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Severin Freund bei der Vierschanzen-Tournee in Innsbruck
Severin Freund konnte die Vierschanzen-Tournee noch nie gewinnen © Getty Images

Bischofshofen - Severin Freunds Rückstand auf Spitzenreiter Prevc ist beträchtlich. Doch in Bischofshofen ist einiges aufzuholen. Der Deutsche ist im Angriffsmodus, Schuster macht Mut.

Severin Freund ist niemand, der einfach aufgibt - auch nicht vor dem Finale der Vierschanzentournee in Bischofshofen. Auf die Qualifikation (16.45 Uhr im LIVETICKER) muss er aufgrund der Folgen des Sturzes vom Sonntag verzichten.

"Aber im Wettkampf am Mittwoch wird er springen und eine gute Leistung bringen", betonte Bundestrainer Werner Schuster.

Dann will Freund einen Rückstand von 19,7 Punkten auf den Gesamtführenden Peter Prevc wettmachen - es wäre das größte Comeback aller Zeiten beim Tournee-Showdown.

Doch seine Stehaufqualitäten hat Freund mehrfach bewiesen. Zuletzt beim dritten Springen in Innsbruck, wo er während des Probedurchgangs schwer stürzte, sich aber sofort wieder aufrichtete.

Schuster gibt Details preis

Der Sturz hatte schmerzhaftere Folgen für ihn als es zunächst den Anschein hatte. Prellungen und blaue Flecken bereiten ihm Schmerzen.

"Der eine Ruhetag hat nicht ausgereicht, um ihn für heute sprungfertig zu bekommen", erklärte Bundestrainer Werner Schuster.

Auch zum Springen von Innsbruck hätte Freund ohne ärztliche Hilfe nicht antreten können, wie Schuster berichtete: "Seine Wirbelsäule hat blockiert."

Zumindest ein Krafttraining hat Freund am Dienstag trotz seiner Schmerzen absolviert.

Elf Meter Rückstand

Am Bergisel folgten 122,5 Meter im ersten und 128 im zweiten Durchgang. Eine starke Leistung, doch nicht stark genug, um Prevc zu verdrängen. Dieser thront vor dem entscheidenden Springen in Bischofshofen mit 842,1 Punkten einsam an der Spitze.

Freund lauert 19,7 Punkte, umgerechnet elf Meter, dahinter. Und kündigt an: "Ich werde in Bischofshofen noch einmal angreifen."

Auch Bundestrainer Werner Schuster sieht noch Hoffnung für seinen Schützling: "Es braucht einen Fehler von Prevc oder äußere Umstände. Aber vielleicht können wir ihn ja kitzeln."

Hayböck holt mächtig auf

Eine mögliche Chance bietet die Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen. Auf dieser sind besonders weite Sprünge möglich, mit denen sich Freund noch einmal an Prevc herantasten könnte.

Sein Teamkollege Michael Neumayer glaubt bei SPORT1 an eine Heldentat: "Morgen gibt es für Deutschland auf jeden Fall was zu holen Man soll die Hoffnung nie aufgeben", sagte der Routinier.

Auch die letztjährige Tournee hat gezeigt, dass große Abstände durchaus zu bewältigen sind. So verkürzte der Österreicher Michael Hayböck in Bischofshofen den Abstand zwischen sich und dem Führenden Stefan Kraft von 23,1 auf 6 Punkte - eine Differenz von 17,1 Punkten.

Bereits seit einigen Jahren liefern Prevc und Freund sich Duelle. 2013 gewann der Slowene Bronze bei der WM – knapp  vor dem Deutschen, der auch ein Jahr später bei Olympia das Nachsehen hatte, als er erneut auf Platz vier hinter Prevc landete.

Zuletzt hat Freund die Nase vorn

Im Gegenzug triumphierte Freund bei der Skiflug-WM 2014, Prevc wurde nur Dritter. Und auch beim Gesamtweltcup der vergangenen Saison gewann Freund – trotz Punktgleichheit.  Am Ende entschieden die mehr erzielten Siege.

Das Duell hat Tradition. Sowohl Freund als auch Prevc sind für weite Sprünge bekannt, doch zeigen beide mitunter auch Nerven, wenn es um den entscheidenden geht.

Für Spannung ist also gesorgt.

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