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Was für ein Krimi! Die BR Volleys setzen sich im Spiel um Platz drei der Volleyball-Champions-League gegen Belchatow durch - und hoffen auf einen Effekt dadurch.

Zuschauerrekord, eine fantastische Stimmung und Leistung auf höchstem Niveau: Das Final Four der Champions League in der Berliner Max-Schmeling-Halle ist ein voller Erfolg. Einen Tag nach der knappen Niederlage der BR Volleys gegen das russische Topteam Zenit sicherte sich der Gastgeber vor über 9000 begeisterten Zuschauern den dritten Platz.

"Die Atmosphäre ist unglaublich. Unsere Fans sind unglaublich. Wir hatten mal 400 Fans in der Sömmeringhalle. Jetzt sind es Tausende. Und sie feuern uns an, pushen uns, sie hören nicht auf bis zum letzten Ball. Es war großartig für uns, hier in Berlin vor ihnen spielen zu können", sagte Außenangreifer Scott Touzinsky.

Nervenstärke beim Krimi

Im Spiel um Platz drei bewies Berlin deann Nervenstärke gegen polnische Spitzenmannschaft PGE Skra Belchatow und setzte sich im Fünf-Satz-Krimi mit 3:2 (25:21, 19:25, 25:20, 26:28, 23:21) durch. Schon im Halbfinale hatte sich der deutsche Meister drei Sätze lang auf Augenhöhe mit dem zweimaligen Champions-League-Sieger aus Kasan präsentiert und nicht nur Bundestrainer Vital Heynen Volleyball vom Feinsten geboten.

"Wenn man als deutscher Vertreter in so ein Turnier geht, muss man eigentlich froh sein, wenn man einen Satz gewinnt. Hätte mir einer gesagt, dass wir den polnischen Meister schlagen, hätte ich gesagt, dass er keine Ahnung hat", sagte Berlins Manager Kaweh Niroomand.

Auch die knapp 2000 mitgereisten polnischen Fans leisteten ihren Beitrag zu einem würdigen Wochenende im deutschen Volleyball-Tempel. "Berlin hat hier allgemein eine grandiose Stimmung zusammengestellt. Das ist ein Schritt in eine geile Richtung", sagt Jochen Schöps. Der Nationalspieler steht mit Asseco Resovia Rzeszow im Finale der Königsklasse.

Während des Duells zwischen Rzeszow und Belchatow waren die Fans kaum noch zu halten. "Ein polnisches Halbfinale ist das Beste, was dem Final Four hier passieren kann", hatte Heynen im Vorfeld angekündigt - und Recht behalten. Für BR-Manager Kaweh Niroomand, der seit 1991 bei den Berlinern die Fäden zieht und das Team zu einem der erfolgreichsten in Deutschland geformt hat, war das Final Four der "absolute Höhepunkt dessen, was wir in den letzten Jahrzehnten erlebt und aufgebaut haben".

Berlin bastelt an Erfolgsgeschichte

Schon seit Jahren schraubt der gebürtige Iraner in Berlin an einer in Deutschland einmaligen Erfolgsgeschichte, die Ausrichtung des Final Four ist auch Anerkennung des europäischen Verbandes CEV für herausragende Leistungen. Seit dem ersten Auftritt in der Max-Schmeling-Halle 2008 haben sich die BR Volleys zu einem Zuschauermagneten gemausert. Zu den Heimspielen des deutschen Meisters kommen im Schnitt die meisten Zuschauer in ganz Europa.

Mit dem Finalwochenende der Königsklasse hat Berlin wieder einen neuen Maßstab gesetzt, an dem sich die Konkurrenz nicht nur national ein Beispiel nehmen sollte. Ein Sieg im kleinen Finale ist eine willkommene Zugabe.

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