vergrößernverkleinern
3. März: Gleich beim Auftakt der Biathlon-WM im finnischen Kontiolahti winkt Deutschland mit Hoffnung Miriam Gössner eine Medaille in der Mixed-Staffel. Bis zum 15. März werden zehn weitere Titel vergeben
Miriam Gössner gewann in ihrer Karriere bisher drei Weltcups © imago

Hochfilzen - Miriam Gössner glaubt fest daran, in dieser Saison zu alter Stärke zu finden. In Hochfilzen will sie den nächsten Schritt machen.

Im Training übernahm Miriam Gössner direkt die Führungsrolle.

Als die deutschen Biathletinnen am Donnerstag im wolkenverhangenen Hochfilzen auf die Strecke gingen, lief die 24-Jährige bei leichtem Schneefall energisch vorneweg, gab in der Loipe den Takt vor.

Im Weltcup ist der zweimaligen Staffel-Weltmeisterin das im WM-Winter bislang noch nicht gelungen, bei Gössners Comeback ist weiterhin viel Geduld gefragt.

Gössner will sich keinen Druck machen

Druck will sie sich aber nicht machen. "Es ist ja ein Kompliment, dass die Leute viel von einem erwarten. Das zeigt, dass sie mir noch sehr viel zutrauen", sagte Gössner am Donnerstag in Österreich.

Dabei strahlten die Augen der blonden Bayerin, von Ernüchterung ist bei ihr nach der durchwachsenen Rückkehr in der Vorwoche in Östersund keine Spur.

"Ich glaube, dass ich wieder das erreichen kann, was ich schon geschafft habe. Es wird immer besser", sagte Gössner.

Dreimal Top 50 verpasst

Mehr als sieben Monate hatte sie nach der schweren Rückenverletzung in Folge eines Fahrradunfalls pausieren müssen. In Schweden gab es nun zum Auftakt die Plätze 68 (Einzel), 58 (Sprint) und 51 (Verfolgung) - eigentlich viel zu wenig für ihre hohen Ansprüche.

Vor allem am Schießstand ist der Abstand zur Weltspitze enorm, psychisch belastet das die dreimalige Weltcupsiegerin allerdings kein bisschen. "Es ist nicht so, dass ich Probleme mit dem Kopf habe", sagt Gössner, "sondern ich habe wirklich Lust zu laufen und ich will mich immer weiter verbessern."

Mit ihren Laufzeiten ist sie schon in Kontakt zur Spitze, doch am Schießstand machen altbekannte Probleme Sorgen. In der Verfolgung in Schweden traf sie nur 12 von 20 Schüssen und musste gleich achtmal in die Strafrunde.

"Will gerne alle Rennen laufen"

"Es sind verschiedene Kleinigkeiten, nicht ein großes Problem", sagte Gössner. Ihre Aufgabe sei es nun, sich "Schritt für Schritt zu verbessern. Auch wenn es jeden Tag nur ein ganz kleiner Schritt ist".

Ein Grund zum Aufgeben ist das aber noch lange nicht. "Ich will in dieser Saison gerne alle Rennen laufen, das ist schon mein Ziel", sagte Gössner.

Starts im zweitklassigen IBU-Cup seien momentan nicht auf ihrer Agenda, auch wenn der Druck dort vielleicht geringer wäre und sich das Medieninteresse nicht so auf sie fokussieren würde.

Laufleistungen geben Hoffnung

Bei der WM im finnischen Kontiolahti (5. bis 15. März) soll sie wieder "annähernd die alte Miriam Gössner sein", sagte Bundestrainer Gerald Hönig.

Planbar sei das zwar nicht, doch gerade die Laufleistungen geben Grund zur Hoffnung.

"Sie geht sehr realistisch mit den Ergebnissen um", sagte Hönig: "Was ihr noch nicht gelingt, ist, dass das Gesamtpaket passt. Das ist aber auch normal und sie wird das über die Wettkämpfe wieder finden."

Staffel wohl ohne Gössner

In Hochfilzen wird sich Gössner wohl auf den Sprint zum Auftakt am Freitag (ab 11.30 Uhr im LIVE-TICKER) und die Verfolgung am Sonntag konzentrieren können.

Ein Einsatz in der deutschen Staffel scheint noch zu früh zu kommen.

"Bei Miri würde ich momentan eher bevorzugen, dass sie den Fokus auf sich richtet und nicht gleich in die Verantwortung für eine Staffel kommt", sagte Hönig.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel