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Georg Grozer wurde zwischen ab 2010 dreimal in Folge als Deutschlands Volleyballer des Jahres ausgezeichnet © Getty Images

Kattowitz - Die streckenweise überforderte deutsche Mannschaft unterliegt bei der WM in Polen dem übermächtigen Goldfavoriten aus Russland.

Die deutschen Volleyballer haben bei der WM in Polen nach einer deutlichen Niederlage gegen Olympiasieger Russland den vorzeitigen Einzug in die dritte Runde verpasst.

Die streckenweise überforderte Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen musste sich dem übermächtigen Goldfavoriten in Kattowitz mit 0:3 (17:25, 18:25, 24:26) geschlagen geben und im achten Spiel die zweite Pleite hinnehmen.

Mit einem Sieg am Sonntag (20.25 Uhr) gegen Kanada kann der Olympia-Fünfte von London die letzte Gruppenphase jedoch noch erreichen und darf weiter von der ersten deutschen WM-Medaille seit 44 Jahren träumen.

Selbst eine knappe Niederlage nach 2:3-Sätzen würde für das Weiterkommen genügen, da die Kanadier als Tabellenvierter vor dem Duell bereits zwei Punkte Rückstand auf Deutschland haben.

Bärenstarker Mittelblocker

Die ungeschlagenen Russen starteten hochkonzentriert in die Begegnung. Vor allem der bärenstarke Mittelblocker Dimitri Muserski, mit 2,18 m der längste Spieler des Turniers, stellte die deutsche Auswahl von Anfang an vor unlösbare Probleme.

Auch ohne den verletzten Diagonalangreifer Nikolaj Pawlow führten die Russen schnell mit 14:7. Heynen wurde bereits in der ersten Auszeit ungewohnt laut, doch im ersten Satz hatte seine Mannschaft wegen des frühen Rückstands trotz einer ordentlichen Annahme schlicht keine Chance.

Medaille als Ziel

Heynen hatte seine Spieler nach dem überragenden 3:1 gegen Angstgegner Bulgarien am Donnerstag noch in den höchsten Tönen gelobt.

"Wir machen Schritte bei dieser WM, die vielleicht noch größer sind, als ich sie erwartet habe", sagte der 45 Jahre alte Belgier.

Offensiv hatte Heynen vor dem Turnier den Gewinn einer Medaille als Ziel ausgegeben, doch die Russen waren genauso wie Titelverteidiger Brasilien zum Auftakt (0:3) mindestens eine Nummer zu groß.

Druck konstant hoch

Bei der EM im vergangenen Jahr hatte es noch einen überraschenden Sieg gegen Russland gegeben (3:0), doch nun war der Rekordweltmeister besser vorbereitet.

Stark in der Annahme und im Block, konzentriert am Netz - Russland hielt den Druck konstant hoch. Außerdem konnte der bislang so starke deutsche Diagonalangreifer Georg Grozer seine Stärken viel zu selten ausspielen. Nach dem zweiten ging so auch der dritte Satz verloren.

Krönender Abschluss in Spodek Arena

Mit einem erfolgreichen Spiel gegen Kanada kann Deutschland nach einem bislang starken Turnier noch den Einzug in die Runde der besten sechs Teams schaffen.

In zwei Dreiergruppe wird dann ab Mittwoch um den Einzug ins Halbfinale gespielt. Die Finalrunde findet am kommenden Wochenende in Kattowitz statt, krönender Abschluss ist das Endspiel am 21. September in der Spodek Arena.

Die DDR-Auswahl hatte es 1970 als bislang einzige deutsche Mannschaft in ein Finale und zum Titel geschafft und stand zudem zweimal im Halbfinale (1966 und 1974). Nach der Wiedervereinigung war Rang acht bei der WM vor vier Jahren die beste Platzierung der DVV-Auswahl.

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