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Die Schmetterlinge kassierten in der Vorrunde in fünf Spielen drei Niederlagen.

Die Medaille ist für Deutschland in weite Ferne gerückt. Die Ausgangslage ist denkbar schlecht. Das Team gibt sich kämpferisch.

Von Lars Becker

Triest - Am Montag machten sich die Schmetterlinge für ihre "Mission Impossible" auf dem Weg von Rom in den Zweitrundenort Triest.

Während Hauptangreiferin Margareta Kozuch und Co. die 700 Kilometer mit dem Flieger bewältigten, fuhr Bundestrainer Giovanni Guidetti mit dem Auto. "Da habe ich viel Zeit zum Nachdenken", meinte der Italiener.

Der Chefcoach wollte eine Strategie austüfteln, wie die deutschen Volleyballerinnen bei dieser Weltmeisterschaft doch noch ihren Traum von der ersten Medaille der Geschichte erfüllen können.

Traum von Medaille droht zu platzen

Die Voraussetzungen dafür sind nach der enttäuschenden Vorrunde mit drei Niederlagen in fünf Spielen denkbar schlecht (

).

Mit nur zwei Punkten im Gepäck gehen die Schmetterlinge als Tabellenletzter der acht Teams in ihre Zweitrundengruppe.

Um den Sprung in die Runde der letzten sechs zu schaffen, ist allerdings mindestens Platz drei Pflicht - dort liegt derzeit die Dominikanische Republik mit sechs Zählern.

Da es pro 3:0- oder 3:1-Sieg drei Punkte gibt, ist eins klar: Die Duelle gegen China (Mittwoch, ab 16.55 Uhr), Japan (Donnerstag, ab 16.55 Uhr), Belgien (Samstag ab 19.55 Uhr) und Aserbaidschan (Sonntag, ab 17 Uhr alle LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) müssen durchweg klar gewonnen werden. Zusätzlich braucht es noch Schützenhilfe.

Schwankende Leistungen werfen Fragen auf

"Das wird selbst mathematisch schwierig, aber wir versuchen es", sagte Guidetti: "Wir haben aber nur eine Chance, wenn wir eine andere Leistung als in Rom bringen."

Dort hatten die Schmetterlinge unerklärliche Leistungsschwankungen gezeigt.

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Beim 1:3 gegen Gastgeber Italien wurde zum Beispiel am Samstag der erste Satz gewonnen, dann brach die Mannschaft völlig ein und erlebte im dritten Durchgang beim 10:25 ein Debakel.

Im letzten Vorrundenspiel gegen Kroatien deklassierte das Team den Gegner beim 25:9 im dritten Satz, um dann doch noch 2:3 zu verlieren (Die Partie im TICKER zum Nachlesen).

Probleme in Offensive und Defensive

Im Vorjahr hatten die Schmetterlinge auf dem Weg zu Silber bei der Heim-Europameisterschaft den gleichen Gegner noch locker mit 3:0 bezwungen.

"Wir schaffen es einfach nicht, über den gesamten Zeitraum eines Spiels eine konstante Leistung zu bringen", sagt Guidetti.

Das größte Problem gibt es im Angriff, wo das deutsche Team einfach zu wenig Bälle verwertet. Aber auch die Annahme ist streckenweise wacklig und im Zuspiel konnten weder Mareen Apitz noch Kathleen Weiß durchweg überzeugen.

Ein Spiegelbild der Leistungen sind die Statistiken. Lediglich Christiane Fürst (Fünfte im Block), Libero Lenka Dürr (Neunte im Annahmebereich) und Margareta Kozuch (Zehnte bei den Punktesammlern) liegen nach der Vorrunde in den Top Ten in ihrem Bereich und damit in der Weltklasse.

Kampfgeist lässt das Team hoffen

"Wir machen einfach zu viele Fehler", schimpft Kozuch. Der Kampfgeist war allerdings jederzeit intakt, deshalb glaubt die Mannschaft "an den kleinen Funken Hoffnung, der noch da ist", sagt Maren Brinker.

"Bisher war es so: Mal spielt die eine gut, mal hat die andere einen guten Tag, aber nie alle zusammen. Wir brauchen jetzt vier Tage, an denen alle gut spielen", fordert Guidetti.

Dabei sieht er es als Vorteil an, dass es zuerst gegen die Topteams aus China und Japan geht.

"Gegen asiatische Mannschaften haben wir eigentlich immer ganz gut ausgesehen. Wir haben eher Probleme gegen körperlich stärkere Teams", so der Italiener: "Und wenn wir diese zwei Spiele gewinnen würden, geht es dann nur noch gegen Belgien und Aserbaidschan. Da ist dann alles möglich."

Die "Mission Impossible" kann beginnen.

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