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Viktoria Rebensburg und Wolfgang Maier
Viktoria Rebensburg feiert ihr WM-Silber mit Sportdirektor Wolfgang Maier © getty

München - Die Alpine Ski-WM nahm für den DSV ein äußerst erfreuliches Ende. Doch die Feier der Medaillen von Fritz Dopfer und Felix Neureuther überdeckt deutliche Defizite.

Wie groß die Erleichterung beim Deutschen Skiverband am Ende der Ski-WM war, zeigte sich bei der ausgelassenen Abschlussfete im Deutschen Haus. Der Schampus spritzte, das Bier floss und Sportdirektor Wolfgang Maier war den Tränen nahe.

Die beiden Medaillen von Fritz Dopfer und Felix Neureuther wurden derart intensiv gefeiert, als hätte der DSV soeben einen Weltmeistertitel geholt.

Dabei hatten die beiden Slalom-Könner lediglich das vom Verband vorgegebene Minimalziel realisiert. Mit der Silbermedaille von Viktoria Rebensburg erreichte man auf den letzten Drücker die angepeilten drei deutschen Medaillen.

Im Medaillenspiegel bedeutete das am Ende Platz 6. Kann man dann wirklich von einer erfolgreichen WM sprechen?

Sicher, für Rebensburg, Neureuther und vor allem für den als ewigen Verlierer abgestempelten Fritz Dopfer nahm die WM ein erfreuliches Ende. Aber im Partyrausch vom Sonntag ging unter, dass noch viel Arbeit vor dem DSV liegt. In vielen Bereichen besteht akuter Verbeserungsbedarf.

Rebensburg muss weiterhin ihren Weg zur Speedfahrerin konsequent verfolgen. Der Anspruch des DSV muss es sein, in allen Rennen einer WM um die Medaillen mitzufahren.

Deshalb ist es nicht akzeptabel, dass die Slalom-Frauen in kürzester Zeit den Anschluss an die Weltspitze verloren haben. Auch mit dem mutlosen Auftreten der deutschen Abfahrer darf man sich auf Dauer nicht zufrieden geben.

Die positive Entwicklung der deutschen Slalom-Herren, wo mit Youngster Linus Strasser bereits ein dritter Fahrer auf dem Weg in die Weltspitze ist, gibt die Richtung vor.  

Das Team muss noch breiter aufgestellt sein. Wie sehr derzeit ein einziger Verletzungsfall das deutsche Team aus der Bahn wirft, zeigte sich beim frühen Aus im Team Event, als das Fehlen Dopfers nicht wettgemacht werden konnte.

Und die Hilfe des Slalom-Gotts wie am Sonntag wird man auch nicht immer bekommen. Mit ein wenig Pech hätte der DSV nach diesen Titelkämpfen auch vollends ohne Medaille dastehen können.

Nach der rauschenden Feier sollten Maier und sein Team deshalb die Ärmel hochkrempeln und sich in die Arbeit stürzen.

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