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Franziska Hildebrand und Co. fuhren den Sieg für Deutschland ein
Franziska Hildebrand und Co. fuhren den Sieg für Deutschland ein © Getty Images

Die deutschen Biathletinnen krönen in Pyeongchang ihre perfekte Staffel-Saison. Auch ohne Laura Dahlmeier siegen Franziska Hildebrand und Co. vor Norwegen.

Es geht auch ohne "Gold-Laura": In Abwesenheit ihrer pausierenden Fünffach-Weltmeisterin Laura Dahlmeier haben die deutschen Biathletinnen eine perfekte Staffelsaison mit dem überraschenden Weltcup-Sieg in Pyeongchang gekrönt.

Das DSV-Quartett siegte in der Formation Nadine Horchler, Maren Hammerschmidt, Denise Herrmann und Franziska Hildebrand trotz einer Strafrunde über 4x6 km vor Norwegen (+22,8 Sekunden) und Tschechien (+22,9).

"Sehr, sehr guter Tag"

Eine perfekte Saison mit fünf Siegen in fünf Rennen hatten deutsche Biathletinnen zuletzt im Winter 2007/08 geschafft.

Dementsprechend groß war die Freude nach dem finalen Akt.

"Das war ein sehr, sehr guter Tag", sagte Schlussläuferin Hildebrand in der ARD, nachdem sie mit der schwarz-rot-goldenen Fahne in der Hand die Ziellinie überquert hatte: "Ich wollte das schon immer mal machen. Es hat viel Spaß gemacht."

Dahlmeier spart Kräfte

Die Schlussposition ist eigentlich für Dahlmeier reserviert, doch die fehlte am Sonntag ebenso wie die erkrankte Vanessa Hinz aus jener WM-Staffel, die Mitte Februar in Hochfilzen zu Gold gestürmt war.

Die 23-jährige Dahlmeier hatte in Pyeongchang im Sprint und in der Verfolgung triumphiert und danach ihren Verzicht auf das Staffelrennen erklärt, um Kräfte für den Kampf im Gesamtweltcup zu sparen.

Dort liegt sie 112 Punkte vor der Tschechin Gabriela Koukalova in Führung.

Horchler beginnt stark

Verantwortung mussten also andere übernehmen. Horchler, die in diesem Winter zuvor bei keinem einzigen Staffelrennen zum Einsatz gekommen war, begann als Startläuferin stark, von Nervosität keine Spur.

Nur die letzte der insgesamt zehn Scheiben wollte nicht sofort mit dem ersten Versuch umfallen, mit einer Nachladepatrone war aber auch das geschehen.

"Es ist genau so aufgegangen, wie ich mir das erhofft habe", sagte Horchler, die auf Rang drei mit einem Rückstand von nur 4,1 Sekunden Weltmeisterin Hammerschmidt ins Rennen schickte.

Hammerschmidt reißt Ruder herum

Die 27-Jährige, die in Hochfilzen noch eine vorzügliche Vorstellung abgeliefert hatte, war in den beiden Wettkämpfen in Pyeongchang mit den Plätzen 28 und 29 weit unter ihren Möglichkeiten geblieben.

Am Sonntag machte sie ihren Job allerdings besser, nach ihrer Auftaktsalve lag das DSV-Quartett in Führung, die auch zur Halbzeit Bestand hatte.

"Nach den beiden enttäuschenden Rennen war ich schon sehr zerknirscht und habe ein bisschen an mir gezweifelt. Aber ich wusste, dass ich es kann und habe zum Glück das Ruder rumreißen können", sagte Hammerschmidt, die Herrmann 13,6 Sekunden Vorsprung mitgab.

Die Umsteigerin, die erst vor der Saison von den Langläufern ins Lager der Skijäger gewechselt war, bestritt ihr erstes Staffelrennen überhaupt auf Weltcup-Ebene. Und das merkte man beim Stehendschießen: Als nur noch drei Ersatzpatronen für zwei Scheiben zur Verfügung standen, zeigte Herrmann Nerven - die Strafrunde war die Folge.

"Sehr nervös"

"Ich habe mein Bestes gegeben, aber ärgere mich über die Strafrunde", sagte Herrmann: "Da ging dann doch irgendwann das Denken los, da war ich sehr nervös."

Der Blackout hatte keine fatalen Folgen, weil die erfahrene Hildebrand ihre Routine ausspielte.

Zum Abschluss des vorolympischen Weltcups steht um 11.45 Uhr noch das letzte Staffelrennen der Saison für die Männer an.

Bei den noch folgenden Weltcups im finnischen Kontiolahti und in Oslo/Norwegen absolvieren die Biathleten nur Einzelrennen.

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