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Felix Loch regt Veränderungen an

Rennrodel-Star Felix Loch hat vor einer Überdrehung der Spirale bei der Austragung Olympischer Spiele gewarnt und ein Umdenken im Internationalen Olympischen Komitee angeregt.

"Jeder will sich immer wieder überbieten, das finde ich einfach schade", sagte der Doppel-Olympiasieger von Sotschi am Rande des "Champion des Jahres" im Robinson Club Soma Bay zu SPORT1.

"In Sotschi wollten sie eine noch schnellere Bahn als in Vancouver", so der 25-Jährige: "Und das war schon die schnellste Bahn, die wir je hatten. Da hat der internationale Verband dann zum Glück gesagt: Irgendwann ist einmal Schluss."

Bei den Spielen 2010 war in Whistler der Georgier Nodar Kumaritaschwili bei einem Unfall ums Leben gekommen, auch weil "Sachen gemacht wurden an der Bahn, die nicht gehen", so Loch.

Statt des Gigantismus bei Baumaßnahmen wie in Sotschi, wo mittlerweile die meisten Stätten brachliegen, fordert Loch mehr Nachhaltigkeit.

"Warum muss ich immer noch einmal zehn Prozent mehr ausgeben als bei den letzten Spielen", fragte Loch: "Man muss nicht alle vier Jahre alles neu bauen, sondern kann vorhandene Sportstätten nutzen und auf modernen Stand bringen."

München 2018 ("Das wäre etwas Besonderes gewesen") hätte für ihn unter diesem Aspekt einen guten Standort mit vorhandenen Sportstätten und bestehender Infrastruktur dargestellt.

Daher sei er "sehr gespannt" auf die nächste Winterentscheidung für die Spiele 2022 und hofft, dass Norwegen den Zuschlag bekommt. Loch: "Das wäre ein gutes Zeichen für den Sport und für ein Umdenken des IOC." Neben Oslo sind noch Almaty (Kasachstan) und Peking (China) im Rennen, im Sommer 2015 entscheidet das Komitee.

Als Aktiver will Loch auf jeden Fall bei Olympia 2018 dabei sein, auch 2022 hält er aber für machbar.

Zu einer möglichen Hamburger oder Berliner Bewerbung für die Sommerspiele 2024 sagte er: "Es würde mich freuen, wenn wir mal wieder Olympische Spiele in Deutschland hätten. Ich würde da gerne als Tourist vorbeischauen, weil ich es gewaltig finde. Für das ganze Land wäre das etwas Besonderes."

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