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Antwerpen - Nach dem EM-Aus gibt Deutschlands Kapitänin ein Versprechen für die Olympia-Quali. Vieles macht Hoffnung, doch die Viertelfinal-Pleite "zu verarbeiten wird dauern".

Mit Tränen in den Augen winkten Margareta Kozuch, Mareen Apitz und Co. ins Publikum, der warme Applaus der treuen Fans war im Moment der Niederlage aber nur ein schwacher Trost.

Die deutschen Volleyballerinnen hatten im EM-Viertelfinale gegen Titelanwärter Türkei alles gegeben, gekämpft, zwischenzeitlich geführt und sogar den Sieg dicht vor den Augen gehabt - doch am Ende stand das Team mit leeren Händen da.

In einem Krimi mit Höhen und Tiefen auf beiden Seiten unterlag die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) 2:3 (20:25, 25: 21, 25:20, 23:25, 12:15). Dass sich das Team als Fünfter der EM bereits für die nächste Endrunde 2017 in Aserbaidschan und Georgien qualifiziert hat, war da nur "ein kleines Trostpflaster", wie Kapitänin Kozuch sagte.

"Wir hätten den Sieg verdient gehabt"

Doch bei aller Enttäuschung über die Niederlage überwog bei den Deutschen der Stolz auf die eigene Leistung, die ihnen im Vorfeld des Turniers in Belgien und den Niederlanden wohl kaum jemand zugetraut hätte. 

"Wir haben super gespielt und hätten den Sieg verdient gehabt", sagte Kozuch: "Bei der Olympia-Quali starten wir auf jeden Fall total durch."

Bundestrainer Luciano Pedulla, seit Mai im Amt und Nachfolger seines emotionalen Landsmanns Giovanni Guidetti, hatte sein Team hervorragend eingestellt. Mit klaren und ruhigen Ansagen, taktischen Variationen und mutigen Personalentscheidungen griff der Italiener (58) immer wieder entscheidend ein.

Youngsters übernehmen Verantwortung

Dass es am Ende nicht ganz reichte, war auch der Nervenstärke der Türkinnen geschuldet. "Wir haben die Türkinnen zu ungewöhnlich vielen Fehlern gezwungen. Meine Spielerinnen haben unglaublich gut gespielt", sagte Pedulla.

Nach den Unruhen im Team als Folge der enttäuschenden WM 2014 und der Trennung von Guidetti im Januar 2015 hat Pedulla wieder eine Einheit geformt.

Junge Spielerinnen wie Jennifer Geerties (21) und Wiebke Silge (19) übernehmen immer mehr Verantwortung, und auch der Teamgeist ist intakt.

"Das Team und die Mädels sind unglaublich, diesen Zusammenhalt gibt es woanders nicht", sagte Zuspielerin Apitz: "Jeder ist für den anderen da, das ist Team Deutschland, ob es gewinnt oder verliert."

Zwei Chancen für Rio

Die EM-Finalrunde am Wochenende in Rotterdam verfolgt die deutsche Mannschaft von zu Hause, das große Ziel für die kommende Saison ist Olympia 2016 in Rio de Janeiro.

Anfang Januar steigt das Qualifikationsturnier im türkischen Ankara, dabei treffen die acht besten europäischen Teams der Weltrangliste aufeinander und streiten um ein Olympia-Ticket.

Die zweit- und drittplatzierten Mannschaften haben dann noch eine weitere Chance bei einem Turnier in Japan. "Wir sind bereit", sagte Pedulla knapp, während Kozuch ausführte: "Natürlich ist Olympia ein großes Ziel. Aber im Moment habe ich das Spiel gegen die Türkei im Kopf. Und es wird noch einige Zeit dauern, das zu verarbeiten."

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