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Viktoria Rebensburg (l.) will die Nachfolge von Maria Riesch antreten und auch Lindsey Vonn ärgern

München - Der DSV ist im Umbruch, Vonn brennt auf ihr Comeback und alle jagen Hirscher. SPORT1 beantwortet die Fragen zum Weltcup-Auftakt.

223 Tage Durststrecke gehen am Wochenende zu Ende.

Am Samstag startet der alpine Ski-Weltcup in Sölden mit dem Riesenslalom der Damen und Herren in die neue Saison.

Gerade aus deutscher Sicht hat sich im Vergleich zum Vorjahr einiges getan.

Neue Bundestrainer, neue Gesichter, neue Ansprüche - nach dem Rücktritt von Maria Höfl-Riesch findet im DSV-Team ein Umbruch statt.

Doch nicht nur das Jahr eins nach Höfl-Riesch verspricht Spannung.

Auch ein aufsehenerregendes Comeback, die Jagd auf den Dominator und der Saisonhöhepunkt im Februar sorgen im Vorfeld für Gesprächsstoff.

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum Weltcup-Auftakt

- Was macht Maria Höfl-Riesch?

Nach über 400 Rennen hat Maria Höfl-Riesch am Ende der vergangenen Saison nach 13 Jahren im Weltcup ihre glanzvolle Karriere beendet. Dem Skisport bleibt die erfolgreichste deutsche Skifahrerin aller Zeiten aber dennoch erhalten.

Die 29-Jährige wird in der kommenden Saison als TV-Expertin für die ARD tätig sein.

"Für mich ist es eine neue tolle Herausforderung. Ein bisschen kenne ich das Ganze ja schon, aber ich muss sicher noch einiges lernen. Auf jeden Fall wird es spannend, die Rennen aus der anderen Perspektive zu verfolgen und für die Zuschauer zu kommentieren", sagte Riesch.

Die dreimalige Olympiasiegerin wird damit Nachfolgerin von Markus Wasmeier, der nach 20 Jahren "neue Herausforderungen" sucht. Pikant: Riesch und Wasmeier hatten sich vor zwei Jahren eine öffentliche Schlammschlacht geliefert. "Von einem TV-Experten muss man erwarten können, dass er neutral ist", sagte Riesch damals.

Die Fans der Garmisch-Partenkirchnerin müssen sich allerdings noch etwas gedulden. Rieschs erster Einsatz ist für das Weltcup-Wochenende vom 19. bis 21. Dezember in Gröden geplant.

- Wie läuft das Comeback von Lindsey Vonn?

Nach zwei Kreuzbandrissen ist die US-Amerikanerin, die nach wie vor mit Depressionen kämpft, heiß auf ihr Comeback. Ein Start beim Weltcup-Auftakt in Sölden kommt allerdings noch zu früh, Anfang Dezember in Lake Louise will sie erstmals wieder an den Start gehen.

"Lake Louise ist der ideale Startpunkt für mich. Dort fühle ich mich wohl", sagte die Abfahrts-Olympiasiegerin von 2010 bei einem Pressetermin in Tirol. Elf Mal hat die 29-Jährige beim Weltcup in Kanada schon das Abfahrtsrennen gewonnen.

Vonn fehlen nur noch vier Siege um die heute 61-jährige Annemarie Proser als erfolgreichste Rennläuferin im alpinen Skiweltcup aller Zeiten abzulösen.

- Wie stehen die Chancen der Deutschen?

Die Ära Höfl-Riesch vorbei, zwei neue Bundestrainer da - der WM-Winter ist für das DSV-Team ein Neuanfang.

Nach dem Rücktritt sind die potenziellen Siegfahrer im DSV-Team, das nun von Mathias Berthold (Herren) und Markus Anwander (Damen) geleitet wird, rar gesät.

Zu Beginn der Saison ruhen die Hoffnungen vor allem auf der Riesenslalom-Olympiasiegerin von 2010, Viktoria Rebensburg, da Felix Neureuther noch nicht wieder hundertprozentig fit ist und den Start in Sölden verpassen wird.

"Wir werden alles daran setzen, dass wir da weitermachen, wo wir die letzten Jahre aufgehört haben", sagte Rebensburg im Vorfeld im Gespräch mit SPORT1.

Stefan Luitz und Fritz Dopfer fehlt zwar die Konstanz, beide sind jedoch immer wieder für eine Überraschung (sprich: Podiumsplatz) gut. Hoffnung machen auch die jungen Talente wie Linus Strasser oder Benedikt Staubitzer, die in den Technikdisziplinen das eine oder andere Ausrufezeichen setzen können.

Wolfgang Maier blickt daher trotz des Umbruchs positiv auf die kommende Saison.

"Wir sind nicht ganz so blank, wie es im ersten Blick nach der letzten Saison ausgesehen hat. Ich gehe mit einem Grundoptimismus in die neue Saison rein", sagte der Alpindirektor des DSV.

- Wer sind die größten Stars des Winters?

Nach der Verletzung von Aksel Lund Svindal, der sich beim Fußball mit dem norwegischen Team die Achillessehne riss, dreht sich bei den Herren alles um das Duell zwischen Ted Ligety und Marcel Hirscher.

Der Österreicher, der in Sotschi überraschend ohne Goldmedaille blieb, peilt den vierten Gesamtweltcup-Sieg in Folge - und damit einen neuen Rekord - an.

Neben dem US-Amerikaner Ligety dürften Alexis Pinturault aus Frankreich und der Norweger Kjetil Jansrud die härtesten Konkurrenten für den Dominator der letzen Jahre sein.

Im Riesenslalom führt dagegen kein Weg an Ligety vorbei. Mit bislang fünf kleinen Kristallkugeln in seiner Paradedisziplin jagt der 30-Jährige den ewigen Rekord von Legende Ingemar Stenmark (sieben Titel).

Bei den Damen richten sich die Blicke neben Comebackerin Vonn vor allem auf Gesamtweltcupsiegerin Anna Fenninger (Österreich), die Slowenin Tina Maze und Lara Gut aus der Schweiz.

Jungstar Mikaela Shiffrin, die im vergangenen Winter fünf Slaloms gewann und sich neben dem Disziplinweltcup auch olympisches Gold in Sotschi sicherte, will die Etablierten erneut ärgern, auch die Österreicherin Tina Weirather ist für die eine oder andere Überraschung gut.

- Das sind die Highlights des Ski-Winters

Der ganz klare Höhepunkt in dieser Saison ist die Weltmeisterschaft in Vail. Vom 2. bis 15. Februar 2015 kämpfen die Athleten im US-Bundestaat Colorado um die Medaillen.

Dazu kommen die traditionellen Highlights wie das Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel (24.01.2015), die Lauberhornabfahrt in Wengen am 17. Januar, oder die Kandahar in Garmisch (28.02)

Das Weltcupfinale steigt dann ab dem 18. März im französischen Méribel.

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