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München und Baku - Nach dem Aus im EM-Viertelfinale ist das nächste große Ziel der deutschen Volleyballerinnen Olympia 2020 in Tokio. SPORT1 analysiert, was dem DVV-Team Mut macht.

Wie schon bei der EM 2015 war auch in diesem Jahr im Viertelfinale Endstation für die deutschen Volleyballerinnen. Doch anders als vor zwei Jahren ist der Deutsche Volleyball-Verband mit dem Ergebnis bei der Europameisterschaft in Aserbaidschan sehr zufrieden.

Das junge Team um die Routiniers Maren Fromm und Lenka Dürr übertraf mit seiner Leistung die Erwartungen und zeigte vor allem im Spiel gegen Medaillenanwärter Bulgarien sein großes Potenzial.

Wie hat sich das deutsche Team bei der EM geschlagen?

Vor dem Turnier taten sich die Verantwortlichen lange schwer, eine Zielvorgabe zu formulieren. Am Ende lautete der Wunsch: Viertelfinale. Und genau den hat die Mannschaft von Bundestrainer Felix Koslowski, die im Schnitt gerade mal 1,1 EM-Teilnahmen aufzuweisen hat, erfüllt.

"Wir müssen mit unserer Platzierung hochzufrieden sein", sagte Koslowski im Gespräch mit SPORT1. Vor allem die EM-Debütantinnen Louisa Lippmann und Marie Schölzel konnten über weite Strecken eine Top-Leistung abrufen.

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Neben der geringen Erfahrung ist insbesondere die Physis der deutschen Volleyballerinnen im internationalen Vergleich noch ein Schwachpunkt. Bei dieser EM konnten die Schmetterlinge dies durch Einsatz und Willen aber teilweise kompensieren.

Was muss besser werden?

Die Mannschaft hat aber nicht nur körperliche Defizite, sondern ist auch noch zu unkonstant. In engen Situationen hat sie oft nicht die nötige Ruhe. Den Matchplan, den Koslowski und sein Team akribisch entwickeln, in heiklen Situationen umzusetzen - das gelingt dem unerfahrenen Team zu selten.

Erfolgserlebnisse wie gegen Bulgarien helfen den Schmetterlingen jedoch, auf ihre eigenen Stärken zu vertrauen.

Wer sticht heraus?

Das größte Talent auf der Mittelblocker-Position ist die erst 20-jährige Schölzel. Sie konnte vor allem gegen Bulgarien bestätigen, warum sie beim Masters-Turnier in Montreux ins Dream-Team gewählt wurde.

Lippmann hatte bei der EM die große Aufgabe, in die Fußstapfen von Maggie Kozuch zu treten, die ihre Hallenkarriere im vergangenen Jahr beendet hatte. Lippmann überzeugte auf der Diagonalposition als beste Punktelieferantin im deutschen Team, in brenzligen Situationen fehlte ihr aber manchmal die nötige Ruhe.

Auch Lenka Dürr lieferte nach all den Jahren im Dress der Nationalmannschaft noch eine konstant hohe Leistung ab.

Neben den EM-Debütantinnen wirkte Jennifer Geerties wie ein alter Hase, doch die Annahme-Außen-Spielerin ist auch erst 23 Jahre alt. Sie ist ein sehr wichtiger Teil der Mannschaft und bringt alle entscheidenden Elemente mit: gute Aufschläge, präzise Annahmen und kluge Entscheidungen im Angriff.

Wie sieht die Perspektive aus?

Das große Ziel dieser jungen, talentierten Mannschaft sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Doch davor stehen für die Schmetterlinge noch andere wichtige Turniere an wie beispielsweise die WM nächstes Jahr in Japan, für die sich das Team in diesem Sommer bereits qualifiziert hat.

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Auch die EM-Qualifikation für 2019 hat das DVV-Team durch das Erreichen des EM-Viertelfinales bereits in der Tasche. Es braucht nun Spiele auf Topniveau, um auch bei der WM vorne mitspielen zu können.

Der Bundestrainer ist sich sicher: "In den nächsten Jahren, wenn noch mehr Erfahrung dazukommt, wird uns diese Mannschaft noch viel Spaß machen. Dann können wir auch wieder realistisch um Medaillen kämpfen."

Dies wird vor allem bei Olympia 2020 der große Traum sein.

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