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Arnd Peiffer (links) und Simon Schempp stehen bei ihrem WM-Auftakt unter Druck © Getty Images

München und Kontiolahti - Nach dem verkorksten Auftakt bei der Biathlon-WM mit Platz sechs für die Mixedstaffel müssen Simon Schempp und Arnd Peiffer nun im Sprint eine Medaille liefern.

Simon Schempp und Arnd Peiffer geben sich ersichtlich Mühe, die Erwartungshaltung so wenig wie möglich an sich heranzulassen.

"Es ist ja auch eine Anerkennung unserer Leistungen, wenn Medaillen erwartet werden und man im Mittelpunkt steht. Für mich ist das kein Druck", sagte Schempp vor dem Sprint bei der Biathlon-WM in Kontiolahti (Ab 13 Uhr im LIVETICKER).

Am Samstag (13.00 Uhr) ist zumindest eine Medaille für Deutschland Pflicht,  nachdem es ohne die Überflieger mit der Mixedstaffel zunächst nur zu Rang sechs gereicht hatte.

"Ich hoffe, dass einer durchkommt"

Schempp mit drei und Peiffer mit einem Saisonsieg sind in starker Form. "Ich hoffe, dass einer von uns durchkommt. Wir werden alles dafür tun", sagte Peiffer.

Der Niedersachse holte 2011 in seiner Paradedisziplin den bislang letzten WM-Titel für die Männer, ein Jahr später gewann Magdalena Neuner letztmalig Sprintgold für die Frauen.

Darauf hat Neuners ehemalige Trainingspartnerin Laura Dahlmeier ein Auge geworfen. Nach dem ersten Weltcupsieg ihrer Karriere und drei weiteren Podestplätzen stimmt auch bei der21-Jährigen aus Partenkirchen die Form.

Frisch gehen alle drei Überflieger in die WM, denn zum Auftakt schaute das Trio bei der Mixedstaffel nur zu. Unverständlicherweise in den Augen vieler, hat doch Verzicht auf die Besten den Druck auf die Starter am Samstag nach oben geschraubt.

Vorteil durch Ruhepause?

Die Verantwortlichen verteidigen ihre taktische Maßnahme. "Es kann hinten raus auch ein Vorteil sein, wenn man sich das eine oder andere Rennen spart", sagte Herren-Bundestrainer Mark Kirchner.

Tatsächlich war der Wettkampf auch kräfteraubend. Der aufgeweichte Schnee war tief, das Laufen fiel äußerst schwer.

Und während sich andere Goldkandidaten wie Martin Fourcade, Kaisa Mäkäräinen oder Darja Domratschewa durch das sumpfige Geläuf pflügten, sahen die deutschen Asse zu.

Beim überlegenen Sieg Tschechiens betrug derweil der Rückstand von Luise Kummer, Franziska Preuß, Daniel Böhm und Benedikt Doll mehr als eine Minute auf Bronze.

Schempp hofft auf den großen Durchbruch

In den Sprints, und möglichst auch in der Verfolgung am Sonntag (ab 13.15 Uhr im LIVETICKER), soll das nicht passieren. "Wir wollen weit nach vorne, sind sehr gut vorbereitet", sagte Schempp.

Der Gesamtweltcup-Zweite aus Uhingen peilt nach acht Podestplätzen in diesem Winter seine erste große Einzelmedaille an.

"Es interessiert keinen, was am Vortag oder vor zwei Wochen war. Man muss sich jedes Rennen neu erarbeiten", sagte der 26-Jährige, der durch seine Erfolge "eher positiven als negativen Druck" empfindet und sich "schon sehr auf den Start freut".

Nach den beiden verkorksten Großereignissen - sowohl bei der WM 2013 als auch bei Olympia 2014 gab es nur jeweils zwei Medaillen – müssen die Biathleten nun liefern.

Vier Medaillen sind das Ziel

Viermal Edelmetall sollten sie aus Finnland mitbringen, um die Ziele des Deutschen Skiverbandes (DSV) zu erfüllen.

"Wir müssen ein gutes Rennen machen und nicht unterwegs schon an Medaillen denken", sagte der 27 Jahre alte Peiffer.

Ein bisschen positive Anspannung sei dabei aber gar nicht schlimm: "Wenn ich nachts vor Aufregung nicht schlafen kann, mache ich am nächsten Tag meistens meine besten Rennen."

Service: Der Zeitplan der Biathlon-WM

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