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BIATHLON-WORLD-MEN Martin Fourcade
Martin Fourcade richtete beim Zieleinlauf Blick und Finger gen Himmel © Getty Images

Kontiolahti - Bei der Biathlon-WM in Kontiolahti verpassen die deutschen Männer im Einzel die Medaillenränge. Während Erik Lesser hadert, ist Simon Schempp dennoch zufrieden. Martin Fourcade siegt mit einer großen Geste.

Simon Schempp glänzte in der Loipe, Erik Lesser überzeugte am Schießstand - belohnt wurden aber beide nicht: Die deutschen Goldhoffnungen haben im Einzel der Biathlon-WM im finnischen Kontiolahti die Medaillenränge letztlich klar verpasst.

Während Schempp über 20 km trotz einer überragenden Laufleistung nur den achten Platz belegte, musste sich der läuferisch nicht ganz so starke Verfolgungs-Weltmeister Lesser mir Rang 18 begnügen.

Schempp "wirklich sehr zufrieden"

"Es war ein ganz wichtiges Rennen für mich. Ich bin mit wenig Selbstbewusstsein in das Rennen gegangen", sagte Schempp in der ARD. Der Schwabe hatte nach einem schwachen Sprint die Verfolgung verpasst, mit dem Einzel "bin ich aber wirklich sehr zufrieden. Aber man braucht ein Super-Ergebnis, um ganz vorne anzugreifen."

Seinen ersten Sieg in Finnland feierte der Gesamtweltcup-Führende Martin Fourcade. Der Einzel-Olympiasieger aus Frankreich verteidigte seinen WM-Titel trotz einer Strafminute erfolgreich vor dem Norweger Emil Hegle Svendsen (+20,9 Sekunden zurück). Bronze ging an den Tschechen Ondrej Moravec (+40,5).

Fourcade mit großer Geste

Fourcade widmete seinen Sieg den Opfern des Hubschrauberunglücks, bei dem am 10. März unter anderem die französischen Spitzensportler Camille Muffat (25), Alexis Vastine (28) und Florence Arthaud (57) ums Leben kamen.

Die Franzosen, Norweger und Tschechen werden auch am Samstag (16. 30 Uhr) die ärgsten Rivalen sein, wenn die deutschen Skijäger im Team eine Medaille holen wollen. Über 4x7,5 km gehört die DSV-Staffel zumindest zum erweiterten Favoritenkreis auf Gold, zweimal hatte es in diesem Winter im Weltcup bereits zum zweiten Platz gereicht.

Schempp in der Loipe stark

Schempp, der in der Loipe die drittbeste Zeit ablieferte, kam dabei die unfreiwillige Pause in der Verfolgung zugute. Nach seinem desolaten 77. Platz im Sprint (sieben Schießfehler) verpasste er den Verfolger, bestritt daher erst das zweite WM-Rennen. Nach Fehlern im zweiten und dritten Anschlag bekam er jedoch jeweils eine Strafminute aufgebrummt - zu viel für Edelmetall.

"Die Form passt aber auf alle Fälle. Das war ein guter Schritt nach vorne", sagte Schempp. Mit zuvor drei Saisonsiegen war der Schwabe als einer der heißesten Medaillenkandidaten nach Nordkarelien gereist, die bislang einzige Medaille bescherte den deutschen Männern aber Lesser.

Lesser: "Desolate Laufleistung"

Der 26 Jahre alte Thüringer lieferte auch in seinem Lieblingsrennen am Schießstand eine gute Leistung ab, in der Loipe fehlten ihm aber die notwendigen Körner. "Desolate Laufleistung", sagte Lesser kurz und knapp, "das war nicht das, was ich kann. Ich habe aggressiv begonnen, dann war aber ein stetiger Verfall zu spüren."

Eine gute Leistung zeigte Daniel Böhm (Buntenbock), der auf den elften Platz lief. Für den ehemaligen Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) reichte es vor allem wegen zwei Fehlern beim letzten Schießen nur zu einem 22. Rang.

Frauen am Frietag gefordert

Am Freitag (17.15 Uhr) greift die junge deutsche Frauenmannschaft in der Staffel nach der ersten WM-Medaille seit drei Jahren.

Mit Startläuferin Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz, Franziska Preuß sowie Verfolgungs-Vizeweltmeisterin Laura Dahlmeier als Schlussläuferin geht das Quartett optimistisch in das Rennen. "Unser Ziel ist schon klar eine Medaille. Es wäre unrealistisch, wenn wir sagen, dass wir nur unter die Top 6 wollen", sagte Hinz. 

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