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Richard Freitag-Zakopane
Richard Freitag und das deutsche Team siegen in Zakopane © getty

Zakopane - Die DSV-Adler triumphieren beim Teamspringen in Zakopane und stiften das Preisgeld dem in Bischofshofen schwer gestürzten Fairall.

Nach ihrem furiosen Sieg beim Team-Weltcup in Zakopane überzeugten die deutschen Skispringer auch abseits der Schanze mit einer großen Geste.

"Wir stiften unser heutiges Preisgeld Nicholas Fairall. Dem Kerl geht es wirklich nicht gut. Er hofft, dass er überhaupt wieder ein normales Leben führen kann", sagte Routinier Michael Neumayer stellvertretend für das deutsche Quartett.

Stolze 30.000 Euro gingen somit an den US-Springer, der vor zwei Wochen bei der Vierschanzentournee schwer gestürzt war und sich eine Wirbelsäulenverletzung zugezogen hatte.

"Nick kann das gut gebrauchen", sagte Neumayer über die kostspielige Reha des 25-Jährigen, der aktuell noch immer in einem Krankenhaus in Österreich behandelt wird.

DSV-Quartett dominiert

Fast zur Nebensache wurde so der überlegene Sieg von Richard Freitag, Severin Freund, Marinus Kraus und eben Neumayer.

Mit 1050,6 Punkten gewann das DSV-Quartett in Polen auch das zweite Teamspringen des WM-Winters, dem ewigen Rivalen Österreich (1035,7) blieb wie schon bei Olympia nur der zweite Platz. Rang drei ging an Slowenien (1018,4).

"In so einem Stadion vor so einem Publikum mit so tollen Kollegen zu gewinnen, das ist einfach nur geil", sagte der überragende Freund, der wie schon in Sotschi mit dem letzten Sprung des Wettkampfs den Sieg gesichert hatte.

Freund und Freitag überragen

Bestens aufgelegt zeigte sich auch Freitag. "Wir hatten heute zwei richtig gute Leute, die hier echte Bomben gezeigt haben", lobte Neumayer.

Dabei begann der Wettkampf eher mäßig, nach dem ersten Sprung von Neumayer lag das Team sogar nur auf dem sechsten Rang.

Routinier Neumayer hatte zwei Tage nach seinem 36. Geburtstag etwas überraschend den Vorzug gegenüber Markus Eisenbichler erhalten.

"Markus ist sicher enttäuscht, aber im Training war Michael stärker. Ich denke, das war die richtige Entscheidung", sagte Bundestrainer Schuster.

Kraus mit Problemen

Kraus und Freitag (130,5 m) eroberten aber schnell die Führung, die Schlussspringer Freund (128 m) zur Halbzeit sogar auf 11,1 Punkte ausbaute.

"Das war ein schönes Fluggefühl heute, das hat gepasst", sagte Freitag, der wie schon bei seinen Siegen in Engelberg und Innsbruck seinen türkisen Anzug gewählt hatte.

"Türkis ist irgendwie meine Farbe", sagte der Sachse.

Im zweiten Durchgang verteidigte Neumayer trotz starken Rückenwinds den ersten Platz, ehe das deutsche Team nach einem "Hüpfer" von Kraus auf 122,5 Meter auf Rang drei zurückfiel.

"Michi und ich haben es ein bisschen spannend gemacht, aber die anderen beiden waren zum Glück stark", sagte Kraus.

In der Tat: Freitag (132,5 m) brachte das Team wieder in Führung, Freund machte mit einem Traumflug auf 133,5 m alles klar.

Deutsches Team nicht zu schlagen

Schon Ende November beim Weltcup-Auftakt in Klingenthal hatte Deutschland überlegen den Sieg geholt.

Schusters Aussichten sind damit gerade auch für die WM Ende Februar in Falun golden. In Zakopane waren nur zwei der vier Team-Olympiasieger von Sotschi am Start, da Andreas Wank aktuell formschwach und Andreas Wellinger noch verletzt ist.

Beide sind für die Titelkämpfe in Schweden aber noch eine Option, auch der "zweite Anzug" passt also.

Weiter geht es bereits am Sonntag mit dem Einzel-Wettkampf.

Dann wollen Freund, Freitag und Co. erneut zum Angriff blasen. "Derzeit macht es einfach unglaublich Spaß", sagte Freitag: "Morgen wollen wir genau da weitermachen."

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