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Vor den Augen seines Vaters Erich zeigt Tom Kühnhackl im ersten Spiel um den Stanley Cup seine Stärken und trägt zum Sieg der Penguins bei. Sidney Crosby zaubert.

Sidney Crosby zauberte, Tom Kühnhackl schuftete: Mit Kanadas Eishockey-Superstar an seiner Seite hat der Landshuter den ersten Schritt zum Stanley-Cup-Triumph gemacht - und sein berühmter Vater fieberte auf der Tribüne mit.

Während sein Kapitän mit genialen Pässen brillierte, warf sich Kühnhackl junior in die Schüsse und lief die Gegenspieler über den Haufen. Nach dem 3:2 der Pittsburgh Penguins im ersten NHL-Finale gegen die San Jose Sharks fehlen nur noch drei Siege zum "ultimativen Ziel".

Defensiv-Monster Kühnhackl schlägt zu

Vor den Augen der Eishockey-Legende Erich Kühnhackl war der sechste Deutsche im Stanley-Cup-Finale vor allem als harter Arbeiter gefragt. In knapp neun Minuten Eiszeit verteilte der 24-Jährige fünf Hits und blockte drei Schüsse - die stärkste Defensivleistung aller Penguins-Spieler.

"Ich habe mein Spiel in den letzten Jahren verändert, um defensiv zuverlässiger zu sein", erklärte Tom Kühnhackl, der nach langer Wartezeit erst am 9. Januar sein NHL-Debüt gegeben hatte.

Für die Offensive waren andere zuständig: Crosby, der mit Pittsburgh schon 2009 den Stanley Cup gewonnen hatte, setzte seine Mitspieler mit millimetergenauen Pässen in Szene.

Rust schwärmt von Crosby

Vor allem die Vorlage zum 2:0 durch Conor Sheary (14.) verzückte die 18.596 Zuschauer im Consol Energy Center. "Er sieht dich überall auf dem Eis", sagte der Torschütze, der zusammen mit Bryan Rust, der 62 Sekunden zuvor getroffen hatte, Geschichte schrieb: Erstmals seit 1924 erzielten zwei Rookies die ersten beiden Tore in einem NHL-Finale.

Nach 20 Minuten Hochgeschwindigkeits-Eishockey, bei dem den Finaldebütanten aus Kalifornien regelrecht schwindelig geworden war, kippte das Spiel.

Tomas Hertl mit dem 18. Powerplay-Tor der Sharks in den Playoffs (24.) und Patrick Marleau mit einem Bauerntrick (39.) sorgten im zweiten Durchgang für den Ausgleich. Nun war die Defensive gefragt, und Kühnhackl brachte mit seinen Checks die Paradereihe von San Jose ein ums andere Mal aus dem Rhythmus.

Im Schlussdrittel erhöhten Crosby und Co. wieder das Tempo, und nach zahlreichen vergebenen Torchancen ließ Nick Bonino zwei Minuten vor Schluss auch Erich Kühnhackl auf der Tribüne jubeln.

Kühnhackl verfolgt "ultimatives Ziel"

Für den 65-Jährigen, der das Eishockey-Märchen seines Sohnes bislang vor allem nachts daheim in Landshut am Fernseher oder auf dem Tablet verfolgt hatte, war es das erste Stanley-Cup-Finale im Stadion.

Nachdem sein Sohn die Endspielserie erreicht hatte, buchte der einstige "Kleiderschrank auf Kufen" schnell einen Flug nach Pittsburgh. "Wenn der Sohnemann im Conference-Finale steht und die Chance auf das Finale hat, fiebert man natürlich mit. Ich bin natürlich glücklich und sehr stolz auf ihn", hatte Kühnhackl bei SPORT1 gesagt.

Mit sechs Jahre startete Toms Eishockeykarriere beim EV Landshut © dpa picture alliance

Für Tom Kühnhackl rückt das Happy End immer näher. Am Mittwoch (Donnerstag, 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US) hat Pittsburgh erneut Heimrecht, dann geht es für zwei Spiele nach Kalifornien.

Frühestens am Montag könnten die Penguins ihren vierten Titelgewinn nach 1991, 1992 und 2009 perfekt machen. Dann würde er als dritter Deutscher nach Uwe Krupp (1996) und Dennis Seidenberg (2011) die begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt in Händen halten: "Das ist mein ultimatives Ziel."

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