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Miriam Gössner
Miriam Gössner holte noch bei der WM 2012 Gold mit der Staffel © Imago

Ruhpolding - Die Staffelkolleginnen bügeln Miriam Gössners erneute Schießfehler in Ruhpolding aus, die Schwäche macht die Garmischerin ratlos. Ihr Start bei der WM ist in Gefahr.

Am Ende konnte Miriam Gössner froh sein, dass es sich um ein Staffelrennen gehandelt hat.

Weil die Teamkolleginnen ihre Fehler wieder ausbügelten, huschte am Ende doch noch ein Lächeln über Gössners Gesicht, als sie mit den Kameradinnen als Lohn für den zweiten Platz aufs Siegespodest in Ruhpolding stieg.

Direkt nach ihrem Einsatz als zweite Läuferin des deutschen Teams waren bei der 25-Jährigen erst einmal Tränen geflossen.

Wieder einmal war sie an ihrer Schwäche, dem Schießen, gescheitert. Trotz dreier Nachlader blieben beim Liegendschießen zwei Scheiben stehen, Gössner musste zweimal in die Strafrunde.

Verzweifelt und ratlos

"Ich bin schon bisschen verzweifelt", sagte sie danach traurig zu ihrer Schießleistung.

Ob ihrer erneuten Patzer wirkte Gössner im Ziel ziemlich ratlos: "Ich kann es mir nicht erklären. Ich bin nicht zu schnell gelaufen, hatte das Gefühl, dass ich alles im Griff habe."

Bundestrainer Gerald Hönig tat sich mit der Analyse leichter: "Heute hatte sie eine besondere Belastung auf ihren Schultern, weil sie auch noch die Verantwortung für drei Teamkolleginnen übernehmen musste."

Diese Verantwortung war für Gössner zu viel, noch immer sucht sie die Konstanz am Schießstand.

Neureuther leistet Beistand

Zu Beginn des Winters war die Garmischerin tatsächlich auf bestem Weg, das Problem in den Griff zu bekommen. Im Dezember gelang ihr in Hochfilzen der erste Sprung aufs Podest seit ihrem schlimmen Mountainbikeunfall im Mai 2013.

IBU Biathlon World Cup Ruhpolding - Day 5
Auf dem Podest konnte Miriam Gössner Platz 2 mit der Staffel schon wieder etwas genießen © Getty Images

Doch eine Strafe wegen Frühstarts in Pokljuka warf sie wieder aus der Bahn. Seitdem schoss sie im Schnitt 5,8 Fehler pro Rennen, viel zu viel für die Biathlon-Weltspitze.

In Ruhpolding kam nun auch noch der zusätzliche Druck hinzu, vor heimischem Publikum zu laufen. Freund Felix Neureuther besuchte sie am Anfang der Woche, um seelischen Beistand zu leisten.

Es half nichts.

Zittern um Platz im Team

Stellt sich die Frage, wie sie das Schießproblem in der Griff bekommen will. Gössner verspricht, weiter zu kämpfen: "Man kann ja nicht einfach aufgeben."

Viel Zeit bleibt der Blondine aber nicht mehr.

Die WM in ihrer norwegischen Zweitheimat rückt näher. Die Norm hat Gössner durch ihren dritten Platz von Hochfilzen zwar erfüllt. Aber pro Rennen dürfen nur vier deutsche Biathletinnen an den Start gehen.

Und mit Laura Dahlmeier, Franziska Hildebrand, Maren Hammerschmidt, Vanessa Hinz und der derzeit verletzten Franziska Preuß sind fünf Deutsche momentan stärker einzuordnen als Gössner.

Hönig sagt zwar, Gössner sei ein "wichtiges Mitglied der Mannschaft", aber bei der Aufstellung der WM-Staffel wird er sie nach den Eindrücken von Ruhpolding wohl nicht auf dem Zettel haben.

Der Coach sicherte ihr aber die volle Unterstützung bei der Problembekämpfung zu: "Wir müssen jetzt weiter mit ihr arbeiten, damit sie stressresistent wird."

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