vergrößernverkleinern

SPORT1-Expertin Angelina Hübner analysiert die Probleme der Volleyballerinnen bei der WM - sieht aber auch Grund zur Hoffnung.

Liebe Volleyball-Freunde,

So hatte sich natürlich keiner von uns die erste Runde der WM vorgestellt.

Lediglich Platz 4 in der Gruppe A und nur zwei Punkte als Ausgangssituation für die Zwischenrunde klingen und sind für die Deutschen sehr wenig. 

Unsicherheiten in der Annahme und demzufolge große Probleme beim Spielaufbau verhinderten bislang einen stabilen Sideout der Schmetterlinge. Leider schafft es dann auch das stärkste deutsche Element, der Aufschlag, nicht immer, diese Drucksituation auszugleichen.

Aber ich vermisse auch die Freude und Aggressivität, die wir im vorigen Sommer bei der EM in Deutschland sehen konnten. Aktuell ist irgendwie die Handbremse angezogen.

Wenn das deutsche Team erst mal in Fahrt kommt, sehen wir das Potenzial aufblitzen, aber leider gelang dies nur phasenweise.

Der Ortswechsel nach Triest bringt hoffentlich neuen Schwung in die Mannschaft.

Es gibt auf jeden Fall vier weitere Spiele und ich wünsche mir, dass die Deutschen es schaffen, sich von ihren Unsicherheiten zu befreien.

Ihnen bleibt eh nur noch die Flucht nach vorn, denn als Gruppenvierte müssen sie gleich gegen die beiden stärksten Teams aus der Gruppe D antreten.

Nachdem das DVV-Team in der Vorrunde vor allem gegen physisch starke Mannschaften wie die überraschend ungeschlagenen Dominikanerinnen ran musste, wird es in den nächsten zwei Spielen schneller zugehen.

Zunächst wartet China (Mi., 19.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) , eine sehr kompakte Mannschaft, die technisch in allen Elementen gut ausgebildet ist und somit dem deutschen Team schon alles abverlangen wird.

Danach kommen die Japanerinnen, die ihr Spielsystem verändert haben und nun mit fünf Außenangreiferinnen und ohne Mittelblockerinnen spielen. Der Trainer nennt dies "Hybrid 6" und ich bin gespannt, dieses System endlich live zu sehen, sowie ich mich auf spektakuläre Ballwechsel freue, da die Abwehr der Japanerinnen wie eine Gummiwand ist.

Am Wochenende wird dann sicher schon klar sein, ob die deutsche Mannschaft noch eine Chance hat, die Endrunde zu erreichen.

Egal, wie die ersten Spiele laufen, Siege gegen Belgien und Aserbaidschan werden immer wichtig bleiben, denn in jedem Spiel geht es auch um Weltranglistenpunkte, die für die Olympiaqualifikation von Bedeutung sein können.

All das sollte aber irgendwie aus dem Kopf raus, und ich hoffe, die Mädels schaffen es, sich für diese Phase zu motivieren und den Spaß wiederzufinden.

Sport frei!

Eure Angelina

Angelina Hübner (geb. Grün), bestritt 297 Länderspiele für Deutschland und war als Spielführerin Dreh- und Angelpunkt der Nationalmannschaft. 2011 führte Hübner die DVV-Frauen in Italien und Serbien zu EM-Silber. Mit Foppapedretti Bergamo holte die 33-Jährige zwei Mal die italienische Meisterschaft und zwei Mal die Champions League. 2013 wurde sie mit Rabita Baku Meister in Aserbaidschan. Die Wahl zur Volleyballerin des Jahres gewann Hübner von 2000 bis 2008 ? neun Mal in Folge.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel