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Audi FIS Alpine Ski World Cup - Men's Slalom
Felix Neureuther genügt in Meribel ein vierter Platz zum Gewinn des Slalom-Weltcups © Getty Images

Beim Weltcup-Finale könnte Felix Neureuther eine deutsche Durststrecke beenden. Slalom-Legende Armin Bittner spricht bei SPORT1 über die Chancen und ein gemeinsames Foto.

Ein Viertel Jahrhundert ist es her, dass ein Deutscher im Slalom ganz oben stand.

Armin Bittner war es, der 1990 seine zweite Slalom-Kristallkugel stemmte. Nun könnte Felix Neureuther in Meribel die deutsche Durststrecke beenden (So, ab 9 Uhr im LIVETICKER).

"Die Chancen sind mindestens 51:49. Er hat den Trumpf des Vorsprungs auf der Hand. Nur sollte man ihn nicht zu hoch bewerten. Es ist Slalom, das ist immer auch ein bisschen Roulette", schätzt Bittner bei SPORT1 die Chancen für Neureuther ein.

55 Punkte beträgt der Vorsprung des Deutschen auf Marcel Hirscher aus Österreich. "Das ist schon Nervenkitzel pur. Es müsste einer lügen, wenn er sagt, er wäre vollkommen befreit", erinnert sich Bittner an sein Nervenkostüm vor seinem entscheidenden Rennen 1989: "Hirscher hat natürlich eine andere Ausgangsposition als Felix. Der hat schon einige Kugeln zu Hause stehen. Der will auch die Kugel, aber es wiegt weniger schwer, wenn er die jetzt nicht bekommt. Für Felix geht es um das erste Exemplar."

Im Erfolgsfall ist jedenfalls ein Treffen in der gemeinsamen Heimat Garmisch-Partenkirchen angepeilt: "Vielleicht schaffen wir es nächste Woche mit einem gemeinsamen Kugel-Foto."

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen vor dem großen Finale des Alpin-Weltcups:

Welche Deutsche gewannen bereits Weltcup-Kugeln?

Felix Neureuther könnte im Slalom der erste deutsche Gewinner einer Weltcup-Kugel seit 25 Jahren werden.

Bei den Männern wäre er nach Markus Wasmeier (Super-G/1986) und Armin Bittner (Slalom/1989 und 1990) erst der dritte Deutsche, der eine Weltcup-Kugel holt.

Den Verlust seines Rangs als letzter deutscher Weltcupsieger im Slalom würde Bittner nichts ausmachen. "Warum sollte ich da traurig sein? Ich habe immerhin zwei Kugeln. Bis einer zwei schafft, dauert es vielleicht noch ein bisschen", sagte er zu SPORT1.

Bei den Frauen gab es in Rosi Mittermaier (1976), Katja Seizinger (1996 und 1998) und Maria Höfl-Riesch (2011) alleine drei deutsche Gewinnerinnen der großen Kristallkugel für den Gesamtweltcup. Zudem holten sie alle mehrere Disziplin-Weltcups. Neun weitere Frauen gewannen eine oder mehrere kleinere Kristallkugeln.

Was ist bereits entschieden?

In der Abfahrt, Super-G und im Riesenslalom ist die Entscheidung über die kleinen Kugeln bereits gefallen. Während in den Speed-Disziplinen Kjetil Jansrud die Nase vorn hat, geht die Kugel im Riesenslalom an Marcel Hirscher.

Bei den Frauen räumte wieder einmal Lindsey Vonn sowohl in der Abfahrt als auch im Super-G ab. Mit ihrem nun fünften Sieg im Super-G-Weltcup zog sie mit der bisherigen Rekordhalterin Katja Seizinger gleich. Einen Tag zuvor hatte Vonn mit ihrem siebten Abfahrtstitel die Bestmarke von Annemarie Moser-Pröll eingestellt.

Welche Entscheidungen stehen noch an?

Große Spannung herrscht im Slalom. Felix Neureuther hat dort vor dem letzten Rennen 55 Punkte Vorsprung auf Hirscher. Wird der Österreicher Vierter oder schlechter, ist Neureuther der Sieg sicher. Gewinnt Hirscher aber, muss Neureuther mindestens Platz vier belegen.

Im Gesamtweltcup hat Hirscher mit 34 Punkten Vorsprung vor Jansrud alle Karten selbst in der Hand. Denn im Riesenslalom und Slalom ist Hirscher seinem norwegischen Konkurrenten haushoch überlegen.

Den Riesenslalom-Weltcup wird auf alle Fälle eine Österreicherin gewinnen. Die beste Ausganslage besitzt Anna Fenninger mit 86 Punkten Vorsprung auf Landsfrau Eva-Maria Brem. Ski-Wunderkind Mikaela Shiffrin benötigt im Slalom nur zehn Punkte, um die Kugel sicher zu gewinnen.

Im Gesamtweltcup ist noch mehr Spannung geboten. 32 Punkte beträgt der Vorsprung von Fenninger auf Tina Maze, die allerdings im Slalom klare Vorteile hat.

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