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SKI-FREESTYLE-ESP-WORLD
Im Finale musste Heid Zacher (r.) sich mit dem letzten Platz zufrieden geben. Zu wenig für eine Medaille © Getty Images

Heidi Zacher verpasst eine WM-Medaille nur knapp. Eric Frenzel siegt umstritten in Schonach. Francesco Friedrich holt den Gesamtweltcup. Wintersport kompakt.

SPORT1 fasst die Wintersport-Ereignisse des Tages zusammen: 

+++ Vlhova triumphiert in Aspen +++

Petra Vlhova hat beim Weltcup-Finale in Aspen ihren zweiten Karrieresieg gefeiert. Die Slowakin behielt nach Laufbestzeit im ersten Durchgang die Nerven und wehrte den Angriff von Mikaela Shiffrin ab.

Die Slalom-Weltmeisterin arbeitete sich noch vom dritten auf den zweiten Rang vor. Das Podest komplettierte die Schwedin Frida Hansdotter.

Weil Abfahrtsweltmeisterin Ilka Stuhec (Slowenien), Shiffrins letzte verbliebene Rivalin im Kampf um den Gesamtweltcup, auf das Rennen verzichtet hatte, war der 22-Jährigen die große Kristallkugel bereits am Freitagabend sicher.

"Ich habe das noch nicht realisiert", sagte sie vor dem ersten Slalom-Lauf im ORF. Die Slalom-Kugel hatte Shiffrin ebenfalls bereits zuvor klar gemacht.

Die DSV-Athletinnen überzeugten im letzten Saisonrennen. Marina Wallner schaffte es als Zehnte in die Top 10, Christina Geiger verpasste diese knapp als 11. Lena Dürr kam auf den 15. Platz.

+++ DSV-Adler fliegen am Podest vorbei +++

Die DSV-Herren haben beim Skifliegen in Vikersund das Podest klar verpasst, mussten sich im Teamwettbewerb mit Rang fünf begnügen. Die Skiflug-Nation holte sich am "Monsterbakken" den Weltcup-Sieg.

Überragt wurde der Wettbewreb von neuen Rekordflut. Zunächst erreichte Piotr Zyla einen polnischen Rekord, dann erzielte Robert Johansson die neue Weltrekordweite von 252 m, ehe Andreas Wellinger den deutschen Rekord von 245 Metern egalisierte.

Stefan Kraft krönte den ersten Durchgang, überflügelte Johansson mit seinen knapp gestandenen 253,5 m. Auch im zweiten Durchgang war Kraft etwas stärker als Wellinger und konnte dadurch in der Gesamtwertung der Raw-Air-Tour ordentlich Boden gut machen, liegt vor dem Einzelwettkampf in Vikersund am Sonntag nur noch sechs Punkte hinter dem Deutschen.

Markus Eisenbichler erlebte einen gebrauchten Abend und fiel in der Gesamtwertung vom dritten auf den sechsten Gesamtrang zurück.

+++ Neureuther verpasst ersten Saisonsieg knapp +++

Felix Neureuther hat beim Riesenslalom in Aspen seinen ersten Saisonsieg knapp verpasst. Nach Laufbestzeit im ersten Durchgang musste er sich nur Überflieger Marcel Hirscher geschlagen geben. Das Podium komplettierte Mathieu Faivre. Stefan Luitz musste sich mit gut einem Zehtnel Rückstand auf Rang drei mit dem Blechrang begnügen.

"Von uns aus könnte jetzt die Saison beginnen", scherzte Neureuther in der ARD: "Zweiter Platz, das ist echt top. Dass Marcel schwer zu schlagen sein würde, war von vornherein klar." Luitz meinte: "Ich bin absolut zufrieden, das Podium habe ich im ersten Durchgang schon verschenkt."

+++ Rekordflut in Vikersund +++

Beim Skifliegen in Vikersund purzeln die Rekorde. Im Team-Wettbewerb erreichte zunächst Piotr Zyla einen polnischen Rekord, dann erzielte Robert Johansson die neue Weltrekordweite von 252 m, ehe Andreas Wellinger den deutschen Rekord von 245 Metern egalisierte.

Stefan Kraft krönte den ersten Durchgang, überflügelte Johansson mit seinen knapp gestandenen 253,5 m.

+++ Kühnel scheitert in Sierra Nevada +++

Die deutschen Ski-Freestyler werden bei der WM im spanischen Sierra Nevada aller Voraussicht nach wie zuletzt bei den Titelkämpfen 2013 leer ausgehen.

