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Vital Heynen steht mit seinem Team in der K.o.-Runde
Vital Heynen steht mit seinem Team in der K.o.-Runde © Getty Images

Das DVV-Team macht mit Tschechien kurzen Prozess. Die Rechnung von Bundestrainer Vital Heynen geht auf. Im Playoff-Spiel wartet nun ausgerechnet sein Heimatland.

Vital Heynens Rechnung ist aufgegangen.

"Wenn wir ins Finale wollen, suchen wir uns den Weg aus, der uns am besten liegt", sagte der Bundestrainer nach dem souveränen 3:0 (25:14, 25:14, 25:16) gegen Tschechien und dem damit verbundenen Einzug seiner Volleyballer in die K.o.-Runde. "Wenn man aussuchen kann, dann sucht man aus", so der Belgier.

Risiko zahlt sich aus

Heynen hatte seinen Topspielern im zweiten Vorrundenspiel gegen die Niederlande Schonzeit verordnet, die zweite Niederlage kassiert und damit viel Kritik geerntet.

"Ich glaube, der deutsche Trainer hat gespielt um zu verlieren. Das ist kein Fair Play. Die Niederlande würde so etwas niemals tun", sagte Oranje-Coach Gido Vermeulen.

Die Niederländer müssen als Gruppenzweiten im Viertelfinale gegen Weltmeister Polen antreten. 

Auch viele Fans der deutschen Nationalmannschaft äußerten via Facebook Kritik an den Rechenspielchen.

Heynen gibt Poker-Taktik zu

Heynen dagegen fand nichts Verwerfliches an seiner Pokerei mit dem B-Team.

"Warum soll ich einen Weg, der frei liegt, nicht nehmen. Das hat nichts mit dem Sport zu tun, meine Mannschaft hat Samstag super gespielt. Aber ich habe sie in den Möglichkeiten beschränkt."

Im Playoff-Spiel um ein Ticket für das Viertelfinale trifft die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) am Dienstag um 19.30 Uhr auf Belgien. Dank der kalkulierten 2:3-Niederlage gegen die Niederlande schloss Deutschland die Vorrunde als Dritter ab - und geht in einem möglichen Viertelfinale Weltmeister Polen aus dem Weg. Die Auftaktbegegnung gegen Co-Gastgeber Bulgarien hatte das Team überraschend deutlich mit 0:3 verloren.

Grozer mit starken Aktionen

Gegen Tschechien stellte Deutschland die Weichen von Beginn an auf Sieg und zog bereits im ersten Satz davon. Heynens erste Sechs agierte konzentriert, die Buhrufe des bulgarischen Publikums brachten den Weltranglisten-Zehnten nicht aus dem Konzept.

Die Tschechen machten es dem Favoriten leicht, an die gute Leistungen vom Vortag gegen Bulgarien konnte der Gegner nicht anknüpfen. So geriet die Partie zunehmend zu einer Aufwärmübung der Deutschen für das erste K.o.-Spiel. Besonders Grozer lief im zweiten Durchgang heiß und sorgte mit schönen Einzelaktionen für Punkte. Nach rund 70 Minuten Spielzeit landete ein tschechischer Aufschlag zum Matchball im Netz.

Revanche gegen Bulgarien?

Das Heynen-Team visiert bei dem Turnier in Bulgarien und Italien den Titel an und befindet sich nach wie vor auf Kurs - auch wenn bisher nur ein Sieg zu Buche steht. "Ich habe immer wieder gesagt, schon seit Monaten, du musst das letzte Spiel gewinnen, nicht das erste", sagte Heynen.

Am Abend setzte sich Bulgarien im Duell um den direkten Einzug ins Viertelfinale mit 3:2 gegen die Niederlande durch und wäre am Mittwoch erneut Gegner der Deutschen, sollten sie das erste K.o.-Spiel gewinnen.

Aufgrund dieser Konstellation hatte Heynen im zweiten Vorrundenspiel gepokert und eine Niederlage in Kauf genommen.

Nun kann das Team vielleicht sogar Revanche für das 0:3 zum Auftakt gegen die Bulgaren nehmen. Doch zunächst einmal gilt es, am Dienstag die Pflichtaufgabe gegen Heynens Heimatland zu meistern.

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