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Severin Freund
Severin Freund wurde bei der Vierschanzentournee Zweiter hinter Peter Prevc © Getty Images

Severin Freund springt bei der Generalprobe für die Skiflug-WM einmal mehr auf das Podium. Tournee-Sieger Peter Prevc ist stärker und wird vom Rivalen geadelt.

Severin Freund genoss kurz die verdienten Ovationen für seinen starken dritten Platz, dann verneigte er sich vor dem "unschlagbaren" Peter Prevc: Auch bei der großen Vierschanzentournee-Revanche in Willingen hat der Weltmeister den slowenischen Dominator nicht geknackt können.

"Peter hat hier einmal mehr gezeigt, warum er die Tournee gewonnen hat", sagte der 27-Jährige, der neben dem souveränen Sieger Prevc auch dem Norweger Kenneth Gangnes den Vortritt lassen muste.

Prevc sprang vor 12.000 Zuschauern bei der Generalprobe für die am Freitag beginnende Skiflug-WM in Bad Mitterndorf erneut in einer eigenen Liga, siegte nach zwei Bilderbuch-Sätzen auf 148,5 und 145,5 m mit 264,9 Punkten ungefährdet vor Gangnes, der auf 249,4 Punkte (139,5+141,0) kam. 

Wellinger überzeugt, Freitag vom Pech verfolgt

Der Tournee-Zweite Freund, der 24 Stunden zuvor das deutsche Team zum Sieg geführt hatte, zeigte bei schwierigen Bedingungen zwei tadellose Versuche auf 145,5 und 133,0 m, lag mit 234,2 Punkten aber gewaltige 30,7 Zähler hinter Prevc.

"30 Punkte sind schon ein bisschen krass, so groß ist der Abstand zwischen uns beiden sicher nicht", sagte Freund, dem Bundestrainer Werner Schuster attestierte: "Im Moment fehlt ihm dann doch ein wenig die Frische." Das gilt auch für Österreichs Tournee-Dritten Michael Hayböck, der in Willingen überraschend als 37. den zweiten Durchgang verpasste.

Zweitbester Deutscher hinter Freund war Andreas Wellinger auf einem starken Platz fünf mit 222,7 Punkten (143,5+129,5 m). "Es geht in die richtige Richtung, ich habe ein wirklich gutes Gefühl", sagte der 20-Jährige, für den es das beste Saison-Ergebnis war.

Richard Freitag wurde hingegen nach einem völlig verkorksten zweiten Sprung nur 29. (171,9 Punkte/134,0+111,5 m). Der 24-Jährige hatte - mal wieder - die schlechtesten Bedingungen von allen Akteuren.

Andreas Wank blieb mit Platz 14 sowie Sprüngen auf 129,5 und 128,0 m (191,7 Punkte) im Rahmen seiner Möglichkeiten. Altmeister Michael Neumayer belegte einen soliden 21. Platz (179,0/131,0+125,5), der Willinger Lokalmatador Stephan Leyhe wurde 23. (178,4/126,5+124,5). Als einziger Deutscher hatte der Oberstdorfer Karl Geiger auf Platz 36 den zweiten Durchgang verpasst.

Prevc greift nach Rekorden

Der übermächtige Prevc setzt derweil neue Maßstäbe, hat sieben der vergangenen acht Springen gewonnen - lediglich Freund konnte in Oberstdorf diese Serie durchbrechen.

"Ich genieße es im Moment, alles kann sich so schnell zum Schlechten wenden", sagte Prevc: "Das habe ich hier im Team-Wettbewerb gemerkt."

Der Rekord von Gregor Schlierenzauer, der in der Saison 2008/09 13 Springen gewonnen hat, ist für Prevc durchaus in Reichweite. Nach dem vierten Sieg in Folge hat der 23-Jährige auch die von den Finnen Janne Ahonen und Matti Hautamäki (beide 2004/05) sowie von den Österreichern Thomas Morgenstern (2007/08) und Gregor Schlierenzauer (2008/09) gehaltene Bestmarke von sechs Siegen in Serie im Visier.

Teamsieg macht Mut

Am Samstag hatte ein überragender Freund dem DSV-Quartett den ersten Teamsieg in Willingen seit sechs Jahren beschert. Als letzter Springer des ersten Durchgangs war Freund mit einem Traumsatz 149,0 m gesprungen, die deutsche Mannschaft hatte damit hauchdünn mit 0,6 Punkten Vorsprung vor Norwegen die Führung übernommen.

Da der Wettkampf daraufhin wegen starker Winde abgebrochen wurde, standen Freund, Wank, Wellinger und Freitag als Sieger fest.

Hinter den DSV-Adlern und Norwegen wurde Österreich Dritter, Slowenien mit einem ungewohnt schwachen Peter Prevc (124,0 m) wurde Vierter.

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