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Johannes Rydzek feierte seinen siebten Saisonsieg
Johannes Rydzek feiert seinen Sieg in Chaux-Neuve © Getty Images

Die deutschen Kombinierer landen in Frankreich einen Doppelsieg. Carina Vogt und Katharina Althaus verpassen das Podest. Lindsey Vonn brilliert. Wintersport kompakt.

SPORT1 fasst die Wintersport-Ereignisse des Tages zusammen:

+++ Deutsche Skispringer gewinnen Team-Wettbewerb+++

Die deutschen Skispringer haben beim Weltcup in Zakopane den Team-Wettbewerb gewonnen. Im Hexenkessel der polnischen Skisprung-Hochburg setzten sich Markus Eisenbichler (Siegsdorf), Stephan Leyhe (Willingen), Andreas Wellinger (Ruhpolding) und Richard Freitag (Aue) am Samstag vor den Gastgebern um Vierschanzentournee-Sieger Kamil Stoch durch. Zuletzt hatte ein DSV-Quartett im Weltcup am 9. Januar 2016 in Willingen gesiegt.

Mit 1116,3 Punkten lag die deutsche Auswahl 5,1 Punkte vor den Polen, deren Topmann Stoch von den rund 25.000 Zuschauer an der Wielka-Krokiew-Schanze in seiner Geburtsstadt frenetisch bejubelt wurde. Dritter wurde Slowenien mit 13,7 Punkten Rückstand auf Deutschland. Den zuvor einzigen Team-Wettbewerb der Saison hatte Anfang Dezember in Klingenthal Polen gewonnen. 

Eisenbichler (130,5+131,0 m), Leyhe (131,0+132,0), Wellinger (128,5+135,0) und Schlussspringer Freitag (131,5+134,5) zeigten auch ohne Weltmeister Severin Freund eine Leistung wie aus einem Guss. Freund, der zuletzt erkrankt ausgefallen war, wird am kommenden Wochenende in Willingen in den Weltcup zurückkehren.

Vor den Weltmeisterschaften im finnischen Lahti (22. Februar bis 5. März) steht am kommenden Samstag in Leyhes Heimat Willingen noch ein weiterer Team-Wettbewerb an. Am Sonntag (16.00/ZDF und Eurosport) wird in Zakopane ein Einzelspringen ausgetragen, die Qualifikation dazu hatte am Freitag Leyhe gewonnen. 

+++ DSV-Adler aussichtsreich im Rennen +++

Die deutschen Skispringer kämpfen beim zweiten Mannschafts-Wettbewerb der WM-Saison um den Sieg. Im polnischen Zakopane liegen die DSV-Adler nach dem ersten Durchgang mit 553,6 Punkten knapp hinter den führenden Slowenen (554,2) auf Platz zwei. Dritter ist Gastgeber Polen um den zuletzt überragenden Vierschanzentournee-Sieger Kamil Stoch (540,1). 

Markus Eisenbichler (Siegsdorf/130,5 m), Stephan Leyhe (Willingen/131,0), Andreas Wellinger (Ruhpolding/128,5) und Richard Freitag (Aue/131,5) zeigten einen starken ersten Sprung, keiner aus dem Quartett fiel ab. Leyhe hatte am Freitag die Qualifikation für das Einzelspringen am Sonntag (16.00/ZDF und Eurosport) gewonnen.

Vor den Weltmeisterschaften im finnischen Lahti (22. Februar bis 5. März) steht am kommenden Samstag in Leyhes Heimat Willingen noch ein weiterer Team-Wettbewerb an.

+++ Rydzek triumphiert in Chaux-Neuve +++

Angeführt von Weltmeister Johannes Rydzek haben die deutschen Kombinierer den neunten Doppelsieg im elften Einzelwettkampf der Saison gefeiert. Im französischen Chaux-Neuve stürmte der 25 Jahre alte Oberstdorfer Rydzek von Platz zwölf zu seinem vierten Saisonerfolg vor Fabian Rießle (Breitnau), der 2,8 Sekunden) zurücklag.

Hinter dem Japaner Akito Watabe (+5,7) musste sich Olympiasieger Eric Frenzel (Oberwiesenthal/+8,3) mit Platz vier zufrieden geben, bleibt aber klarer Spitzenreiter im Gesamtweltcup. Als Fünfter machte Routinier Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt/+22,6) das erneut überragende deutsche Mannschaftsergebnis perfekt.

