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Das deutsche Curling-Team wurde bei Olympia in Sotschi Zehnter

Der in seiner Existenz bedrohte Deutsche Curling-Verband (DCV) kämpft mit seinen beiden Teams bei der am Samstag beginnenden EM im schweizerischen Champery um WM-Tickets.

Die Skips Alexander Baumann (Schwenningen) und Daniela Driendl (Füssen) benötigen dafür mindestens Platz acht in den jeweils zehn Mannschaften umfassenden Teilnehmerfeldern.

Angesichts der drohenden Streichung der Fördergelder für die Sportart durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) wäre eine WM-Qualifikation dringend notwendig. Denn nur bei Weltmeisterschaften kann sich ein Verband für Olympische Spiele qualifizieren.

Ein Scheitern der deutschen Teams bei der EM wäre jedoch eine denkbar schlechte Grundlage für anstehende Gespräche des DCV mit dem DOSB über ein Konzept, mit dem der Verband langfristig in die Erfolgsspur zurückkehren will und das der DOSB als zwingend notwendig für eine Fortsetzung der Förderung ansieht.

Bundestrainer Thomas Lips glaubt an eine gute Chance seiner beiden Mannschaften.

"Realistisch gesehen wäre ein Mittelfeld-Platz und die damit geschaffte WM-Qualifikation für beide Teams ein gutes Ergebnis", sagte Lips.

Eine "Wundertüte" ist offenbar Alexander Baumann.

"Für die Herren ist zwischen Medaille und Abstieg eigentlich alles drin, weil hinter den beiden Topteams aus Schweden und Norwegen ein breites Mittelfeld kommt, in dem auch wir uns befinden. Da kann viel passieren", sagt Lips.

Zu den Möglichkeiten von Daniela Driendl meint er: "Unter normalen Umständen werden die vier Topteams Schottland, Schweden, Schweiz und Russland ins Halbfinale einziehen. Dahinter ist praktisch alles möglich."

Die beiden Weltmeisterschaften 2015 finden vom 14. bis 22. März in Sapporo (Männer) und vom 28. März bis 5. April in Halifax/Kanada (Frauen) statt.

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