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Die Schmetterlinge haben mit ihrem neuen Coach Luciano Pedulla Großes vor - zuerst in Baku, dann bei Olympia © imago / DVV

Sein Nebenjob ist Lehrer: Mit dem neuen Trainer Luciano Pedulla tritt die Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen beim Turnier in Montreux an (LIVE auf SPORT1).

Von Lars Becker

Das Ambiente ist spektakulär. Direkt am Genfer See liegt das "Eurotel", in dem die deutschen Volleyballerinnen beim Internationalen Turnier in Montreux logieren dürfen. Vielleicht ist das auch der späte Lohn für den sensationellen Turniersieg beim traditionellen Auftaktturnier der besten Teams der Welt im Vorjahr.

Dem grandiosen Start folgte 2014 aber eine mit Platz neun enttäuschende Weltmeisterschaft für das Team, Spitzname "Schmetterlinge" – und die Trennung von Bundestrainer Giovanni Guidetti. Sein Nachfolger Luciano Pedulla feiert mit dem heutigen Auftaktspiel ausgerechnet gegen sein Heimatland Italien (18.30 Uhr, LIVE auf SPORT1) seine Premiere. Das Turnier ist zugleich die Generalprobe für die Europaspiele in Baku (12. bis 28. Juni in, LIVE im TV auf SPORT1).

"Wir wollen einiges ausprobieren"

"Montreux ist wichtig für mich, um die Spielerinnen kennen zu lernen, auch die, die ich noch nicht kenne. Wir wollen einiges ausprobieren für die nächsten Aufgaben, man darf aber nicht gleich zu viel von der jungen Mannschaft erwarten", sagt Pedulla.

Weitere Vorrundengegner beim Kennerlernprogramm sind die Türkei (Mittwoch 18.30 Uhr, LIVE auf SPORT1) und Japan (Donnerstag 16.30 Uhr, LIVE auf SPORT1). Sechs Spielerinnen um Spielführerin Mareen Apitz sind noch vom Aufgebot dabei, das im letzten Jahr zum ersten Mal in der Historie in Montreux triumphierte.

Es fehlen mit Topangreiferin Magareta Kozuch, Maren Brinker oder Kathleen Weiß aber auch einige arrivierte Leistungsträgerinnen, die nach der stressigen Vereins-Saison in den internationalen Ligen noch ein paar Tage mehr frei bekommen haben und derzeit in Schwerin trainieren.

Ziel: Halbfinale in Baku

Sie werden bei der Premiere der European Games  das deutsche Team in den ersten großen Höhepunkt der Saison führen. „In Baku wollen wir das Halbfinale erreichen, was bei der Gruppenauslosung mit Russland, Serbien, Niederlande, Kroatien, Bulgarien aber schwer wird“, sagt Pedulla.

Luciano Pedulla glaubt nicht, dass die Schmetterlinge sich für Olympia qualifizieren
Luciano Pedullà im Gespräch mit Laura Weihenmaier © DVV

Danach folgt der Grand Prix der weltbesten Teams und die Europameisterschaft in Belgien und der Niederlande, bei der nach Silber bei der Heim-EM 2013 wieder eine Medaille das Ziel ist. "Über all dem steht jedoch, dass wir uns für Olympia qualifizieren", sagt Pedulla bei SPORT1.

Dieses große Ziel will der 57-Jährige vor allem mit viel harter Arbeit erreichen. Am Pfingstmontag zum Beispiel stand in Montreux zum Beispiel am Vormittag ein Kraft- und Balltraining auf dem Programm, am Abend folgte ein Trainingsspiel gegen die Niederlande.

Pedullas Duell mit dem Vorgänger

Dort ist jetzt ausgerechnet Pedullas Vorgänger Giovanni Guidetti der Chef. Und dass es überhaupt zu diesem Duell kam - am Ende gab es ein friedliches 2:2 - zeigt  schon, dass das Verhältnis der beiden Italiener intakt ist. "Giovanni hat hervorragende Arbeit geleistet. Er hat mich auch dem Deutschen Volleyball-Verband empfohlen", sagt Pedulla.

Dabei sind die beiden völlig unterschiedliche Typen. Während Motivationskünstler Guidetti im Stil von Giovanni Trapattoni immer in Action war, verbreitet der grauhaarige Pedulla eher Gelassenheit. Das kommt sicher auch daher, dass er immer noch Teilzeit als Lehrer arbeitet. Das macht er neben seinem "normalen Job" als Coach des italienischen Topvereins Novara, mit dem er in diesem Jahr den Pokal holte und Vizemeister in Italien wurde.

Ähnliche Erfolge will Lehrer Pedulla auch mit den  Schmetterlingen feiern. "Wir können eines der besten Teams in Europa sein", sagt Pedulla. Ein erfolgreiches Turnier in Montreux könnte der Anfang sein. 

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