Die DSV-Kombinierer haben bislang sämtliche elf Einzel-Wettkämpfe sowie die einzige Staffel des WM-Winters gewonnen. Lediglich beim Teamsprint in Val di Fiemme in der Vorwoche lagen die deutschen Athleten nicht vorne, dabei hatte allerdings die erste Garde um Rydzek und Frenzel gefehlt.

Am Sonntag wird in Chaux-Neuve ein weiterer Einzel-Wettbewerb ausgetragen, ab dem kommenden Freitag steht mit dem "Triple" in Seefeld der erste Saisonhöhepunkt an.

+++ Lochner und Friedrich holen Doppelsieg im Zweier+++

Einen Monat vor der Heim-WM hat Vizeweltmeister Johannes Lochner (Stuttgart) die deutsche Siegesserie im Zweierbob ausgebaut und zugleich die Dominanz von Weltmeister Francesco Friedrich (Oberbärenburg) gebrochen. Lochner gewann am Samstag mit Anschieber Christian Rasp den Weltcup in St. Moritz. Dabei hatte der 26-Jährige fast drei Zehntelsekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Friedrich mit Martin Grothkopp. Dritter wurde Routinier Steven Holcomb aus den USA.

"Endlich stehe ich hier mal ganz oben", sagte Lochner nach seinem ersten Weltcup-Sieg im kleinen Schlitten im ZDF: "Ich hatte schon Angst, dass ich das Zweierfahren verlernt hätte." Nico Walther (Oberbärenburg/mit Eric Franke) rundete das starke deutsche Ergebnis auf der Natureisbahn in der Schweiz mit dem vierten Rang ab.

In der Gesamtwertung liegt Friedrich, der wie alle Deutschen den zweiten Weltcup in Lake Placid ausgelassen hatte, nun auf Rang zwei hinter dem Südkoreaner Won Yun-jong.

Der Sachse hatte zuvor in diesem Winter bei drei Starts im Zweier drei souveräne Siege gefeiert. Mit Blick auf die WM am Königssee im Februar liefern sich nun Friedrich und Lochner ein Duell um die Rolle als Top-Favorit. Am Sonntag (10.30 Uhr) steht in St. Moritz noch das Vierer-Rennen auf dem Programm, hier ist Europameister Lochner erster Sieganwärter.

+++ Frenzel in Lauerstellung +++

Olympiasieger Eric Frenzel hat beim Kombinations-Weltcup im französischen Chaux-Neuve noch alle Chancen auf seinen siebten Saisonsieg. Der 28 Jahre alte Sachse liegt nach einem Sprung auf 109,5 m zur Halbzeit auf Platz drei und geht mit 53 Sekunden Rückstand auf Norwegens Toptalent Jarl Magnus Riiber in den abschließenden 10-km-Langlauf ab 15.30 Uhr. Riiber sprang 112,0 m, ist aber derzeit in der Loipe klar schlechter als Frenzel.

Ebenfalls eine starke Ausgangsposition hat Team-Weltmeister Fabian Rießle als Sechster (+1:01 Minuten). Terence Weber hat als Neunter 1:08 Minuten Rückstand auf Riiber, dürfte diese Position aber kaum halten können. Björn Kircheisen als Elfter (+1:09) und Johannes Rydzek als Zwölfter (+1:15) können gemeinsam auf die Verfolgung gehen.

+++ Horchler gewinnt Massenstart vor Dahlmeier +++

Biathletin Nadine Horchler hat in Antholz sensationell den ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere gefeiert. Die 30-Jährige setzte sich im Massenstart über 12,5 km vor der Gesamtweltcup-Führenden Laura Dahlmeier (+3,1 Sekunden) und der Tschechin Gabriela Koukalova (+8,0) durch. Horchler ergatterte damit das letzte freie Ticket für die WM in Hochfilzen (9. bis 19. Februar).

Dahlmeier, die ihre Führung im Gesamtweltcup vor Koukalova (669:652 Punkte) ausbaute, hatte vor dem letzten Schießen in Führung gelegen. Dann patzte sie aber zweimal, während Horchler auch die letzten der 20 Scheiben abräumte. Auf der Schlussrunde wuchs Horchler dann über sich hinaus und überholte Koukalova. Dahlmeier ging auf der Zielgeraden auch noch an der Tschechin vorbei.

