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Angelina Hübner zollt den deutschen Volleyballerinnen trotz des frühen Ausscheidens Respekt und sieht sie auf einem guten Weg.

Liebe Volleyball-Freunde,

Arrivederci Italia...

Nun ist die WM für unsere Mädels leider schon vorbei, und die Medaillen werden ohne Deutschland ausgespielt.

Natürlich ist die Mannschaft damit nicht zufrieden, aber die letzten Spiele haben gezeigt, dass das Team Charakter hat (SERVICE: Alles zur Frauen-WM).

Nach der unbefriedigenden Vorrunde haben sie alle Spiele der Zwischenrunde auf einem guten Niveau gespielt und die letzten zwei Siege waren für alle Spielerinnen wichtig für Ihr Selbstvertrauen.

Denn auch wenn die WM nun zu Ende ist, geht es für alle in nur wenigen Tagen wieder zu Ihren Vereinen, wo sie als Leistungsträger gefordert sein werden.

Die Erfahrungen und Emotionen der WM so zu verarbeiten, dass man motiviert im Verein ankommt, ist nicht einfach. Leider sind auch Misserfolge in der Karriere eines Sportlers immens wichtig.

Gerade in einem Turnier hat man keine Zeit, Niederlagen lange zu analysieren und nachzutrauern. Entscheidend ist das Vertrauen in sein Können.

Bei dieser WM hatte ich das Gefühl, dass seit dem ersten Spiel gegen die Dominikanische Republik das deutsche Selbstvertrauen angeknackst war und sich leider nicht erholt hat.

Obwohl wir in der Vorrunde noch keine konstante Top-Leistung gesehen haben, waren unsere Mädels oft ganz nah dran. Und so ist es in einem Turnier. Selbst wenn nicht alles perfekt ist, so muss man einfach nur besser sein als der Gegner auf der anderen Seite.

Natürlich ist dies leicht gesagt und auch die geforderten Emotionen und Aggressivität sind besser umzusetzen, wenn alles läuft.

Deshalb ziehe ich den Hut vor der Leistung der Mannschaft.

Sie haben sich nicht hängen lassen und mit dem 9. Platz immerhin ihren Weltranglistenplatz bestätigt und wahrscheinlich auch verteidigt.

Demnach ist in Hinblick auf das große Ziel Olympia alles drin und die gesammelten Erfahrungen dieser WM werden analysiert und somit hilfreich sein, um auf dem Weg nach Rio noch mehr Fahrt aufzunehmen.

Neue Gesichter wie Pettke und Weihenmeier sowie die jungen Spielerinnen hatten bei dieser WM schon wichtige Spielanteile, und ich bin mir sicher, dass wir von Lippmann, Geerties und Silge in der Zukunft noch viel sehen werden.

Die Eindrücke des Sommers bei der Nationalmannschaft müssen sie erst mal verarbeiten und können in ihren Heimatvereinen weiter zu Leistungsträgerinnen reifen, so dass sie in den nächsten Jahren der deutschen Mannschaft noch mehr helfen können.

Ich wünsche allen Spielerinnen eine erfolgreiche, gesunde Saison und freue mich zunächst auf die Finalspiele. Ob sich schon wieder die Heimmannschaft durchsetzen wird?

Forza Italia!

Sport frei!

Eure Angelina

Angelina Hübner (geb. Grün), bestritt 297 Länderspiele für Deutschland und war als Spielführerin Dreh- und Angelpunkt der Nationalmannschaft. 2011 führte Hübner die DVV-Frauen in Italien und Serbien zu EM-Silber. Mit Foppapedretti Bergamo holte die 33-Jährige zwei Mal die italienische Meisterschaft und zwei Mal die Champions League. 2013 wurde sie mit Rabita Baku Meister in Aserbaidschan. Die Wahl zur Volleyballerin des Jahres gewann Hübner von 2000 bis 2008 ? neun Mal in Folge.

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