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Severin Freund
Severin Freund holt in Titisee-Neustadt seinen 13. Weltcup-Sieg © getty

Severin Freund setzt in Titisee-Neustadt seinen Erfolgslauf fort und holt sich seinen 13. Weltcupsieg vor dem aktuellen Vierschanzentournee-Gewinner Stefan Kraft.

Auch im Moment des Triumphes haderte Perfektionist Severin Freund ein wenig mit sich: Nach einer recht rumpeligen Landung schlug sich Deutschlands Skispringer Nummer eins im Auslauf der Hochfirstschanze von Titisee-Neustadt zunächst kopfschüttelnd gegen den Helm.

Sekunden später setzte der 26-Jährige aber dann doch sein breitestes Grinsen auf und genoss nach dem zweiten Heimsieg binnen sechs Tagen das verdiente Jubel-Bad (DATENCENTER: WM-Stand).

Freund sieht sich "auf gutem Weg"

"Ein wahnsinnig schöner Tag, ein wahnsinnig schöner Sieg - und das auf einer Schanze, auf der ich immer Probleme hatte", sagte Freund, der als erster Deutscher seit Sven Hannawald im Dezember 2001 im Hochschwarzwald siegte und damit zehn Tage vor Beginn der WM im schwedischen Falun das nächste Ausrufezeichen setzte.

Und was für eines! Bei seinem vierten Saisonsieg, nur sechs Tage nach dem Coup von Willingen, und seinem 13. Erfolg insgesamt hatte der Niederbayer aus Rastbüchl nach Traumflügen auf 138,5 und 140 m sowie 299,4 Punkten riesige 11,4 Zähler Vorsprung auf Vierschanzentournee-Sieger Stefan Kraft (Österreich). Der Slowene Peter Prevc, nach Durchgang eins noch auf Tuchfühlung, fiel auf Platz drei (285,8) zurück.

"Es läuft richtig gut, ich bin auf einem guten Weg. Aber für die WM ändert der Sieg heute nichts - da muss ich erneut gegen ganz starke Konkurrenz bestehen", meinte Freund, der im Gesamtweltcup mit 1013 Punkten hinter Kraft (1163) und Prevc (1114) auf Platz drei kletterte.

Begeisterung bei Bundestrainer Schuster

Auch Werner Schuster, der den Siegflug seines Adlers Nummer eins auf dem Coach-Podest mit erhobenen Armen begleitete, war begeistert: "Das hat der Severin extrem gut gemacht", sagte der Bundestrainer im ZDF: "Der erste Sprung hatte noch einen kleinen Wackler drin, aber der zweite war nahezu perfekt. Und das bei schwierigen Bedingungen. Das hat er top, top gemacht."

Schuster allerdings war auch nicht entgangen, dass seine Springer jenseits von Freund bei besten Bedingungen vor 5000 Zuschauern im Hochschwarzwald einen empfindliche Niederlage kassierten - und das kurz vor der heißen WM-Phase.

Ordentlich verkaufte sich noch Markus Eisenbichler (Siegsdorf) auf Platz zwölf. Marinus Kraus (Oberaudorf) konnte sich mit einem guten zweiten Sprung nach verpatztem Auftakt immerhin auf Platz 16 retten, Michael Neumayer (Oberstdorf) kam auf Rang 24.

Freitag verpasst den zweiten Durchgang

Der zweimalige Saisonsieger Richard Freitag (Aue) machte seinem Ruf als Mister Unbeständig einmal mehr alle Ehre und verpasste als indiskutabler 36. sogar den zweiten Durchgang. "Viel schlechter kann es nicht laufen. Das ist kein gutes Zeichen", sagte der eigentlich für das WM-Teamspringen fest eingeplante Sachse: "Ich muss jetzt erstmal genau analysieren, was nicht passt." Stephan Leyhe (Willingen/32.) schied ebenfalls nach dem ersten Durchgang aus.

Die Springen in Titisee-Neustadt, fünfte und letzte deutsche Weltcup-Station der laufenden Saison, waren in Rekordzeit binnen sechs Wochen perfekt organisiert worden. Erst Ende Dezember hatte der Weltverband FIS die beiden Wettkämpfe kurzfristig in den Südschwarzwald vergeben, nachdem der eigentliche Ausrichter Liberec vor dem organisatorischen Aufwand kapituliert hatte.

Am Sonntag (15.45 Uhr im LIVETICKER) steht in Titisee-Neustadt ein weiteres Einzelspringen auf dem Programm.

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