhältnis von "nur" plus zehn (236:226).

Topfavorit im Westen ist allerdings St. Louis. Die Blues mit Marcel Goc beendeten die Vorrunde punktgleich mit Anaheim, sind auf Grund ihrer bestechenden Offensive jedoch stärker einzuschätzen.

Auf den letzten Drücker erreichten Christian Ehrhoff und Thomas Greiss die Playoffs. Für die beiden im Dress der Pittsburgh Penguins steht allerdings mit den New York Rangers als Gegner im Viertelfinale der Eastern Conference eine Mammutaufgabe bevor.

Sidney Crosby spielt bei den Pittsburgh Penguins zusammen mit Thomas Greiss
Sidney Crosby ist der Superstar im Trikot der Pittsburgh Penguins © Getty Images

Ehrhoff wurde bis zuletzt wegen einer Gehirnerschütterung geschont. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Superstar Sidney Crosby.

Die Favoriten:

Mit den Los Angeles Kings hat sich der Titelverteidiger nicht für die Playoffs qualifizieren können. SPORT1 stellt fünf Teams vor, die neben den St. Louis Blues die besten Chancen auf den Stanley Cup haben.

New York Rangers: Die Rangers sind das nach Punkten beste Vorrundenteam der Liga. Mit einer Bilanz von 27–11-2 sind sie zudem das beste Auswärtsteam und haben das beste Torverhältnis der Liga. Im harten Playoff-Kampf könnte das starke Torhüter-Duo der Rangers mit dem wieder genesenen Henrik Lundqvist und Cam Talbot den Ausschlag geben. Im letzten Jahr hat das Team im Finale bereits Erfahrung sammeln können und ist in diesem Jahr umso hungriger.

Montreal Canadiens: Die Kanadier sind nach den Rangers das gefährlichste Team im Osten. Mit nur 186 Gegentoren stellen sie die beste Abwehr der Liga. Zudem ist das Team sehr auswärtsstark und bringt viel Erfahrung mit.

Chicago Blackhawks: Chicago ist nur Vierter in der Western Conference, aber wenn das Team einmal in Tritt kommt, ist es kaum zu schlagen. Talent und Erfahrung besitzen die "Hawks" im Übermaß, was auch ihre starke Bilanz gegen Teams mit einer positiven Bilanz zeigt. Gut für Chicago, dass sie in den Playoffs nur auf solche Teams treffen werden. Entscheidend wird sein, ob Patrick Kane nach seiner Schulterverletzung rechtzeitig wieder fit ist.

Tampa Bay Lightning: Die "Bolts" sind zu Hause eine Macht, doch ihre Auswärtsschwäche könnte ihnen im Playoff-Kampf zum Verhängnis werden.

Washington Capitals: Das beste Powerplay-Team der Liga hat nur Außenseiterchancen auf den Titel. Denn ob ein überragender Alexander Owetschkin – einziger Spieler mit über 50 Toren in der Regular Season – sowie Assistkönig Nicklas Bäckström für den Stanley Cup reichen, muss bezweifelt werden.

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