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IBU Biathlon World Cup Ruhpolding-Staffel Frauen-Deutschland
Die deutschen Biathlon-Frauen liefen in der Staffel zum zweiten Mal in dieser Saison aufs Podest © Getty

Die Teamkolleginnen springen bei der Staffel von Ruhpolding für Startläuferin Franziska Preuß in die Bresche. Die fordert bei SPORT1 dennoch eine andere Position.

Bei der Flower Ceremony im Zielraum von Ruhpolding konnte dann auch Franziska Preuß wieder lächeln.

Ihre Teamkolleginnen hatten sich aber auch äußerst bemüht, um den Unglücksraben in der deutschen Staffel wieder aufzubauen.

Mit Taten und mit Worten.

"Das war trotzdem gut. Du hast beinahe zehn Mal null geschossen", tröstete Vanessa Hinz Preuß kurz nach dem Rennen.

Absturz auf Rang 13

In der Tat lief bis zum zehnten Schuss alles wie am Schnürchen bei Preuß  - doch dannn ging nichts mehr.

"Ich habe nicht mehr geschafft, mich zu fokussieren. Ich war dann auch nicht mehr so überzeugt, dass ich noch treffe", schilderte die 20-Jährige die für sie so schlimmen Minuten beim Stehendschießen.

Und so kam, was kommen musste: Preuß musste in die Strafrunde und fiel zurück auf Rang 13.

"Das war echt scheiße", brachte sie ihre Gefühlslage in diesem Moment auf den Punkt.

Erinnerungen an Olympia

Die deutschen Fans hatten in diesem Augenblick ähnliche Gedanken und dürften sich an die  Olympischen Spiele in Sotschi erinnert  haben, als Preuß ebenfalls als Startläuferin erst stürzte und dann am Schießstand viel Zeit verlor.

Das Rennen war damals für das deutsche Team gelaufen, die DSV-Staffel landete am Ende auf Rang elf.

Doch wie schon beim Sieg in Hochfilzen wurde deutlich, dass sich seit Sotschi einiges bei den deutschen Damen verändert hat. Es hat sich ein verschworener Haufen gebildet.

Teamkolleginnen holen auf

Und so taten die Teamkolleginnen in der Loipe und am Schießstand alles dafür, um Preuß‘ Strafrunde wieder wettzumachen.

IBU Biathlon World Cup Ruhpolding-Staffel Damen-Franziska Hildebrand
Franziska Hildebrand brachte das deutsche Quartett zwischenzeitlich von Rang acht vor auf Platz zwei © Getty

Franziska Hildebrand, die von Preuß übernahm startete voller Überzeugung ins Rennen, wie sie hinterher erzählte: "Ich hatte trotz der Strafrunde die Hoffnung, dass wir es noch auf das Podest schaffen." Mit einer auch in der Loipe guten Vorstellung hievte sie das deutsche Team auf Rang zwei, Vanessa Hinz und Laura Dahlmeier präsentierten sich dann am Schießstand bärenstark und verteidigten diesen Platz.

Nur die weißrussische Überläuferin Darya Domratschewa erwies sich für Dahlmeier am Ende als zu stark. Die Partenkirchenerin hatte sich in den letzten Wochen gerade erst von einer Sprunggelenksverletzung erholt.

So kam sie letztlich als Dritte hinter den überlegenen Tschechinnen und den Weißrussinnen ins Ziel.

Unerwartete Medaillenhoffnung

Für Bundestrainer Gerald Hönig nach dem enttäuschenden zehnten Platz in Oberhof ein äußerst befriedigendes Ergebnis.

Gerald Hönig ist Trainer der deutschen Frauen
Gerald Hönig sah bei der Damen-Staffel eine Strafrunde für Franziska Preuß © Getty

"Letztendlich stehen wir das zweite Mal in dieser Saison auf dem Podest und damit sind wir sehr zufrieden".

Diese Bilanz hätten nämlich nur die Wenigsten dem deutschen Team zu Saisonbeginn zugetraut.

Andrea Henkel zurückgetreten, Laura Dahlmeier verletzt, Miriam Gössner weiterhin mit Problemen am Schießstand: die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Winter schienen alles andere als gut.

Doch nun ist es es nicht einmal mehr unrealistisch, dass das deutsche Quartett auch bei den Weltmeisterschaften im finnischen Kontiolahti auf dem Podest steht.

Preuß wünscht sich andere Position

Bei den Titelkämpfen könnte sich für die Trainer allerdings ein Aufstellungsproblem ergeben.

Nach ihrem neuerlich unglücklichen Auftritt als Startläuferin stellte  Preuß bei SPORT1 nämlich klar, dass sie sich künftig eine andere Position wünsche.

"Ich habe gestern schon zu den Trainern gesagt, dass ich nicht mehr Startläuferin machen will. Das ist immer so ein Stress. Kurz nach dem Anschießen muss man dann auch schon an den Start. Als Schlussläuferin hat man vorher noch ein paar ruhige Momente für sich", erklärte sie.

Tschechinnen neue Nummer eins

Die Position des Topfavoriten bei der WM ist dagegen erst einmal geklärt.

Mit ihrem zweiten Sieg hintereinander bewiesen die Tschechinnen ihre derzeitige Vormachtstellung.

Im Sog von Gabriela Soukalova steigern sich auch die Kolleginnen immer mehr und stecken sich gegenseitig mit ihrer guten Laune an.

Nach ihrem Sieg sah und hörte man die vier nur noch lachen. Immer wieder fielen sie sich einander in die Arme.

"Es ist eine Mischung aus allem, die gute Stimmung im Team, das Team hinter dem Team aber auch unsere starken Fans", erklärte Startläuferin Eva Puskarcikova bei SPORT1 das tschechische Erfolgsgeheimnis.

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