Mit Kea Kühnel im Slopestyle ist am Samstag auch die letzte deutsche Athletin vorzeitig gescheitert. Die 26-Jährige aus Bremerhaven schied in der Qualifikation als Vorletzte sang- und klanglos aus. Damit ist aus deutscher Sicht nur noch Florian Preuß (Sprockhövel) dabei. Der 24-Jährige erreichte im Slopestyle zwar das Halbfinale, hat aber keine realistischen Medaillenchancen.

Slopestyle-Titelverteidigerin Lisa Zimmermann (Nürnberg) hatte wegen einer schweren Knieverletzung nicht an den Titelkämpfen teilnehmen können. Neben dem Slopestyle-Wettbewerb am Sonntag steht in der Sierra Nevada am Samstagabend noch der Kampf um die Medaillen in der Halfpipe an. Sabrina Cakmakli (Partenkirchen), 2015 noch gute WM-Fünfte, hatte das Finale ebenfalls als Vorletzte der Quali deutlich verpasst.

Beste Platzierung des Deutschen Skiverbandes (DSV) bei der WM bleibt damit der vierte Rang von Skicrosserin Heidi Zacher (Lenggries). 

+++ Fessel überzeugt bei Björgens Sieg +++

Skilangläuferin Nicole Fessel hat am Ende einer insgesamt enttäuschenden Saison noch einmal ein Erfolgserlebnis verbucht.

Die 33-Jährige belegte beim Weltcup-Finale in Quebec im Klassik-Massenstart über 10 km einen starken fünften Platz und egalisierte damit ihr bestes Saisonergebnis. Norwegens Ski-Königin Marit Björgen sicherte sich drei Tage vor ihrem 37. Geburtstag ihren 108. Karrieresieg vor der frischgebackenen Gesamtweltcup-Siegerin Heidi Weng (ebenfalls Norwegen).

Fessel, die vor allem bei der WM in Lahti hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, lag im Ziel des vorletzten Saisonrennens 18,6 Sekunden hinter Björgen, die im Kampf um die große Kristallkugel keine Rolle gespielt hatte. Die 18-malige Weltmeisterin hatte im Comeback-Jahr nach ihrer Babypause diverse Rennen ausgelassen, darunter die komplette Tour de Ski.

Weng, die am Freitag mit Platz sechs im Sprint letzte Zweifel am Sieg im Gesamtweltcup beseitigt hatte, musste sich um 0,6 Sekunden geschlagen geben. Dritte wurde die Finnin Krista Parmakoski (+2,0).

Hinter Fessel überzeugten auch die weiteren Deutschen: Youngster Katharina Hennig kam auf Platz 18, Stefanie Böhler wurde 19., Sandra Ringwald (25.) und Viktoria Carl (28.) holten noch Weltcup-Punkte. 

Bei den Männern gewann der Norweger Johannes Hösflot Kläbo über 15 Kilometer knapp vor seinem Teamkollegen Niklas Dyrhaug und dem Russen Alexander Bessmertnysch. Einziger Deutscher in den Punkten war Thomas Bing (Dermbach) auf dem 27. Rang.

Weng, die am Freitag mit Platz sechs im Sprint letzte Zweifel am Sieg im Gesamtweltcup beseitigt hatte, musste sich um 0,6 Sekunden geschlagen geben. Dritte wurde die Finnin Krista Parmakoski (+2,0). Hinter Fessel überzeugten auch die weiteren Deutschen: Youngster Katharina Hennig (Oberwiesenthal) kam auf Platz 18, Stefanie Böhler (Ibach) wurde 19., Sandra Ringwald (Schonach/25.) und Viktoria Carl (Zella-Mehlis/28.) holten noch Weltcup-Punkte. 

+++ Heidi Zacher fehlen Zehntel zur WM-Medaille +++

Heidi Zacher hat die erste deutsche Medaille im Skicross seit zehn Jahren denkbar knapp verpasst. Die Lenggrieserin belegte im Finallauf bei den WM-Titelkämpfen im spanischen Sierra Nevada einen Tag nach ihrem 29. Geburtstag Platz vier.

"Wenn man im Finale steht, möchte man schon eine von den drei Medaillen mitnehmen, aber unter dem Aspekt, dass ich ein bisschen kränkle, bin ich mit dem vierten Platz zufrieden. Das ist trotzdem ein Top-Resultat", sagte Zacher in der ARD mit belegter Stimme.

Sportdirektor Heli Herdt meinte: "Wir haben sehr mitgefiebert, dass Heidi das schafft, wir haben es uns so gewünscht. Holz ist halt Holz, das ist in unserem Sport der bitterste Platz. Aber vor zwei Jahren war sie Fünfte. Fünf, vier - nächstes Jahr dann in Südkorea..."

