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Die deutschen Volleyballerinnen verlieren einen Fünfsatz-Krimi gegen Polen. Im entscheidenden Satz spielt Polen in einer anderen Liga.

Die deutschen Volleyballerinnen haben einen perfekten EM-Start knapp verspielt.

Bei der Europameisterschaft in Aserbaidschan und Georgien startete die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) trotz einer guten Leistung mit einer Niederlage gegen Polen in das Turnier. Die junge Mannschaft von Bundestrainer Felix Koslowski verlor mit 2:3 (25:23, 15:25, 25:18, 23:25, 5:15) gegen den stärksten Gruppengegner und verpasste es, sich gleich eine gute Ausgangsposition für das Erreichen des Viertelfinals zu verschaffen.

"Wir liegen im vierten Satz 18:14 vorne, das müssen wir nach Hause bringen. Es darf uns nicht passieren, dass wir passiv werden. Aber wir müssen mitnehmen, dass wir einen Punkt geholt haben und noch zwei Spiele vor uns haben", meinte Deutschlands Kapitän Maren Fromm bei SPORT1.

Polen mit starkem Block

In der National Gymnastics Arena in Baku zeigte sich die deutsche Mannschaft mit sieben EM-Debütantinnen nach zuletzt enttäuschenden Auftritten etwas verunsichert, gewann den ersten Satz aber trotz eines 0:4-Rückstands zu Beginn. Der zweite Durchgang war nach einem 1:7-Rückstand hingegen nicht mehr zu retten.

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Deutschland unterliefen im Angriff zu viele leichte Fehler, die Polen steigerten sich in der Annahme und konnten sich auf ihren starken Block um die 1,99 m große Agnieszka Kakolewska verlassen.

In der Folge profitierte das Team um Kapitänin Maren Fromm von einigen unnötigen Fehlern der Polinnen, die im Sommer die WM-Teilnahme verpasst hatten. Die eingewechselte Mittelblockerin Marie Schölzel glänzte im dritten Satz mit fünf Punkten.

Im vierten Satz war Deutschland nur zwei Zähler vom Sieg entfernt, verpasste aber die Entscheidung. Im entscheidenden Durchgang setzte sich Polen dann schnell ab und sicherte sich den hart umkämpften Sieg. Deutschland hatte im Tiebreak nur noch wenig entgegenzusetzen.

"Wir sind passiv geworden auf dem Feld. Unsere Aggresivität auf dem Feld hat gefehlt. Kompliment an Polen! Wir haben sie nicht in Griff bekommen", sagte Bundestrainer Koslowski zu SPORT1. Trotz der Auftaktpleite ist Koslowski optimistisch, was den weiteren Turnierverlauf angeht: "Wir müssen jetzt nach vorne gucken, aus dem Spiel rausgehen und mit dem einen Punkt zufrieden sein. Die Gruppe kann weiter sehr offen sein, da kann der Punkt noch Gold wert sein."

Partie begann mit Verspätung

Nach dem erfolgreichen Sommer der deutschen Volleyballerinnen mit der WM-Qualifikation und dem guten Abschneiden beim Grand Prix war die EM-Vorbereitung mit Niederlagen gegen Vize-Europameister Niederlande, die Türkei und Belgien nicht wie erwünscht gelaufen. Bei den Erfolgen des Sommers war es überwiegend gegen die zweite europäische Garde gegangen.

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Die deutsche Auftakt-Partie begann nun aufgrund des langen Eröffnungsspiels zwischen Titelverteidiger Russland und Ukraine (3:2) mit 35-minütiger Verspätung. Am Sonntag trifft Deutschland auf Außenseiter Ungarn (ab 18.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im STREAM), das vom ehemaligen Bundesligatrainer Alberto Salomoni trainiert wird und zum Auftakt 0:3 gegen Co-Gastgeber Aserbaidschan verlor. Aserbaidschan ist dann zum Abschluss der Vorrunde am Montag (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im STREAM) der letzte deutsche Gruppengegner.

Bei der EM erreichen die vier Gruppensieger direkt die Runde der letzten Acht, die jeweiligen Zweiten und Dritten spielen zuvor die Gegner aus. Sollte Deutschland als Zweiter oder Dritter den Umweg über die Playoff-Runde nehmen müssen, ginge es gegen ein Team der Gruppe C (Russland, Türkei, Bulgarien, Ukraine). Die K.o.-Spiele finden alle in Baku statt.

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