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Peter Prevc jubelt nach dem Gewinn der Vierschanzentournee
Peter Prevc jubelt nach dem Gewinn der Vierschanzentournee © Getty Images

Peter Prevc darf nach vielen Enttäuschungen endlich jubeln. Der Slowene gewinnt mit der Vierschanzentournee den ersten großen Titel und belohnt sich für seine harte Arbeit.

Dass der spektakulärste und ästhetischste Flieger seiner Skispringer-Generation so lange ohne großen Titel geblieben war, ist nicht weniger als ein Unding.

In Bischofshofen hat Peter Prevc den großen Makel seiner Karriere eindrucksvoll beseitigt: Einen verdienteren Sieger als den Ausnahmekönner aus Slowenien hätte die 64. Vierschanzentournee nicht haben können.

Trotz seiner stattlichen Vorsprungs vor seinem Verfolger Severin Freund hatte sich der 23-Jährige im Vorfeld des Abschluss-Springens sämtliche noch so zarten Anspielungen auf den doch schon praktisch feststehenden Triumph verbeten. So viel könne doch noch passieren, sagte Prevc. Und wer wüsste das besser als er.

Warten auf den Durchbruch

Als 17-Jähriger hatte Prevc 2009 im Weltcup debütiert, doch die frühe Hatz forderte Tribut, Prevc stagnierte. Erst 2012 kam der Durchbruch: Prevc gewann das Fliegen in Oberstdorf, feierte seinen ersten Weltcup-Sieg. Einen Tag später stürzte er an gleicher Stelle im Team-Wettkampf, verletzte sich schwer, verpasste die Flug-WM.

Nach der Zwangspause kam Prevc noch stärker zurück, beherrscht seitdem mit Freund den Weltcup. "Ich habe gelernt, immer fokussiert zu bleiben, immer wieder aufzustehen", sagt Prevc.

Der große Coup bleibt aus

Dem großen Coup hechelte er aber hinterher, wurde regelmäßig im entscheidenden Moment noch abgefangen: Olympia-Silber, WM-Bronze, Gesamtweltcup-Zweiter hinter dem punktgleichen Freund. Alles Ansporn für Prevc, noch mehr für den ganz großen Erfolg zu investieren.

"Peter ist wie ich ein eher ruhiger Typ nach außen, aber vor allem ein harter Arbeiter, der immer alles rausholt", sagt Konkurrent Freund, der sich mit dem Slowenen auch bei der Tournee ein Dauerduell auf höchstem Niveau lieferte.

In der Heimat war Prevc schon vor dem ersten slowenischen Tourneesieg seit Primoz Peterka 1996/97 ein Volksheld, zum dritten Mal wurde Prevc zum Sportler des Jahres gewählt. "Das macht mich stolz", sagte er, "schließlich haben wir so viele großartige Athleten."

Peterka als warnendes Beispiel

Tatsächlich produziert der zwei Millionen Einwohner zählende Staat Weltklasse-Wintersportler in Serie wie Biathlon-Weltmeister Jakov Fak, Alpin-Olympiasiegerin Tina Maze oder Peterka.

Der andere "PP", der andere Skisprung-Nationalheld, war Prevc stets Vorbild, aber auch Warnung: Peterka war ein Popstar, kam mit dem Ruhm nicht klar, hatte Alkoholprobleme, psychische Probleme. Mit dem feinfühligen Prevc gehen die Slowenen, die Peterka noch mit ihrer Zuneigung erdrückt hatten, behutsamer um - sie wollen noch viel von "Peter dem Großen" haben.

Der könnte in den kommenden Wochen richtig abräumen: Bei der am 15. Januar beginnenden Skiflug-WM ist Prevc der große Favorit, auch im Gesamtweltcup liegt er unangefochten vorne. Der Tourneesieg könnte der Auftakt zu Goldenen Zeiten gewesen sein.

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