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Audi FIS Alpine Ski World Cup - Women's Giant Slalom
Anna Fenninger gewann im vergangenen Winter den Gesant-Weltcup © Getty Images

München - Der Frieden zwischen Verband und Anna Fenninger ist Geschichte. Mit einer Werbekampagne erzürnt sie den Präsidenten. Der will einen Start für Deutschland verhindern.

Von wegen Burgfrieden. Nur wenige Tage nach der verkündeten Einigung zwischen Anna Fenninger und dem Österreichischen Skiverband gibt es jetzt richtig Ärger.

Grund ist eine Werbekampagne von Anna Fenninger in österreichischen Printmedien für Mercedes.

Das Pikante daran: Mercedes-Konkurrent Audi ist einer der Hauptsponsoren des Österreichischen Skiverbandes.

Den Athleten ist es gar untersagt für einen Konkurrenten zu werben.

Fenninger selbst sieht die Kampagne von Mercedes als Teil ihres caritativen Engagements für die "Laureus Sport for Good"-Stiftung.

In einer Pressemitteilung wies Fenningers Management am Dienstag zudem darauf hin, man habe den ÖSV im jüngsten Friedensgespräch über die Werbekampagne informiert.

Der ÖSV bestreitet dies vehement und wandte sich via Anwalt an die Gegenseite: "Ich bitte Sie und Herrn Klaus Kärcher, derart unrichtige und dem wirtschaftlichen Fortkommen des Österreichischen Skiverbandes, sowie seiner angehörigen Sportler schadenden Äußerungen zu unterlassen", hieß es in einer auf der ÖSV-Website veröffentlichten Mitteilung.

Zuvor hatte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel im "Standard" erbost reagiert: "Dass ich nur von den Socken bin, wäre falsch ausgedrückt. Ich bin maßlos enttäuscht."

ÖSV-Boss bei Gesprächen außen vor

Am vergangenen Mittwoch hatte der ÖSV noch von einem positiven Friedensgipfel berichtet: "Bestehende Missverständnisse und Kommunikationsprobleme konnten erfolgreich aus der Welt geschafft werden", hieß es damals.

Die Gespräche hätten in "guter und freundschaftlicher Atmosphäre" stattgefunden.

Doch nun wird klar, wieviel der ausgehandelte "Friedensvertrag" zwischen dem ÖSV und Fenninger letztlich wert war. Schröcksnadel war in die Gespräche nämlich überhaupt nicht involviert.

Nun droht er: "Jetzt muss ich mich einmischen. Jetzt mische ich mich ein." In freundschaftlicher Atmosphäre werden die zu erwartenden Gespräche sicher nicht stattfinden.

Zumal auch Sportdirektor Hans Pum sauer reagierte: "Im Fußball würde man das ein schweres Foul oder Verhöhnung des Gegners nennen. Nach unserem guten Gespräch ist mir das völlig unverständlich", sagte er "Ö3". Er empfinde das als "Provokation. Auch gegenüber den anderen Athleten, die unsere Sponsoren brauchen."

Schröcksnadel droht mit Sperre

Im Mai hatte Fenninger dem ÖSV mangelnde Unterstützung vorgeworfen und mit Rücktritt gedroht.

Damals kamen auch Spekulationen um einen Wechsel zum Deutschen Skiverband auf.

Das will Schröcksnadel mit allen Mitteln verhindern und droht bereits damit, sie sperren zu lassen: "Sie kann nur für den ÖSV fahren, oder sie steht zwei Jahre."

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