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Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier analysiert für Sport1 den deutschen Kader. © Getty Images

München - Felix Neureuther ist bei der WM die größte deutsche Hoffnung. Markus Wasmeier erklärt bei SPORT1, wie der große Wurf klappen kann und wo der DSV noch Medaillen holen kann.

21 Jahre sind mittlerweile schon vergangen, seit sich letztmals ein deutscher Skifahrer eine Goldmedaille in einem Einzelwettbewerb um den Hals hängen durfte.

Markus Wasmeier krönte sich 1994 in Lillehammer zum Doppelolympiasieger in Super-G und Riesenslalom. Nach diesem großen Erfolg beendete er damals seine Karriere, und die deutschen Ski-Herren durchlebten danach eine lange Durststrecke.

Diese könnte aber nun bei der am Dienstag beginnenden Alpinen Ski-WM in Vail/Beaver Creek endlich ein Ende haben.

Neureuther Wasmeiers potenzieller Nachfolger

Wenn es nach Wasmeier geht, steht nämlich nun ein Nachfolger für ihn ganz oben auf dem Siegespodest bereit. Bei SPORT1 sagt der Bayer, dass er Felix Neureuther den ganz großen Wurf, den Weltmeistertitel, auf alle Fälle zutraut.

Wasmeier baut dabei auch auf ein ähnliches Szenario wie bei ihm selbst 1994. Eine Medaille im Teamwettbewerb oder im Riesenslalom könnte Neureuther demnach zusätzliche Flügel für den am Schlusstag stattfindenden Slalom verleihen.

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"Wenn eine Medaille geht, dann ist die zweite gar nicht weit weg", blickt Wasmeier zurück. Ihm hatte in Lillehammer die Goldmedaille im Super-G derart viel Selbstbewusstsein verliehen, dass er danach auch noch zu Gold im Riesenslalom raste.

Der Kopf ist entscheidend

Skifahrerisch ist Neureuther für Wasmeier ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Um wirklich Gold holen zu können, komme es aber auf etwas anderes an: "Entscheidend ist, dass man seine Psyche im Griff hat", stellt der 50-Jährige klar.

Das Gute ist: Neureuther hat Wasmeiers Gold-Tipp bereits verinnerlicht. "Das Entscheidende ist hier oben, der Kopf", sagte der Partenkirchener im SPORT1-Interview vor dem Abflug in die USA und deutete dabei auf seine Stirn. Neureuther ist aber nicht der einzige deutsche Medaillenkandidat bei den Herren.

Der Technikspezialist verweist auf die neue deutsche Teamstärke: "Auch wenn mal einer ausfällt, stehen sofort andere da, die für einen in die Bresche springen." Konkret ist damit vor allem Fritz Dopfer gemeint.

Dopfer mit Chancen in zwei Disziplinen

Der Olympia-Vierte des Riesenslaloms von Sotschi besticht in dieser Saison mit Konstanz bei Top-Leistungen. In jedem seiner bisherigen 13 Rennen stand er am Ende unter den besten Zehn.

Ein Weltcup-Sieg blieb ihm zwar bislang verwehrt, für Wasmeier gehört Dopfer dennoch zu den heißen Medaillenkandidaten in Riesenslalom und Slalom. "Wenn ihm der Kopf nicht im Weg ist", lautet die Einschränkung des Experten.

"Da muss eine bestimmte Konstellation zusammenkommen. Der Fritz ist einer, der im zweiten Lauf lieber von weiter hinten startet. Er mag es nicht, als Führender ins Rennen zu gehen, sondern eher als Vierter oder als Fünfter mit wenig Rückstand."

Rebensburg einzige Hoffnung bei den Damen

Haben die deutschen Herren gleich zwei heiße Eisen im Feuer, sieht bei den Damen alles nach einer Ein-Frau-Show der Viktoria Rebensburg aus. Das Kuriose dabei: Nicht in Rebensburgs Paradedisziplin, dem Riesenslalom, traut ihr Wasmeier eine Medaille zu, sondern in der Abfahrt.

Hoffnungsträgerin im Technik-Stress

"„Die Abfahrt ist momentan ihre stärkste Disziplin. Aber auch im Super-G zählt sie zu den Anwärterinnen auf eine Medaille. Wenn ihr ein fehlerfreier Lauf aufgeht, kann sie ganz vorne mitfahren", prognostiziert Wasmeier. Der Materialwechsel vor Saisonbeginn habe sich für die Riesenslalom-Olympiasiegerin in den Speed-Wettbewerben ausgezahlt.

Zudem sollten Rebensburg die Bedingungen auf den Hängen im US-Bundesstaat Colorado liegen. „Bei dem kunstschneeähnlichen, sehr trockenen und kalten Schnee kann sie viel Zeit gewinnen“, erklärt Wasmeier.

Wasmeier hat Miller auf der Rechnung

Mit Neureuther, Dopfer und Rebensburg könnte der DSV also das anvisierte Ziel von drei Medaillen erfüllen. Sportdirektor Wolfgang Maier hat eine der drei Medaillen für den Teamwettbewerb vorgesehen.

Ein Wettbewerb, auf den sich Wasmeier ganz besonders freut. "Das ist eine so spannende Disziplin geworden, da kommt es immer drauf an, auf welchen Gegner man trifft", blickt er auf das Nationenduell am Dienstag in der zweiten WM-Woche.

Und einen Geheimtipp für die WM hat Wasmeier auch noch auf Lager: Bode Miller. Wegen langwieriger Rückenprobleme hat der US-Star in diesem Winter kein einziges Weltcuprennen bestritten, steht aber im Kader des Gastgebers.

"Im Abfahrtstraining in Kitzbühel ist er mal Sechster geworden. Das zeigt schon, dass er richtig gut drauf ist", sagt Wasmeier. 

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