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Patrick Beckert holte bei der WM über 10.000 Meter Bronze
Patrick Beckert erkämpt sich überraschend eine WM-Medaille © Getty Images

Der 24-Jährige wächst bei der Einzelstrecken-WM über sich hinaus und feiert den größten Erfolg seiner Karriere. Claudia Pechstein verpasst das Podium nur knapp.

Patrick Beckert hat am ersten Tag der Einzelstrecken-WM im niederländischen Heerenveen überraschend Bronze über 10.000 Meter gewonnen.

Der Olympia-Sechste zeigte ein herausragendes Rennen und kam dank großer Leidensfähigkeit auf eine Zeit von 13:10,95 Minuten. Für den 24-Jährigen ist es der größte Erfolg der Karriere.

"Ich wusste, dass ich um die 13:10 laufen muss, wenn es um Bronze gehen soll. Ich habe es probiert und es hat geklappt. In Europa war ich noch nie schneller", sagte Beckert, der das Rennen unter Schmerzen bestritt.

Beckert überrundet Baumgärtner

Beckert hatte Ende Dezember beim Hürdenspringen einen Außenbandriss im linken Sprunggelenk erlitten und im Anschluss drei Wochen nicht auf dem Eis stehen können. Am Donnerstag war das Fußgelenk noch immer durch einen Tapeverband geschützt.

"Sechs bis sieben Runden vor Schluss war mir schon ganz grau vor Augen, aber ich habe versucht, weiter zu drücken", sagte Beckert.

Im direkten Duell düpierte Beckert zudem den neuntplatzierten Alexej Baumgärtner (13:30,34) mit einer Überrundung kurz vor Schluss.

Pechstein verpasst Medaille

Gold ging erwartungsgemäß an Olympiasieger Jorrit Bergsma aus den Niederlanden (12:54,83), Silber holte sein Landsmann Erik Jan Kooiman (13:02,57).

Der Olympia-Zweite Sven Kramer (Niederlande) hatte auf einen Start auf der längsten Strecke verzichtet.

Claudia Pechstein ist dagegen zum Auftakt trotz einer starken Leistung an einer Medaille vorbeigelaufen.

"Guter Start für uns"

Zehn Tage vor ihrem 43. Geburtstag reichte es für die fünfmalige Olympiasiegerin über 3000 Meter in 4:05,95 Minuten zu einem guten fünften Rang. Von Bronze trennten sie nur rund vier Zehntelsekunden.

"Das war ein sehr starker und stabiler Lauf von Claudia und ein sehr guter Start für uns. Das stimmt uns positiv", sagte Chef-Bundestrainer Markus Eicher.

Pechstein ging das Rennen sehr zügig an und lief zu Beginn ähnlich schnell wie die Tschechin Martina Sablikova, die in 4:02,17 Gold gewann. In der zweiten Hälfte ihres Laufs biss Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin auf die Zähne und blieb in den Rundenzeiten unter 33 Sekunden.

Kraus überzeugt

Silber ging an die niederländische Olympiasiegerin Ireen Wüst (4: 03,46) vor ihrer Landsfrau Marije Joling (4:05,51).

Bente Kraus (4:09,75) überzeugte als Sechste, Isabell Ost (Berlin/4:15,34) kam nicht über den 15. Rang hinaus.

Die nächste große Medaillenchance bietet sich Pechstein bereits am Freitag. Über 5000 Meter, dem längsten Frauenrennen, zählt sie zu den Top-Favoriten auf Edelmetall.

Ende November hatte Pechstein über diese Distanz den Weltcup in Seoul gewonnen.

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