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Tom Kühnhackl (l.) und die Pittsburgh Penguins sind der Titelverteidiger
Tom Kühnhackl (l.) und die Pittsburgh Penguins sind der Titelverteidiger © Getty Images

Die Pittsburgh Penguins starten mit Tom Kühnhackl in die neue NHL-Saison und werden gejagt. Bei Kühnhackl sind die Erinnerungen an den Märchensommer noch nah.

Stanley Cup, herumgereicht wie ein Superstar, Empfang im Weißen Haus bei US-Präsident Barack Obama: Tom Kühnhackl hat bei den Pittsburgh Penguins ein wahres Eishockey-Märchen hinter sich und bis heute nicht so ganz begriffen, was ihm seit Jahresanfang widerfahren ist.

"Ich muss mich noch oft morgens kneifen, um das zu realisieren. Es ist unbeschreiblich", sagte Kühnhackl vor der am Mittwoch beginnenden neuen Saison in der NHL.

Der Realität stellen muss sich der Eishockey-Shootingstar aber sehr wohl. Am Donnerstag startet für die Penguins das Unternehmen Titelverteidigung und gleich gegen einen der potenziellen Hauptkonkurrenten, die Washington Capitals.

"Das wird gleich richtig intensiv, sie werden heiß sein", sagte Kühnhackl über das Team des deutschen Torhüters Philipp Grubauer, der wieder als Ersatzmann des Kanadiers Braden Holtby vorgesehen ist.

Crosby fehlt zu Beginn

Für einen Moment darf Kühnhackl noch in Erinnerungen schwelgen, wenn vor dem Auftaktspiel das Stanley-Cup-Banner feierlich unter die Hallendecke gezogen wird. Aber spätestens ab dem ersten Bully ist er mit den Penguins der Gejagte.

Der viermalige Meister aus der Steel City wäre seit den Detroit Red Wings 1998 der erste Klub, der seinen Titel im Jahr darauf wiederholt. "Wir haben fast dieselbe Mannschaft und wenn wir wieder diesen Zusammenhalt entwickeln, dann haben wir eine gute Chance", sagte Kühnhackl.

Zunächst wird allerdings Superstar Sidney Crosby wegen einer Gehirnerschütterung fehlen und das könnte auch mehr Verantwortung für Kühnhackl bedeuten. Der Außenstürmer aber behält seine selbstlose Einstellung, die ihn in einem knappen halben Jahr aus dem Reserveteam der Penguins bis hinauf zum NHL-Gipfel geführt hatte.  "Egal, was es ist. Ich mache alles, was die Trainer von mir wollen", sagte der 24-Jährige.

Traumhafter Sommer

Kühnhackl schaut freilich noch gern auf das Foto, das ihn zusammen mit Vater Erich Kühnhackl ("Ihn werde ich nicht toppen") im Juni direkt nach dem entscheidenden Triumph bei den San Jose Sharks zeigt.

Der Landshuter genoss auch den Tag im August, als er den Stanley Cup in seiner bayerischen Heimat präsentierte. Und auch das i-Tüpfelchen bleibt unvergessen, als Kühnhackl die deutsche Nationalmannschaft Anfang September zu Olympia 2018 in Pyeongchang schoss.

Aber trotz der Karriere im Eiltempo erwartet Kühnhackl nicht, dass es auf einmal leichter wird. Wie schnell in der NHL alles vorbei sein kann, hat ja gerade erst Christian Ehrhoff erfahren müssen. Der 34-Jährige hatte sich mit den Boston Bruins nicht auf einen Vertrag einigen können und kehrte Nordamerika wohl endgültig den Rücken. "Klar muss man kämpfen", sagte Kühnhackl, "aber ich bin dafür bereit. Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um in der NHL zu bleiben."

Draisaitl will in die Playoffs

Neben dem Shootingstar werden sechs weitere Deutsche die Saison in der NHL beginnen. Kühnhackl-Kumpel Tobias Rieder hat sich nach monatelangem Hickhack kurz vor dem Start mit den Arizona Coyotes auf einen neuen Zweijahresvertrag geeinigt. Sein Team gehört allerdings zu den Außenseitern.

Nach schier endloser Durststrecke wollen die Edmonton Oilers mithilfe von Jungstar Leon Draisaitl die Playoffs erreichen. Die Endrundenteilnahme streben genauso Dennis Seidenberg und Torwart Thomas Greiss mit den New York Islanders sowie Korbinian Holzer mit den Anaheim Ducks an.

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