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BIATHLON-WORLD-WOMEN
Laura Dahlmeier gewann mit dem Silber in der Verfolgung ihre erste WM-Medaille © Getty Images

Kontiolahti - In der WM-Verfolgung erobert Laura Dahlmeier den zweiten Platz - ihre Verfolgerin stürzt. Dorin Habert landet einen Start-Ziel-Sieg. Hildebrand schlägt sich achtbar.

Als Laura Dahlmeier am Ende eines "unheimlich geilen Tages" auf den Spuren von Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner wandelte, wähnte sie sich kurz wie im falschen Film.

"Ich bin einfach happy, das ist wie in einem Traum", sagte Dahlmeier, die Minuten zuvor WM-Silber in der Verfolgung von Kontiolahti gewonnen hatte: "Davon träumt man immer. Dass es jetzt tatsächlich eingetroffen ist, kann ich noch immer nicht begreifen."

Mit einer beherzten Vorstellung war die dreimalige Junioren-Weltmeisterin zu ihrer ersten Medaille im Seniorenbereich gestürmt.

Die Schmerzen in den Beinen spielten danach plötzlich keine Rolle mehr: "Als ich den höchsten Punkt der Strecke erreicht hatte, konnte ich alles genießen. Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe", sagte Dahlmeier im ZDF.

Nur eine Frage der Zeit 

Angesichts ihrer guten Verfassung kann tatsächlich noch das ein oder andere Edelmetall hinzukommen. Dahlmeier präsentierte sich schon in den Tagen vor der WM äußerst locker und setzte bei ihrer Premiere als Vierte im Sprint ein erstes Ausrufezeichen.

Zwar kosteten sie drei Patzer am Schießstand eine Medaille, dafür revanchierte sie sich einen Tag später in der Verfolgung. Und irgendwie war es nur eine Frage der Zeit, bis die Deutsche bei einem Großereignis auf das Podest klettert.

Dahlmeier trainierte in der Jugend bereits mit Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner zusammen - und hat in "Gold-Lena" heute einen ihrer größten Fans. "Sie ist eine richtig gute Biathletin, bei der das Gesamtkonzept passt. Außerdem ist die mental sehr stark, das bewundere ich an ihr", sagte Neuner: "Ich bin ein richtiger Fan."

Neuer zugleich das große Vorbild 

Vor allem mit ihren herausragenden Schießleistungen überzeugte Dahlmeier zuletzt und schaffte neben ihrem ersten Weltcupsieg im Februar im Sprint von Nove Mesto drei weitere Podestplätze. "Es macht einfach richtig Spaß, ihr zuzuschauen", sagte Neuner.

Für Dahlmeier ist die nur sechs Jahre ältere Neuner derweil das größte Vorbild. "Ich habe wahnsinnig viel von ihr lernen dürfen und bin froh, dass sie mir so viel Positives mit auf den Weg gegeben hat", sagte die Nummer eins der deutschen Skijägerinnen bereits vor der Reise nach Finnland.

WM-Premiere nach dreimal Gold bei Junioren

Dahlmeiers Stern ging im Frühjahr 2013 auf, als sie in Obertilliach zunächst dreimal Junioren-Weltmeisterin wurde.

Als Lohn durfte sie kurz darauf bei der "richtigen" WM in Nove Mesto dabei sein und bekam prompt einen Einsatz in der Frauenstaffel.

Dahlmeier zeigte im Rampenlicht keine Nerven und überzeugte auf ganzer Linie. Fortan war sie fester Bestanteil des Weltcupteams.

Glück im Unglück bei Kletterunfall

Diesen Winter wollte sie dann unbedingt durchstarten, doch ein schwerer Kletterunfall verhinderte das. Im August 2014 zog sich die Hobby-Bergsteigerin einen Bänderriss am rechten Sprunggelenk und eine Knochenprellung zu - und hatte dabei sogar noch Glück im Unglück.

"Ein Stück Fels ist einfach herausgebrochen, ich bin einige Meter gestürzt", sagte Dahlmeier: "Ich war im ersten Moment nur froh, dass nicht mehr kaputt war. Es hätte auch viel schlimmer kommen können."

Auch wenn sie in Folge des Missgeschicks viele Rennen auslassen musste, schaffte Dahlmeier schnell den Anschluss. Fußschmerzen hat die Bayerin zwar auch in Finnland noch - nach ihrer ersten großen Einzelmedaille dürften diese aber nun zumindest vorübergehend vergessen sein. 

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