Gold ging an die Schwedin Sandra Näslund, die sich vor den früheren Weltmeisterinnen Fanny Smith (Schweiz) und Ophélie David (Frankreich) durchsetzte. Letzte und bislang einzige deutsche Medaillengewinnerin in dieser spektakulären Disziplin war Alexandra Grauvogl 2007.

Dem Deutschen Skiverband (DSV), der in der Freestyle-Sparte nicht durchweg zur Weltspitze gehört, droht damit die erste WM ohne Medaille seit 2013. 2015 hatte die aktuell verletzte Lisa Zimmermann (Nürnberg) Gold im Slopestyle gewonnen.

Zacher, vor zwei Jahren WM-Fünfte, hatte sich zuvor als Laufbeste im Viertelfinale klar durchgesetzt. Im Halbfinale reichte ihr Platz zwei vor Olympiasiegerin Marielle Thompson (Kanada) zum Finaleinzug. Dort durfte die dreimalige Saisonsiegerin im Weltcup auf Edelmetall hoffen, ging dann aber als einzige Athletin leer aus. Titelverteidigerin Andrea Limbacher fehlte verletzt.

+++ Biathlon: Schipulin holt sich prestigeträchtigen Erfolg +++

Anton Schipulin hat den Verfolgungswettkampf am Holmenkollen in Oslo gewonnen. Der Russe setzte sich vor Gesamtweltcupsieger Martin Fourcade und dem Norweger Johannes-Thingnes Boe durch, die beim letzten Schießen je einmal patzten. Schipulins Erfolg geriet durch Fourcades Laufstärke auf der Schlussrunde aber nochmal in Gefahr.

Den deutschen Skijägern geht beim Saisonfinale die Puste aus. Bester DSV-Athlet war noch Simon Schempp auf Platz 11. Zweitbester Deutscher im vorletzten Rennen des Winters wurde Sprint-Weltmeister Benedikt Doll, der auf Platz 18 landete. Erik Lesser kämpfte sich von Rang 48 auf 28 nach vorne und Arnd Peiffer musste sich an seinem 30. Geburtstag als 26. zufrieden geben.

Schempp kann zum Abschluss am Sonntag erstmals in seiner Karriere eine Weltcup-Disziplinwertung für sich entscheiden und eine kleine Kristallkugel gewinnen. Nach seinem WM-Titel in Hochfilzen führt der Schwabe vor dem abschließenden Massenstart mit 22 Punkten vor Fourcade.

+++ Nordische Kombination: Frenzel dicht vor Gesamtweltcupsieg +++

Drama pur im vorletzten Saisonrennen der Nordischen Kombinierer. Auf der Zielgeraden beim Weltcup in Schonach entschied sich der Rennausgang und womöglich auch der Gesamtweltcup dieser Saison.

Gleichauf in Führung liegend bogen der Gesamtweltcupführende Eric Frenzel und sein direkter Verfolger Johannes Rydzek auf die Zielgeraden ein, dann fuhr Rydzek seinem Kontrahenten auf die Skier und fiel hin. Frenzel holte sich den seinen neuten Saisonsieg, Rydzek blieb nur Rang drei hinter dem Österreicher Mario Seidl.

Frenzel geht mit 54 Punkten Vorsprung auf den sechsmaligen Weltmeister in das letzten Saisonrennen in Schonach am Sonntag. Selbst bei einem Sieg Rydzeks, der 100 Punkte einbringen würde, reicht dem 28 Jahre alten Frenzel ein vierter Platz, um als erster Kombinierer zum fünften Mal die Kristallkugel zu holen.

"Ritschi war ganz nah dran und wollte den Windschatten nutzen, ist dann aber bei Eric hängen geblieben", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch nach dem Zielsprint in der ARD: "Das war ein Rennunfall und kein Foul von Eric. Das tut Ritschi weh, vor allem weil er einen Platz und dadurch viele Punkte verloren hat."

+++ Schlechter WM-Start für deutsche Curling-Frauen +++

Die deutschen Curling-Damen sind bei der Weltmeisterschaft in Peking mit zwei Niederlagen in die Mission "Olympia 2018" gestartet. Nach einem 5:7 gegen Titelverteidiger Schweiz verlor das Team um Skip Daniela Jentsch auch das zweite Vorrundenspiel am Samstag gegen Rekordweltmeister Kanada mit 2:6.

Ziel der deutschen Mannschaft bei der WM ist das Ticket für die Winterspiele im nächsten Jahr in Pyeongchang, dafür ist voraussichtlich ein Platz unter den ersten Fünf nötig. Sollte es dem Team nicht gelingen, sich direkt für Olympia zu qualifizieren, gäbe es beim Olympic-Qualifier-Wettkampf im Dezember eine weitere Chance.

