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Carina Vogt ist amtierende Weltmeisterin im Skifliegen
Skispringerin Carina Vogt darf sich nun amtierende Olympiasiegerin und Weltmeisterin nennen. © Getty Images

Falun - Das nordische Ski-Team feiert die deutschen Goldmedaillen für Carina Vogt und Johannes Rydzek bei der WM. Den beiden Triumphen sollen bald noch weitere folgen.

Aus Falun berichtet Lars Becker

Bei den Kombinierern wurde der Weltmeistertitel von Überraschungs-Champion Johannes Rydzek zünftig mit Thüringer Bratwürsten gefeiert.

Auch die Skisprung-Gewinnerin Carina Vogt ließ an diesem goldenen Freitag mit zwei deutschen Triumphen binnen zwei Stunden  mit Trainern, Familie und Betreuern die Champagnerkorken knallen.

Die Feiern im Scandic-Teamhotel hatten ganz gewissLust auf mehr gemacht: Denn die Rekordjagd des deutschen nordischen Ski-Teams soll in den nächsten Tagen weitergehen.

"Unglaublicher Tag für den deutschen Skisport"

„Das war ein unglaublicher Tag für den deutschen Skisport. Aber nach der kurzen Feier haben wir sofort den Schalter umgelegt. Wir halten die Spannung hoch und wollen hier noch mehr holen“, sagte Andreas Bauer.

Er ist eigentlich der Skisprung-Goldtrainer von Vogt, aber freute sich natürlich genauso über den Triumph von Kombinierer Johannes Rydzek.

Zum einen weil er selbst einst Co-Bundestrainer der Winterzweikämpfer war. Zum anderen weil er daheim in Oberstdorf „auf die „Dachterrasse von Rydzek schauen kann“, wie er grinsend zum Besten gab.

Rydzek und Vogt im Team nochmals Gold-Kandidaten

Die Stimmung ist grandios im deutschen Team und selbst das beste WM-Abschneiden aller Zeiten scheint möglich zu sein.

Bei der WM 1974 an gleicher Stelle hatte die DDR fünfmal Gold und insgesamt elf Medaillen gewonnen. Das bedeutete den bis dato einzigen Sieg eines deutschen Ski-Teams in der Medaillenwertung einer Nordischen Ski-Weltmeisterschaft.

Schon am frühen Samstagabend geht Severin Freund als Goldkandidat in den Normalschanzen-Wettbewerb der Skispringer. Und am Sonntag wollen Rydzek im Teamwettbewerb und Vogt im Mixedspringen nach ihrer zweiten Goldmedaille greifen.

Die deutschen Quartetts gehören jeweils zu den Topfavoriten. Und in der nächsten Woche folgen bei der WM weitere vier Entscheidungen in den deutschen Spezialdisziplinen Skispringen und Nordische Kombination.

"Die Jungs sind in Topform"

„Natürlich ist die Laune jetzt super. Die Jungs sind auch in Topform, da haben wir gute Karten fürs Podest“, sagt Vogt und sieht sich noch in der anderen Mission: „Mit dem Mixedspringen können wir auch den Stellenwert des Frauen-Skispringens weiter steigern.“ (Sonntag ab 15 Uhr im LIVETICKER)

Das hat die 23-Jährige fast schon im Alleingang geschafft. Genau ein Jahr und neun Tage vor diesem Weltmeistertitel hatte sie sich in Sotschi sensationell zur ersten Olympiasiegerin der Skisprung-Geschichte gekrönt.

Obwohl sie sich danach einer Knie-Operation unterziehen musste und den Großteil der Saison-Vorbereitung verpasste, gewann die „mental unglaublich starke Frau“ (Bauer) in Falun ihren zweiten großen Titel.

Für Vogt war das in den ersten Stunden „überhaupt nicht zu fassen“, Andreas Bauer bezeichnete es gar als „Märchen“.

Neues Level nach Olympia-Patzer

Während Vogt also ihre Position an der internationalen Spitze bestätigte, hievte sich Johannes Rydzek auf ein neues Level.

2014 in Sotschi musste er noch viel Spott ertragen, weil er im Zielsprint um Gold ausgerechnet mit seinem Teamkollegen Fabian Rießle kollidiert war und so alle Chancen eingebüßt hatte.

„Vor einem Jahr stand Johannes noch ziemlich blöd da. Aber er hat aus seinen Fehlern gelernt und diesmal alles richtig gemacht. So geht’s manchmal im Leben“, sagte Chefcoach Weinbuch. 

Letztes Team-Gold im Jahr 1987

Allerdings schworen sich der neue Weltmeister und der diesmal geschlagene Olympiasieger Eric Frenzel noch gemeinsam im Zielraum, dass sie am Sonntag im Teamwettbewerb gemeinsam ganz oben stehen wollen.

Letztmals hatte Deutschland 1987 bei der WM in der Teamkonkurrenz Gold gewonnen.  Das ist inzwischen 28 Jahre her, damals gehörte noch ein gewisser Hermann Weinbuch zum Team.

„Wir wollen unsere Chance nutzen. Selbstvertrauen ist da, nach diesem Auftakt sollten wir auch die nötige Lockerheit und Angriffslust haben“, sagt Weinbuch: „Schließlich haben wir jetzt einen Weltmeister im Rücken. Und gemeinsam feiert es sich immer am schönsten.“ (Sonntag ab 10 Uhr im LIVETICKER)

Die Goldjagd kann weitergehen.

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