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Alexander Baumann und die deutschen Curler werden weiter gefördert
Skip Alexander Baumann verliert mit seinem Team das zweite Entscheidungsspiel © imago

Die deutschen Curling-Männer haben im Gegensatz zu den Frauen die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2015 verpasst.

Bei der EM in Champery/Schweiz verlor das Männer-Team um Skip Alexander Baumann (Schwenningen) auch das zweite Entscheidungsspiel um das letzte Ticket für die WM in Halifax/Kanada (28. März bis 5. April) gegen Finnland mit 7:8.

Die Finnen hatten schon das erste Spiel der best-of-three-Serie mit 8:5 für sich entschieden.

Zuvor hatte "Rebellin" Andrea Schöpp (Riessersee) mit ihrem Team Platz sieben belegt und dem Deutschen Curling-Verband (DCV) die Teilnahme an der Frauen-WM vom 14. bis 22. März 2015 im japanischen Sapporo gesichert.

Die siebenmalige Europameisterin gab ihrem Verband, der die 49-Jährige zunächst trotz erfolgreicher Qualifikation nicht nominiert hatte, ein gutes Argument für die Finanzierungsverhandlungen mit dem DCV in die Hand.

Den Curlern droht die Streichung eines Großteils der Förderung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). "Wir sind in gänzlicher Unwissenheit", sagte DCV-Sportdirektor Rainer Nittel zur aktuellen Situation. Bis zum Wochenende sollte der DOSB dem Verband seinen Finanzierungsvorschlag vorlegen.

Der DCV hatte für die anstehenden Aufgaben zu den etatmäßigen 400.000 Euro einen Mehrbedarf von 210.000 Euro beantragt. Der DOSB jedoch hatte dem DCV später mitgeteilt, dass die Förderung drastisch zurückgeführt werden soll.

Auf dem Eis sollten "beide Mannschaften bei der EM daher für Argumente sorgen", so Nittel, doch gelungen war dies nur Andrea Schöpp, die ihr EM-Startrecht vor dem Amtsgericht Kempten erstritten hatte.

Nicht zufrieden war Bundestrainer Thomas Lips mit den Männern.

"Die Jungs haben einfach zu viele Chancen nicht genutzt", sagte Lips: "Wir brauchen jetzt ein wenig Abstand, um das zu analysieren. Dann muss sich jeder hinterfragen - auch ich - was kann man besser machen, an welchen Schrauben kann man drehen."

Das Team habe Potenzial, "das haben sie hier mehrfach gezeigt", sagte Lips. Insofern sei er "überhaupt nicht pessimistisch für die Zukunft, aber zurzeit überwiegt halt bei allen noch die Frustration über die verpassten Chancen auf die WM".

EM-Gold bei den Männern gewann Schweden. Die Skandinavier setzten sich im Finale gegen Nachbar Norwegen 5:4 durch. Bronze ging an die Schweiz.

Den EM-Titel bei den Frauen sicherte sich am Samstag Gastgeber Schweiz mit einem 8:7 gegen Russland.

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