+++ Biathlon: Dahlmeier gewinnt kleine Kugel  +++

Fünffach-Weltmeisterin Laura Dahlmeier hat sich beim Saisonfinale in Oslo nach einer Aufholjagd auch die kleine Kristallkugel in der Verfolgung gesichert.

Die 23-Jährige belegte im Jagdrennen am legendären Holmenkollen über 10 km den neunten Platz und verteidigte ihren komfortablen Vorsprung vor der Finnin Kaisa Mäkäräinen. Gesamtweltcupsiegerin Dahlmeier hatte zuvor bereits die Disziplinwertung im Einzel gewonnen.

Den Tagessieg holte sich wie bereits am Freitag die Finnin Mari Laukkanen, die eine souveräne Vorstellung zeigte und sich nur einen Fehler am Schießstand leistete.

Zweite wurde Gabriela Koukalova (Tschechien/0) vor Justine Braisaz (Frankreich/4). Dahlmeier hatte im Ziel nach zwei Schießfehlern 1:53,8 Minuten Rückstand auf Laukkanen.

+++ Snowboard: Baumeister siegt in Winterberg  +++

Stefan Baumeister hat den deutschen Raceboardern beim Weltcup-Finale im heimischen Winterberg überraschend den ersten Saisonsieg beschert.

Der 23-Jährige gewann am Samstag den Parallel-Slalom, im Finale setzte er sich gegen den Italiener Aaron March durch. Dritter wurde Alexander Payer aus Österreich.

Im Februar hatte Baumeister mit einem dritten Platz in Bulgarien schon für das zuvor beste Saison-Ergebnis der deutschen Männer gesorgt. 

Bei den Frauen scheiterte Carolin Langenhorst als beste Deutsche im Viertelfinale an der späteren Siegerin Sabine Schöffmann aus Österreich.

+++ Bob: Friedrich gewinnt erstmals Gesamtweltcup +++

Der viermalige Weltmeister Francesco Friedrich hat seine Ausnahmestellung im Zweierbob auch auf der Olympiabahn unterstrichen und erstmals den Gesamtweltcup gewonnen.

Der 26-Jährige setzte sich beim Saisonfinale im südkoreanischen Pyeongchang souverän durch und feierte damit seinen fünften Weltcupsieg des vorolympischen Winters.

Nach zwei Läufen am Samstag siegte Friedrich mit Anschieber Thorsten Margis vor dem Letten Oskars Kibermanis, der drei Zehntelsekunden zurücklag. Der WM-Dritte Johannes Lochner landete mit Joshua Bluhm auf dem dritten Rang. Nico Walther kam mit Kevin Korona nicht über den elften Platz hinaus.

Der Südkoreaner Won Yun-jong wurde nach einem schwachen zweiten Lauf nur Fünfter. 

+++ Bob: Jamanka verpasst Podest knapp +++

Bob-Europameisterin Mariama Jamanka hat beim Weltcupfinale auf der künftigen Olympiabahn in Pyeongchang das Podest knapp verpasst.

Die 26-Jährige belegte am Samstag in Südkorea mit Anschieberin Annika Drazek den vierten Platz, nur sieben Hundertstelsekunden fehlten Jamanka auf das Treppchen.

US-Starterin Jamie Greubel Poser gewann das letzte Rennen des vorolympischen Winters und feierte damit erstmals den Sieg im Gesamtweltcup.

Weltmeisterin Elana Meyers Taylor (USA) wurde Zweite, die Kanadierin Alysia Rissling holte überraschend den dritten Platz.

+++ Shorttrack: Eltern erkämpften Startrecht +++

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) muss nach einer Entscheidung des deutschen Sportschiedsgerichtes (DIS) ihre Shorttrack-Junioren zum Europacup-Finale im belgischen Hasselt (24. bis 26. März) melden.

In einem Eilantrag hatten sich einige Eltern unter der Leitung des Rostocker Rechtsanwalts Volker Jordan an das Gericht gewandt und ein Startrecht für ihre Kinder eingeklagt. Die DESG hat die Gerichtsentscheidung akzeptiert und inzwischen alle fünf qualifizierten Junioren für das Finale gemeldet.

"In dem Eilverfahren hat das Gericht zu Gunsten der Sportler entschieden. Wir haben mit dem DIS Stillschweigen vereinbart. Für die neue Saison müssen wir unsere Pläne deutlich machen", sagte DESG-Vizepräsident Uwe Rietzke dem SID.

Zuvor hatte sich die DESG geweigert, die für das Finale qualifizierten Jugendlichen zu melden. Ihre Begründung lautete, dass die Nachwuchssportler im Herbst nicht an einem Athletiktest teilgenommen hätten.

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