Video

Das doppelte Pokalfinale in Mannheim setzt eine neue Bestmarke und sorgt für Begeisterung. Dresden triumphiert im Krimi, Berlins Männer feiern das Ende ihrer Durststrecke.

Ein Durchmarsch, ein Krimi:

Die erste Ausgabe des Volleyball-Pokalfinales vor einer Rekordkulisse in Mannheim hat in den Berlin Recycling Volleys und dem Dresdner SC ihre verdienten Sieger gefunden.

Die Berliner bezwangen Debütant TV Ingersoll Bühl mit 3:0 (25:18, 25:12, 25:17) und konnten nach 16 Jahren endlich ihren Pokalfluch beenden.

Zuvor hatten die Dresdnerinnen beim 3:2 (25:22, 20:25, 25:18, 17:25, 15:10) gegen Allianz MTV Stuttgart in einem wahren Nervenkrimi triumphiert.

Zuschauerrekord in Mannheim

Vor 12.000 Zuschauern boten alle Teams starken Volleyball und feierten unter den Augen von DOSB-Präsident Alfons Hörmann dabei vor allem eins: ihre Sportart.

"Das war eine faszinierende Veranstaltung mit einer tollen Stimmung", sagte Hörmann und gratulierte den Veranstaltern zum neuen Zuschauerrekord.

Ligapräsident Michael Evers ergänzte: "Das war schon fast zu gut für eine Premiere."

Show mit Feuerwerk und Cheerleadern

In der Heimstätte der Adler Mannheim und der Rhein-Neckar Löwen fand zum ersten Mal ein Volleyballspiel statt.

Eine professionelle Show mit Feuerwerk, Flammen-Show und Cheerleadern markierte den Wandel des Finales zur Veranstaltung mit Eventcharakter.

Nicht nur die moderne Arena mit professioneller Inszenierung, auch die Mannschaften machten viel Werbung für eine Sportart, die aufgrund der verpassten Olympiateilnahme beider Nationalteams in den kommenden Jahren verstärkt um Aufmerksamkeit kämpfen muss.

Mit dem Wechsel von Halle/Westfalen in die SAP-Arena sowie der fünfstündigen Liveübertragung auf SPORT1, der längsten in der Sendergeschichte, sind die ersten Schritte bereits getan.

"Das war ein super Finale", zeigte sich der scheidende Männer-Bundestrainer Vital Heynen schon nach dem Endspiel der Frauen begeistert: "Schade, dass ein Team verlieren muss."

Spektakel und Spannung bei Dresden vs. Stuttgart

Dresden und Stuttgart hatten ein packendes Finale geboten. Der DSC startete besser in das Duell und entschied den ersten Satz für sich, doch dann drehte Stuttgart auf und glich aus.

Auch durch die erneute Dresdner Führung ließ sich das Team von Trainer Guillermo Hernandéz nicht beeindrucken und erzwang den Tiebreak.

In einem offenen Schlagabtausch, der den Großteil der Zuschauer von den Sitzen riss, hatte am Ende Dresden die Nase vorn.

"Es ist einfach Wahnsinn vor so einer Kulisse so ein enges Spiel zu spielen. Immer, wenn wir mit Emotionen gespielt haben, haben wir gut gespielt", sagte Dresdens Libera Myrthe Schoot.

"Die Atmosphäre war traumhaft und es war ein superspannendes Spiel", meinte Trainer Alexander Waibl.

Berlin beendet die Durststrecke

Nach den Dresdnerinnen holten auch die Männer aus Berlin ihren insgesamt vierten Pokaltitel. 

"Wir haben unheimlich hart dafür gearbeitet und verdient gewonnen", sagte Berlins Robert Kromm bei SPORT1 über den Titel nach 16 Jahren Pause: "Nach einer langen Durststrecke ist das endlich wieder ein Pokal für den Verein. Richtig realisieren kann ich es noch nicht."

Für Bühl war bereits die erste Endspielteilnahme der Vereinsgeschichte ein großer Erfolg. Die Bisons, die sich auf die lautstarke Unterstützung von rund 3000 mitgereisten Fans verlassen konnten, boten den Berlinern nur anfangs Paroli.

In der Bundesliga hatte der Underdog den BR Volleys zu Hause noch die erste von insgesamt nur zwei Bundesligapleiten beigebracht.

Doch im Kampf um den ersten Titel der Vereinsgeschichte musste Bühl dann doch Lehrgeld zahlen und am Ende eine klare Niederlage einstecken.

Gemeinsame Pokalübergabe als Startschuss zur Party

So jubelte Berlins Felix Fischer einen Tag nach seinem 33. Geburtstag: "Ich habe mir selbst das beste Geschenk gemacht."

"Es war eine große Sehnsucht, endlich diesen Pott zu holen. Nach dieser langen Zeit jetzt dabei zu sein, ist einfach grandios", jubelte er: "Ich bin überglücklich und will einfach nur feiern."

Und nach der gemeinsamen Pokalübergabe an Männer und Frauen ging es für die frisch gebackenen Pokalsieger in eine lange Partynacht.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel