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Gian Franco Kasper ist seit 2000 Mitglied des Olympischen Komitees

Der Präsident des Internationalen Ski-Verbandes Gian Franco Kasper hat sich erneut kritisch zu einer Verlegung der an Katar vergebenen Fußball-WM 2022 in die Wintermonate geäußert.

Mit einem Termin im November/Dezember, wie ihn FIFA-Präsident Joseph S. Blatter für geeignet hält, "können wir mehr oder weniger leben", sagte Kasper, auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Dagegen sei er entschieden gegen eine ebenfalls diskutierte Verlegung der Endrunde in den Januar oder Februar, ergänzte Kasper.

Eine Fußball-WM könne einfach nicht zeitgleich mit Winter-Olympia ausgetragen werden, sagte der 70 Jahre alte Schweizer beim Forum Alpinum zum Auftakt des Weltcups im österreichischen Sölden.

Kasper zeigte sich darüber hinaus "besorgt", dass es für die Olympischen Winterspiele 2022 in Almaty/Kasachstan und Peking/China nur zwei Kandidaten für die Austragung gebe.

Den Rückzug der anderen Interessenten führte der Schweizer auf die Kostenexplosion vor den Spielen 2014 in Sotschi zurück, allerdings auch "auf die Reputation des IOC", das unter anderem als korrupt gelte.

Kasper hatte sich für eine Bewerbung von Graubünden (Davos und St. Moritz) stark gemacht.

Diese war aber ebenso schon im Vorfeld an einer negativen Stimmung in der Bevölkerung gescheitert wie eine mögliche Kandidatur von München.

Mit Blick auf die verbliebenen Bewerber und Graubünden sagte Kasper: "Wenn wir noch dabei wären, hätten wir eine große Chance, die Spiele zu bekommen."

Zugleich räumte Kasper ein, dass es Probleme bei der Vorbereitung der Olympischen Siele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang gebe.

Die Veranstalter seien schwer im Verzug, vor allem mit der geplanten Abfahrtsstrecke der Alpinen und dem Gelände für Snowboard-Fahrer. Dies liege an anhaltenden Diskussionen mit Umweltschutzgruppen.

"Es wird nicht leicht werden", sagte Kasper, "aber wir hoffen, dass wir dort 2016 unsere Testwettbewerbe abhalten können."

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