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Johannes Kühn wurde 2012 Staffel-Europameister
Johannes Kühn erwischte einen rabenschwarzen Tag © Getty Images

Ruhpolding - Johannes Kühn verpatzt seinen allerersten Auftritt in einer deutschen Weltcup-Staffel. Die Teamkollegen spenden ihm Trost. Bundestrainer Kirchner kennt Kühns Problem.

Johannes Kühn hatte sich seinen allerersten Auftritt in einer deutschen Weltcup-Staffel sicher ganz anders vorgestellt.

Ein großes Rennen vor 13.500 tobenden Fans im Biathlon-Mekka Ruhpolding, nur wenige Kilometer von seiner Heimat Reit im Winkl entfernt.

Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner unter den Zuschauern. Klar, dass man sich da viel vornimmt.

Negativer Lauf

Zunächst lief auch alles gut. Nach einem fehlerfreien Liegendschießen hielt der als Zweiter gestartete Kühn das deutsche Team an der Spitze. Doch Stehend ging dann nichts mehr. Nach fünf Schüssen blieben alle Scheiben schwarz, im Publikum wurde es still.

"Ich habe die ersten Zwei nicht getroffen und dann hat das einen extrem negativen Lauf genommen", schilderte der 24-Jährige die harten Momente am Schießstand.

Von den drei Nachladern setzte Kühn nur zwei ins Ziel und musste drei Mal in die Strafrunde.

Doll erinnert an Juniorenzeit

Die deutsche Staffel fiel dadurch auf Rang 16 zurück. Zumindest betrieben die Teamkollegen Arnd Peiffer und Benedikt Doll Schadensbegrenzung und hievten die DSV-Riege noch auf Rang fünf.

Danach spendeten sie dem Pechvogel Trost.

Doll erinnerte im ZDF an eigene frustrierende Erlebnisse: "Was ich in der Juniorenzeit an Strafrunden gelaufen bin, da wurde mir manchmal schwindlig."

Kirchner spricht von Feuertaufe

Bundestrainer Mark Kirchner dagegen ist eher Vertreter der harten Schule.

Von Trost für Kühn wollte er nichts wissen. "Man muss Johannes nicht aufbauen, das war heute seine Feuertaufe. Da muss ein junger Athlet durch", sagte er.

Alle fünf Schüsse landeten unterhalb der schwarzen Scheibe, was auch auf technische Defizite hindeutet. "Im Stehendschießen hat er noch kleine Schwächen, daran arbeiten wir", bestätigte Kirchner.

Das Staffelergebnis zeigte außerdem, dass dem deutschen Team ohne Simon Schempp doch ein Stück zur Weltspitze, die von den siegreichen Norwegern angeführt wird, fehlt.

Nach seiner krankheitsbedingten Pause wird die deutsche Nummer eins am Samstag beim Massenstart (16.10 Uhr im LIVETICKER) sein Comeback feiern.

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