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Claudia Pechstein landete auf Platz acht
Claudia Pechstein landete auf Platz acht © getty

Nach den wichtigen Erfolgen abseits der Eisbahn ist Claudia Pechstein mit einer soliden Vorstellung in den Eisschnelllauf-Weltcup zurückgekehrt. Im norwegischen Hamar belegte die 42-Jährige am Sonntag im nicht-olympischen Massenstart, der in zwei Wochen in Heerenveen (12. bis 15. Februar) erstmals im WM-Programm steht, den fünften Platz. Auf ihrer Paradestrecke 3000 m war sie zuvor in 4:10,81 Minuten Achte geworden.

 "Die vergangenen Wochen von der Entscheidung des OLG bis zur Entschuldigung durch den DOSB waren sehr extrem und für mich wesentlich wichtiger als der Weltcup in Hamar, bei dem ich aber trotzdem meine Ziele erreicht habe", sagte Pechstein.

 Die Berlinerin lief im Massenstart lange ein gutes Rennen, geriet im letzten Drittel aber ins Hintertreffen und wurde aufgrund ihrer gewonnenen Punkte in den Zwischensprints Fünfte. "Claudia ist ein bisschen nach außen gedrückt worden. Als die Post abging, war sie zu weit weg", sagte Chef-Bundestrainer Markus Eicher. Der Sieg ging an Irene Schouten aus den Niederlanden.

Über 3000 m lief Pechstein konstant, hatte jedoch einen vergleichsweise großen Rückstand zur Spitze. Dennoch qualifizierte sich Pechstein für die Mehrkampf-WM in Calgary/Kanada im März. Der Sieg in der "Wikingerschiff" getauften Olympia-Eishalle im Südosten Norwegens ging an Olympiasiegerin Martina Sablikova. Die Tschechin brachte in 4:03,68 Minuten die mit Abstand beste Zeit auf das Eis. Pechsteins Berliner Teamkollegin Bente Kraus (4:12,76) landete auf dem 13. Platz.

Für einen erfolgreichen Abschluss des Weltcups sorgte Marco Weber. Der Münchner landete überraschend auf dem zweiten Platz hinter Lee Seung-Hoon aus Südkorea. "Taktisch war das extrem clever. Im Massenstart ist viel möglich, Marco hat das heute sehr gut gelöst", sagte Eicher.

In ihrem langjährigen Kampf um Rehabilitation im Zuge ihrer zweijährigen Dopingsperre hatte Pechstein in den vergangenen zwei Wochen zwei Meilensteine erreicht. Erst ließ das Oberlandesgericht (OLG) in München ihre Schadenersatzklage gegen den Weltverband ISU auf 4,4 Millionen Euro zu, dann folgte am Donnerstag die für Pechstein positive Einschätzung der DOSB-Expertenkommission einschließlich einer Entschuldigung von DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

"Ich denke, dass ich jetzt auch vor dem deutschen Sport rehabilitiert bin", hatte Pechstein im Anschluss gesagt. Pechstein war wegen erhöhter Blutwerte von der ISU für zwei Jahre gesperrt worden, ohne dass es einen Dopingbefund gegeben hatte. Pechstein argumentierte stets mit einer genetisch bedingten Blutanomalie und erhielt dabei Unterstützung von Experten.

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