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Biathlon-WM-Verfolgung der Männer-Erik Lesser
Erik Lesser bei seinem Triumphlauf im Verfolgungs-Wettbewerb © Getty Images

Erik Lesser hat es bewiesen. Die deutschen Biathleten sind in der Lage, bei der WM in Kontiolahti Großes zu leisten. Nach seinem überraschenden wie überragenden Sieg in der Verfolgung am Sonntag bietet sich heute im Einzelrennen (17.15 Uhr im LIVETICKER) die nächste Gelegenheit für Edelmetall.

Neben Lesser gehen Simon Schempp, Arndt Peiffer und Daniel Böhm für den DSV an den Start. Benedikt Doll erhält nach seinen drei Einsätzen in Mixed-Staffel, Sprint und Jagdrennen eine Pause. Andreas Birnbacher ist wegen eines Infekts bereits abgereist.

Einen großen Anteil an Lessers Triumph vom Sonntag hat Mark Kirchner. Der Trainer hat seine Schützlinge mit akribischer Arbeit in die Weltspitze geführt. "Es ist bei so einem Erfolg auf alle Fälle Genugtuung dabei, weil man weiß, was man das ganze Jahr investiert", sagte Kirchner nach Lessers Gold-Coup.

Nach den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver übernahm der Thüringer die Verantwortung für das Männerteam. Unter seiner Regie wurde vor Lesser bereits Arnd Peiffer vor vier Jahren zum Sprint-Weltmeister. In der Breite ist die Mannschaft aktuell so stark wie lange nicht mehr.

Dass es für den hervorragenden Schützen Lesser im Einzel zu einer weiteren Medaille reichen könnte, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Der Klassiker über 20km ist seine Paradedisziplin.

Im Vorjahr holte er über diese Distanz Silber bei den Olympischen Spielen in Sotschi - und wurde auch danach von Kirchner geherzt.

Beide arbeiten das ganze Jahr am Stützpunkt im thüringischen Oberhof zusammen. Zu der Trainingsgruppe gehören auch die WM-Starter Peiffer, Benedikt Doll und Daniel Böhm. "Wir kennen uns sehr gut, da braucht es nicht viele Worte. Wir wissen, was der andere denkt", sagt Lesser über die gute Beziehung zu Kirchner.

"Wir haben Athleten, die ihren Kopf nicht nur zum Haarewaschen haben", lobt Kirchner derweil seine gereifte Truppe: "Sie sind auch vom Intellekt her so weit, dass alle wissen, dass Biathlon ein sehr hartes Geschäft geworden ist. Jeder weiß, was er investieren muss." Im Training ziehen alle voll mit, quälen sich für den Erfolg - und wurden dafür 2014 mit Staffelsilber in Sotschi belohnt.

Nach Vancouver sei es gelungen, "eine sehr gute Mannschaft zu formen, obwohl wir keine Überflieger hatten", sagt Kirchner. Auch ohne ein Naturtalent wie Martin Fourcade (Frankreich) können sich die Erfolge sehen lassen. Gold für Lesser war eines der Highlights. "Wir haben wieder eine Bestätigung, dass wir Siegläufer haben können. Das ist ein Fingerzeig, dass unser Weg in den letzten vier Jahren nicht der falsche war", sagt Kirchner nicht ohne Stolz.

Auch Simon Schempp (drei Saisonsiege) und Peiffer (1) haben ihre Klasse in diesem Winter schon bewiesen. Zum WM-Start enttäuschte Schempp als 77. im Sprint jedoch und musste in der Verfolgung sogar zuschauen. "Er will und wird es jetzt im Einzel sicher besser machen", sagt Lesser über seinen Kollegen. Schempp galt vor der WM als einer der Goldfavoriten.

(Service: Zeitplan, Ergebnisse und Medaillenspiegel der WM in Finnland)

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