"Ich habe auf der Schlussrunde gemerkt, dass es mir relativ gut ging und bin dann einfach vorbeigegangen. Das Stadion hat gebebt, ich habe meinen eigenen Herzschlag nicht mehr gespürt", sagte Horchler im ZDF. Dahlmeier ergänzte: "Der erste Sieg ist immer etwas Besonderes. Ich freue mich für Nadine, es wurde auch langsam Zeit."

Nach dem Staffelrennen der Männer (15.15 Uhr) steht am Samstagabend die Sportpolitik im Mittelpunkt. Der Vorstand des Weltverbands IBU hielt ein Krisentreffen ab und wird im Laufe des Abends zunächst die Sportler und dann die Öffentlichkeit über den weiteren Umgang mit den russischen Skijägern informieren. Nach den schweren Dopingvorwürfen fordern die Athleten konsequentes Handeln, am besten noch vor der WM in Hochfilzen (9. bis 19. Februar).

+++ Paris gewinnt in Kitzbühel +++

Der Südtiroler Dominik Paris hat zum zweiten Mal die Weltcup-Abfahrt auf der berühmt-berüchtigten Streif in Kitzbühel gewonnen. Der 27-Jährige wiederholte im österreichischen Ski-Mekka seinen Triumph von 2013 und sicherte sich seinen siebten Weltcup-Sieg. Der "Kitz"-Spezialist hatte dort überdies den Super-G 2015 gewonnen.

Paris setzte sich vor den überraschend starken Franzosen Valentin Giraud Moine (0,21 Sekunden zurück) und Johan Clarey (0,33) durch. Die Österreicher erlebten dagegen ein Debakel. Olympiasieger Matthias Mayer, am Vortag noch Erster im Super-G, wurde als bester Starter der Alpenrepublik Achter (0,75).

Andreas Sander zeigte in einem gewohnt anspruchsvollen, aber diesmal nicht zu brutalen Rennen als 13. (1,34) seine beste Leistung bei der prestigeträchtigsten Abfahrt der Saison. Sepp Ferstl kam nach einem Fehler im Steilhang und einer Schrecksekunde in der Traverse nur auf Rang 33 (2,09). Thomas Dreßen und Dominik Schwaiger schieden aus.

Auch diesmal gab es die bekannten wilden Szenen auf der Streif, die sich hart und eisig präsentierte: Der Schweizer WM-Dritte Beat Feuz krachte in den Zaun, blieb aber unverletzt. Max Franz aus Österreich verlor in voller Fahrt einen Ski.

+++ Skilanglauf: Björgen meldet sich mit Sieg zurück +++

Norwegens Skilanglauf-Königin Marit Björgen hat sich mit einem eindrucksvollen Sieg zurückgemeldet und rund einen Monat vor dem Beginn der WM im finnischen Lahti ihre Titelansprüche unterstrichen. Im schwedischen Ulricehamn setzte sich die 36 Jahre alte Rekordweltmeisterin über 10 km im freien Stil mit 10,7 Sekunden Vorsprung auf die Finnin Krista Parmakoski durch und feierte ihren 104. Weltcupsieg.

"In den vergangenen fünf Wochen habe ich mich nach diesem Rennen gesehnt. Ich weiß jetzt jedenfalls, dass ich auf dem richtigen Weg bin", sagte Björgen, die nach der Geburt ihres ersten Kindes zu Saisonbeginn in den Weltcup zurückgekehrt war und gleich beim Auftakt im finnischen Ruka einen Sieg gefeiert hatte. Zuletzt gönnte sie sich seit Mitte Dezember eine Verschnaufpause und bestritt in Ulricehamn ihr erstes Rennen im Jahr 2017.

Dritte wurde beim Heimspiel auf ihrer Spezialstrecke Schwedens Weltmeisterin Charlotte Kalla (+24,9). Die Gesamtweltcup-Führende Heidi Weng (Norwegen) landete auf Platz sechs (+34,0), hat aber immer noch komfortablen Vorsprung auf die nun zweitplatzierte Parmakoski.

Beste Deutsche war Sprint-Ass Sandra Ringwald auf einem starken zehnten Platz (+56,6) vor der elftplatzierten Stefanie Böhler (+1:00,0). Victoria Carl wurde 20. (+1:25,4), Nicole Fessel kam nicht über Platz 28 (+1:33,7) hinaus. Katharina Hennig verpasste als 33. (+1:50,2) Weltcup-Punkte.

