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Georg Grozer war mit 20 Punkten Topscorer gegen Bulgarien
Georg Grozer war mit 20 Punkten Topscorer gegen Bulgarien © imago

Kattowitz - Den deutschen Volleyballern fehlt bei der Weltmeisterschaft in Polen noch ein Sieg zur Qualifikation für die Runde der besten Sechs.

Nach der Machtdemonstration gegen den bisherigen Angstgegner fehlten Vital Heynen fast die Worte.

"Das war schwer beeindruckend und in den ersten beiden Sätzen unser bestes Volleyball in den letzten drei Jahren", sagte der Bundestrainer.

Mit 3:1 (25:16, 25:15, 23:25, 25:17) siegten die bärenstarken deutschen Schmetterkünstler gegen Bulgarien, damit wird der Traum von der ersten deutschen WM-Medaille seit 44 Jahren immer realistischer.

Heynen "unglaublich zufrieden"

Nur noch ein Sieg fehlt der Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) zum Einzug in die letzte Gruppenphase, an der nur noch die besten sechs Teams teilnehmen dürfen.

Dieser muss entweder am Samstag gegen Olympiasieger Russland oder einen Tag später gegen Kanada eingefahren werden.

"Natürlich denken wir, dass wir die Medaille gewinnen können", sagte Heynen, der das ehrgeizige Ziel vor dem Turnier ausgegeben hatte: "Ich bin unglaublich zufrieden."

Grozer überragt

Die Mannschaft strotzte gegen Bulgarien nur so vor Selbstvertrauen. Dabei hatte es bei Olympia 2012 und der EM 2013 zwei ganz bittere Pleiten gegen die Südosteuropäer gesetzt.

Jeweils im Viertelfinale hatten die Bulgaren Deutschland aus den Turnieren geworfen - doch nicht in Kattowitz. Der überragende Georg Grozer, mit 20 Punkten Topscorer, führte den Olympia-Fünften zu einem nie gefährdeten Sieg.

"Meine Mama und meine Kinder saßen heute auf der Tribüne, da musste ich gut spielen", sagte Grozer, der am Freitag mit seinen Teamkollegen am freien Tag entspannen konnte.

Kanada lauert

Mit nur zwölf Punkten liegt die DVV-Auswahl in der Gruppe F vor dem abschließenden beiden Begegnungen auf Rang drei, der zur Qualifikation für die nächste Runde berechtigt.

Davor liegen im Achterfeld Titelverteidiger Brasilien (15) und Russland (14), dahinter lauert Kanada (10). Läuft alles wie erwartet, verliert Deutschland am Samstag wohl gegen Russland und Kanada gegen Brasilien.

Danach würde es am letzten Spieltag zu einem echten "Endspiel" zwischen beiden Teams kommen.

"Natürlich wollen wir beide Spiele gewinnen", sagt Außenangreifer Sebastian Schwarz. Doch Goldfavorit Russland dürfte ähnlich wie Brasilien zum Auftakt (0:3) noch eine Nummer zu groß sein. "Nur wenn wir unsere beste Leistung zeigen, werden wir eine Chance haben. Sie sind in allen Bereichen sehr stark", sagte Grozer.

"Sie weiß, wie es geht"

Verstecken muss sich die deutsche Auswahl aber gewiss nicht. Nach sechs Siegen in Serie gehören Grozer und Co. spätestens jetzt zu den Kandidaten für die vorderen Plätze.

"Ich spüre, dass die Mannschaft sehr ausgeglichen ist. Sie weiß, wie es geht", sagte Heynen und lobte seine Profis: "Wie die Jungen mit dem Druck umgehen, ist super. Wir machen Schritte bei dieser WM, die vielleicht noch größer sind, als ich sie erwartet habe."

Bereit für den nächsten Schritt

1970 hatte die DDR mit Gold in Bulgarien die bislang einzige WM-Medaille gewonnen.

Vor vier Jahren reichte es in Italien zu einem ordentlichen achten Platz, nun scheint das erfahrene Team bereit für den nächsten großen Schritt.

"Bei uns waren mehrere Spieler beeindruckend", sagte Heynen. Er kann sich auf das Kollektiv verlassen, ist nicht von einzelnen Akteuren abhängig. "Jetzt müssen wir sehen, wie weit uns das noch bringen kann", sagte der Bundestrainer.

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