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Andreas Wellinger sprang in Bischofshofen Schanzenrekord © Getty Images

Der Youngster springt in der Quali zum Tournee-Abschlusspringen in Bischofshofen Schanzenrekord und holt sich den Tagessieg. Markus Eisenbichler lässt bei böigen Winden aus.

Andreas Wellinger strahlte nach seinem Sprung in die Geschichtsbücher bis über beide Ohren.

"Das war nah dran am perfekten Fliegen. Der Schanzenrekord krönt das Ganze", sagte der 21-Jährige nach seinem grandiosen Qualifikations-Sieg in Bischofshofen dem SID. Wellinger segelte am Tag vor dem Tournee-Finale am Freitag (ab 16.45 Uhr im LIVETICKER) auf sensationelle 144,5 m und sorgte völlig überraschend für den weitesten Wettkampf-Sprung in der Geschichte der Vierschanzentournee.

"Geiles Gefühl"

"Cool, das ist der erste Schanzenrekord meiner Karriere und ein geiles Gefühl", sagte Wellinger, der die Bestmarke des Japaners Daiki Ito aus dem Jahr 2005 um 1,5 m verbesserte. Auf keiner Tournee-Anlage wird so weit geflogen wie auf der Paul-Außerleitner-Schanze. Wellinger, Elfter der Gesamtwertung, hatte schon im Training mit den Rängen drei und eins überzeugt und holte sich schließlich auch die Siegprämie von 2000 Euro.

Wellinger wurde für seinen Traumtag allerdings mit einem K.o.-Duell gegen seinen Teamkollegen Markus Eisenbichler "bestraft", der leicht angeschlagen auf die Qualifikation verzichtete. Ziel für den Wettkampf sei es, "zweimal einen solchen Sprung wie heute abzuliefern", sagte Wellinger.

Stephan Leyhe (Willingen) komplettierte an seinem 25. Geburtstag als Dritter das erstklassige deutsche Ergebnis. Im Wettkampf am Freitag dabei sind zudem Karl Geiger (Oberstdorf/7.) und Richard Freitag (Aue/31.). Der dank seiner Weltcup-Platzierung gesetzte Markus Eisenbichler (Siegsdorf) verzichtete nach zwei ordentlichen Trainingssprüngen auf die Qualifikation. "Er fühlt sich nicht fit", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Stoch hinterlässt stärkeren Eindruck

Im Duell der Tourneefavoriten machte der angeschlagene Kamil Stoch gegenüber Daniel Andre Tande den etwas besseren Eindruck. Der Gesamtzweite Stoch (708,6 Punkte) sprang im Training auf 141,0 m und verzichtete anschließend auf die Qualifikation. "Meine Schulter tut weh, ich habe noch immer große Schmerzen", sagte der Pole, der in Innsbruck gestürzt war. Spitzenreiter Tande (710,3 Punkte) belegte in der Qualifikation mit 121,0 m nur den 39. Rang.

Wie schon in Innsbruck war das Springen von heftigen Wetterkapriolen bestimmt, zum Wind kam auch noch starker Schneefall. "Es war ungewöhnlich windig, aber man konnte springen. Das Training war etwas hektisch, weil es aufgrund des Wetters schnell durchgewunken wurde", sagte Schuster.

Wintereinbruch in Bischofshofen

Der Wintereinbruch hatte an der Schanze für einen langen Arbeitstag gesorgt. Schon um 7 Uhr begannen zahlreiche Helfer damit, insgesamt 3000 Kubikmeter Neuschnee aus dem Auslauf zu entfernen. Über Nacht waren 30 Zentimeter der weißen Pracht gefallen. Immerhin: Für Freitag sind weniger Niederschlag und kaum Wind angesagt, dafür aber Temperaturen von bis zehn Grad unter dem Gefrierpunkt.

Bundestrainer Werner Schuster hofft dann auf einen versöhnlichen Abschluss der Tournee, bester DSV-Adler ist derzeit Eisenbichler auf Rang sechs. "Für Markus ist das noch immer seine beste Tournee, seine beste Saison. Er muss geduldig bleiben. Irgendwann wird auch er die Chance bekommen, und dann muss er auch zuschlagen", sagte der Österreicher.

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