+++ Bob-Pilotin Jamanka holt Rang vier in St. Moritz +++

Bob-Pilotin Mariama Jamanka hat einen Monat vor der Heim-WM am Königssee ihren Status als deutsche Medaillenhoffnung unterstrichen. Die Europameisterin wurde beim Weltcup in St. Moritz Vierte und verpasste das Podest um knapp drei Zehntelsekunden. Mit ihrer Anschieberin Annika Drazek musste sich Jamanka nur Elana Meyers Taylor aus den USA sowie Olympiasiegerin Kaillie Humphries (Kanada) und Jamie Greubel Poser (USA) geschlagen geben.

Christin Senkel belegte mit Franziska Bertels den guten siebten Platz. Vor einer Woche hatte Jamanka in Winterberg nach zuvor durchschnittlichen Ergebnissen sensationell den EM-Titel gewonnen, Drazeks Comeback nach langer Verletzungspause spielte dabei eine große Rolle. Die 21-Jährige hatte mit der mittlerweile zurückgetretenen Anja Schneiderheinze im vergangenen Winter die Weltmeisterschaft gewonnen und verhilft nun Jamanka zu hervorragenden Startleistungen.

In St. Moritz schob das Duo am Samstag nun gleich zweimal Streckenrekord auf den ersten Metern, ein noch besseres Ergebnis vergab Jamanka dann allerdings mit einem holprigen zweiten Lauf. Weltcupführende ist Humphries (1044 Punkte) vor Poser (1009), Jamanka (682) belegt den siebten Rang.

+++ Abfahrt auf der Kandahar: 77. Weltcup-Sieg für Vonn +++

Ski-Rennläuferin Lindsey Vonn hat bereits im zweiten Rennen nach ihrem Comeback ihre Ausnahmestellung unter Beweis gestellt. Bei der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen fuhr die Amerikanerin zu ihrem 77. Sieg im Weltcup. Damit fehlen ihr noch neun zur Bestmarke des Schweden Ingemar Stenmark. Zugleich bestätigte Vonn, der ihr 76. Sieg im Februar 2016 ebenfalls auf der Kandahar gelungen war, vor den Augen von Vater Alan Kildow ihre Rolle als Favoritin bei der WM in St. Moritz/Schweiz (6. bis 19. Februar).

Viktoria Rebensburg nährte mit einer herausragenden Leistung Hoffnungen auf eine deutsche WM-Medaille. Sie fuhr als Dritte (+0,48 Sekunden) erst zum vierten Mal in der Königsdisziplin auf das Podium, neben Vonn war lediglich Gesamtweltcupsiegerin Lara Gut (Schweiz/+0,15) schneller. Zuletzt hatte Rebensburg bei einer Abfahrt vor einem Jahr auf dem "Stockerl" gestanden, als Dritte und ebenfalls auf der Kandahar. In St. Moritz hatte sie vor zwei Jahren mit Rang vier ihre bestes Resultat erzielt.

Dabei war Rebensburg mit ihrer Fahrt auf der eisigen Kandahar überhaupt nicht zufrieden. "Es war schwierig. Man hat da nicht das Gefühl, alle Schwünge auf Zug durchzufahren. Aber scheinbar war es ja schon ganz schnell", sagte sie. Überrascht war sie auch von Vonn. "Stark. Das hätte ich so nicht gedacht, weil sie im Training schon Probleme gehabt hat. Das ist schon beeindruckend, weil sie vom Gefühl her noch nicht am Limit fährt."

+++ Skispringen: Althaus in Zao Fünfte bei Ito-Sieg +++

Skispringerin Katharina Althaus hat ihre zweite Podestplatzierung im Weltcup knapp verpasst. Die 20-Jährige aus Oberstdorf sprang am Samstag im japanischen Zao auf Rang fünf. Zweitbeste Deutsche war Olympiasiegerin Carina Vogt auf Platz sieben. Den Sieg sicherte sich vor heimischem Publikum wie schon am Vortag die Japanerin Yuki Ito.

Althaus hatte nach Sprüngen auf 92,0 und 96,0 m mit 213,3 Punkten 7,8 Zähler Rückstand auf die Drittplatzierte Norwegerin Maren Lundby. Ito setzte sich bei ihrem dritten Weltcup-Sieg nach Sprüngen auf 100,0 und 94,5 m mit 226,2 Punkten knapp vor Japans Topstar Sara Takanashi durch, die weiter auf ihren 50. Weltcup-Sieg warten muss.

Drittbeste Deutsche war Svenja Würth auf Platz 13.

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