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Evi Sachenbacher-Stehle holte im Langlauf zwei olympische Gold- und drei Silbermedaillen - im Biathlon verpasste sie 2014 Bronze knapp

Die Sperre wegen Dopings gegen Evi Sachenbacher-Stehle verkürzt worden und damit bereits abgelaufen. Ihr Comeback ist aber fraglich.

Lausanne - Die Strahlefrau des deutschen Wintersports darf wieder lächeln: Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle hat vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS triumphiert und eine drastische Verkürzung ihrer Dopingsperre erwirkt.

Am Freitag teilte der CAS mit, dass die zunächst verhängte zweijährige Zwangspause auf sechs Monate reduziert wurde - Sachenbacher-Stehle ist damit ab sofort wieder für sämtliche Wettkämpfe startberechtigt.

"Minimales Fehlverhalten"

In seiner noch nicht ausführlichen Begründung schrieb der CAS von einem "minimalen Fehlverhalten der Athletin" und bestätigte damit Sachenbacher-Stehles Darstellung, wonach der positive Test vom 17. Februar dieses Jahres bei den Olympischen Spielen auf der Einnahme eines verunreinigten Nahrungsergänzungsmittels basierte.

In Sotschi war der zweimaligen Langlauf-Olympiasiegerin deshalb das verbotene Stimulans Methylhexanamin nachgewiesen worden. In erster Instanz hatte daraufhin der Biathlon-Weltverband IBU die zweijährige Zwangspause verhängt, das unrühmliche Karriereende drohte - aber Sachenbacher-Stehle glaubte an ihre Unschuld.

Erleichterung bei Sachenbacher-Stehle

Auch dank ihres Anwalts Marc Heinkelein erreichte sie das beschleunigte Revisionsverfahren vor dem CAS.

"Es war für mich schon erfolgreich, noch einmal die Möglichkeit zu haben, alles darzulegen", sagte Sachenbacher-Stehle nach der knapp sechsstündigen Anhörung am Dienstag.

Sie wolle nämlich unbedingt verhindern, "in diese Extrem-Doping-Schiene gedrückt zu werden".

Kampf um Reputation oder Medaillen?

Nun also hat der CAS der 33-Jährigen zumindest die rechtliche Möglichkeit gegeben, noch einmal zurückzukehren. Ob sie diese Chance aber tatsächlich nutzen wird, ist fraglich. Gemutmaßt wurde, dass Sachenbacher-Stehle schlicht ihre Reputation aufpolieren wollte.

"So möchte ich eigentlich nicht abtreten, als Dopingsünderin, als jemand, der aus seinem Job gejagt wird", sagte die ehemalige Langlauf-Weltmeisterin, die vor zwei Jahren vom Langlauf zum Biathlon gewechselt war.

Hönig hält die Türe auf

Der Weg zurück ins Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) ist jedenfalls frei.

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"Ich rechne ehrlich gesagt mit einer Verkürzung der Strafe. Die Tür wäre für die Evi dann natürlich auch weiterhin offen", sagte Hönig: "Dies ist aber natürlich auch an gewisse Leistungsvorgaben und Qualifikationskriterien gebunden. Ob sie das nochmal alles will, weiß ich derzeit nicht."

Die Zeit drängt

Sachenbacher-Stehle habe bereits im April mit dem Ende ihrer Laufbahn geliebäugelt, sagte Hönig. Sie habe damals gesagt, "dass sie die Kraft nicht mehr aufbringen wolle, um ihre Karriere nochmals zu starten. Sie sagte, sie wolle sich lieber dem Studium widmen".

Nun könnte das Pauken noch einmal verschoben werden, auch wenn die Zeit für Sachenbacher-Stehle drängt: Bereits Ende November startet die Weltcup-Saison mit dem Wettkampf in Schwede

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