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Das Siegerteam mit Eisenbichler, Wellinger, Freund u. Freitag (v.l.)

Die deutschen Skiadler gewinnen vor heimischem Publikum das Teamspringen. Ein Debütant überzeugt. Österreich stürzt ab.

Klingenthal - Die deutschen Skispringer haben einen Traumstart in den WM-Winter erwischt.

278 Tage nach dem Triumph bei den Olympischen Spielen gewannen Severin Freund, Andreas Wellinger, Richard Freitag und der starke Newcomer Markus Eisenbichler überlegen den Team-Weltcup in Klingenthal. Mit 1098,0 Punkten landete das DSV-Quartett klar vor Japan (1068,9) und Norwegen (1061,2).

"Das war wirklich fantastisch. Alle vier sind wie entfesselt gesprungen. Es gibt keinen, den ich hervorheben kann", sagte Bundestrainer Werner Schuster: "Ich glaube, das war das erste Mal, dass Severin mit 25 Punkten Vorsprung in den letzten Sprung gehen konnte."

In der Tat stand der Gewinner praktisch schon vor Freunds abschließenden Flug auf 135 Meter fest. "Dar war ein sehr leichter Rucksack, den die Jungs mir mitgegeben haben. Das sind die schönsten Sprünge", sagte der Skiflug-Weltmeister aus Rastbüchl (SERVICE: So läuft der Weltcup im Skispringen).

Starkes Debüt von Eisenbichler

Stark präsentierte sich vor allem aber Eisenbichler, dem mit 142 m der weiteste Sprung eines Deutschen gelang. Nach dem ersten Team-Weltcup seiner Karriere war der 23-Jährige dann auch mehr als zufrieden: "Als ich vom Vorbau weg war, habe ich gemerkt: Jetzt geht es richtig ab. Das war geil."

Schon nach Eisenbichlers Absprung hatte Schuster auf der Trainer-Tribüne die Faust in den Himmel gereckt. Vor rund 7500 begeisterten Zuschauern in der Vogtland-Arena lagen die DSV-Springer schon zur Halbzeit nur 0,4 Punkte hinter dem Olympia-Dritten Japan auf Platz zwei.

Eisenbichler brachte die deutschen Adler mit seinem Traumflug gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs in Führung, die das Team anschließend nicht mehr aus der Hand gab.

Schwarzer Tag für Austria

Einen schwarzen Tag erlebten dagegen Österreich und Polen. Die Austria-Adler um Superstar Gregor Schlierenzauer, in Sotschi noch knapp hinter Deutschland Zweiter, schafften nur mit viel Mühe den Sprung in den zweiten Durchgang und wurden noch hinter der Schweiz enttäuschender Achter.

Für Polen, das auf den angeschlagenen Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch verzichten musste, war auf Rang neun sogar schon zur Halbzeit Schluss. Eisenbichler (Siegsdorf) und auch Freitag (Aue) hatten die Team-Olympiasieger Andreas Wank und Marinus Kraus aus der Mannschaft verdrängt.

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"Markus springt seit Wochen sehr gut, bei ihm sehe ich durchaus noch Potenzial für Überraschungen. Und Richie ist generell gut drauf", sagte Bundestrainer Schuster. Wank sei dagegen noch von seiner Topform entfernt.

Lob für Klingenthal

Ein weiterer Gewinner des Tages war Gastgeber Klingenthal, wo zum zweiten Mal in Folge der Weltcup startet. "Bei diesen Bedingungen eine Anlage zu diesen Konditionen herzurichten, ist nicht einfach", sagte FIS-Renndirektor Walter Hofer und machte der sächsischen Kleinstadt Hoffnungen, sich als Startort zu etablieren.

Schuster nannte die Leistungen des Veranstalters angesichts der Plustemperaturen gar "bahnbrechend".

Am Sonntag um 11.30 Uhr steht in Klingenthal der erste Einzel-Wettbewerb der Saison auf dem Programm. "Da wollen wir wie im Vorjahr auf das Podest", sagte Schuster.

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