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Nico Ihle wurde in Erfurt Fünfter
Nico Ihle wurde in Erfurt Fünfter © Getty Images

Historischer Erfolg für Eissprinter Nico Ihle: Beim Weltcup-Finale der Eisschnellläufer in Erfurt stürmte der "Sachsen-Blitz" im Gesamtweltcup über 1000 m auf Rang drei und feierte die erste deutsche Podiumsplatzierung auf dieser Strecke seit 25 Jahren.

1990 hatte Uwe-Jens Mey den Weltcup auf dem Kilometer gewonnen - damals noch für die DDR.

"Ich bin überglücklich. Diesen Erfolg habe ich mir hart erarbeitet", sagte der Chemnitzer. Im letzten Rennen der Saison lief der 29-Jährige beim Sieg von Denny Morrison (Kanada/1:09,07 Minuten) in 1:09,55 auf den fünften Rang und behauptete in der Gesamtwertung mit 402 Zählern Rang drei. Der Sieg ging an den Russen Pawel Kulischnikow mit 600 Punkten.

Wiedergutmachung für die WM

"Dieser Sieg hilft mir auch, das WM-Trauma zu verarbeiten", sagte Ihle. Ein umstrittener Fehlstart im 500-m-Rennen hatte dem Kraftpaket bei der Sprint-WM vor drei Wochen in Astana/Kasachstan die Chance auf die erste WM-Medaille geraubt.

Das war nun vergessen. "Den Pokalteller hänge ich mir zu Hause an die Wand", verriet Ihle und freute sich nach einer anstrengenden aber erfolgreichen Saison auf die Auszeit. "Im April geht es in den Urlaub auf die Kapverden", sagte Ihle. Sein Team-Kollege Samuel Schwarz, der in Erfurt nicht mehr antrat, kam in der Gesamtwertung auf Rang sechs.

Noch lange nicht genug

Doch am Sonntag muss Ihle noch einmal aufs Eis und könnte einen zweiten Podestplatz einfahren. Über 500 m liegt er vor dem zweiten Lauf am Sonntag auf Rang fünf noch aussichtsreich im Rennen.

"Ich werde nochmal Gas geben", versprach Ihle, der im ersten 500-m-Rennen beim Sieg von Kulischnikow (34,71) in 35,42 Sekunden nur Achter wurde.

Hesse enttäuscht

Eine Enttäuschung musste auch Sprinterin Judith Hesse verarbeiten. Die Lokalmatadorin hatte über 500 m auch auf eine Medaille im Gesamtweltcup spekuliert. Im vorletzten Rennen am Samstag kam die 32-Jährige in schwachen 39,17 Sekunden beim Sieg der US-Amerikanerin Heather Richardson (37,80) aber lediglich auf den 13. Platz und ist in der Gesamtwertung mit 517 Punkten nur noch Vierte.

 Vor dem letzten und entscheidenden Lauf am Sonntag in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle liegt die in Erfurt fehlende Südkoreanerin Lee Sang-Hwa (880 Punkte) auf Rang eins vor Nao Kodaira (Japan/820). Dritte ist nun Richardson mit 560 Zählern.

Lange Saison zehrt an den Kräften

"Ich bin enttäuscht. Ich hatte in der ersten Kurve einen Fehler. Jetzt muss ich es morgen wieder ausbügeln", sagte die 32 Jahre alte Hesse nach ihrem Lauf. "Das Ergebnis ist natürlich nicht optimal. Man merkt ihr an, dass sie eine lange und harte Saison in den Knochen hat", sagte der deutsche Teamchef Helge Jasch.

Der Erfurter Patrick Beckert belegte im Gesamtweltcup über die Langstrecken den vierten Platz. Der Vorjahres-Zweite lief beim Weltcup-Finale in seiner Heimatstadt über 5000 m in 6:21,80 Minuten auf Rang drei. Es siegt der Niederländer Jorrit Bergsma (6:17,49) vor dem Norweger Sverre Lunder Pedersen (6:20,64).

 

Bergsma sicherte sich auch den Sieg in de Gesamtwertung mit 430 Punkten vor Pedersen (415), dem Niederländer Bob de Jong (346) und Beckert (331).

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