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Audi FIS Alpine Ski World Cup - Men's Slalom
Felix Neureuther musste sich nur Manfred Mölgg geschlagen geben © Getty Images

Felix Neureuther rast beim Slalom in Zagreb mit einem starken zweiten Lauf von Rang acht noch aufs Podium. Nur ein Italiener ist schneller. Ein DSV-Newcomer überrascht.

Felix Neureuther zeigte die Faust, und das gleich mehrfach. Er ahnte: Das war ein guter Lauf. Und das war es in der Tat.

Beim Jubiläumsrennen am 50. Geburtstag des alpinen Ski-Weltcups schob sich der Partenkirchner im Slalom am windumtosten Bärenberg bei Zagreb im Finale noch vom achten auf den zweiten Rang. Es war die perfekte Frustbewältigung nach den beiden vergangenen Rennen, in denen er jeweils ausschied - und die beste Platzierung in seiner Spezialdisziplin seit elf Monaten.

Angriff macht sich bezahlt

"Im letzten Teil habe ich ein paar Schwünge nicht getroffen, der Rest war schon sehr gut", betonte Neureuther, der im zweiten Durchgang bei böigem Wind und miserabler Bodensicht durch den aufgewirbelten Neuschnee seine ganze Klasse ausspielte. "Es ist eh nicht anderes übrig geblieben als Angriff, und das hat sich bezahlt gemacht", sagte er.

Es war ein Rennen für Routiniers: Schneller als der 32 Jahre alte Neureuther war nur der Südtiroler Manfred Mölgg (34), der mit großen Vorsprung (0,72 Sekunden) zum dritten Weltcupsieg fuhr und sich den Titel des "Schneekönigs" sicherte.

Österreicher enttäuschen

Bei der Siegerehrung, zu der sich als Drittplatzierter der Norweger Henrik Kristoffersen (+0,77 Sekunden) gesellte, war Neureuther die Freude über seine zweite Podestplatzierung in diesem Winter nach Rang drei beim Riesenslalom in Val d'Isere Anfang Dezember anzusehen.

Dagegen gab es bei den Österreichern lange Gesichter. Manuel Feller, Führender nach dem ersten Lauf, fädelte im im Finale am zweiten Tor ein und schied aus. Sein zunächst viertplatzierter Teamkollege Marcel Hirscher fiel auf Rang sechs zurück, führt aber den Gesamtweltcup weiter mit großem Vorsprung an.

Holzmann holt erste Punkte

Eine starke Leistung zeigte Sebastian Holzmann aus Oberstdorf. In seinem sechsten Weltcup-Rennen qualifizierte er sich mit der hohen Startnummer 54 erstmals für den zweiten Lauf und sicherte sich auf Rang 19 zugleich seine ersten Weltcup-Punkte. "Wunderbar, echt geil, dass es mal geklappt hat", sagte er. Linus Straßer (München) belegte Rang 21.

Das Rennen fand auf den Tag genau 50 Jahre nach dem ersten überhaupt im Weltcup statt. Bei der Premiere wurde ebenfalls ein Slalom gefahren, am 5. Januar 1967 siegte der Österreicher Heini Messner in Berchtesgaden. Bester Deutscher war damals der spätere Bundestrainer Willi Lesch als Neunter, an den Start gingen unter anderem die österreichische Ski-Legende Karl Schranz oder der spätere französische Dreifach-Olympiasieger Jean-Claude Killy. 

Das Rennen bildet den Auftakt in den traditionellen Slalom-Monat Januar. Nach Zagreb stehen die Klassiker in Adelboden, Wengen und Kitzbühel an, den Abschluss bildet das Flutlichtrennen in Schladming. Nach Neureuthers Heimrennen, einem Riesenslalom in Garmisch-Partenkirchen, und dem City Event in Stockholm beginnt am 6. Februar die WM in St. Moritz.

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