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Daniel-Andre Tande
Daniel-Andre Tande war nach seinem verpatzten Sprung untröstlich © Getty Images

München und Bischofshofen - Bei Daniel-Andre Tande fließen nach dem Tournee-Finale Tränen. Beim letzten Sprung löst sich ein Teil seiner Bindung. Nur mit viel Geschick kann er einen Sturz verhindern.

Der 6. Januar 2017 sollte der Tag seines größten Triumphs werden.

Doch am Ende versteckte sich der sonst so coole Daniel-Andre Tande bitterlich weinend hinter einer Werbebande, während der Pole Kamil Stoch den Sieg bei der 65. Vierschanzentournee feierte.

"Es war ein schwerer Moment, als die Tränen rollten. In diesem Moment ist es schwer zu erkennen, wie stolz man auf die eigene Leistung sein kann", sagte Tande wenige Zeit später.

Tande hält Druck nicht stand

Dabei war Tande in Führung liegend nach Bischofshofen gereist und sein ärgster Konkurrent Stoch hatte nach seinem Sturz in Innsbruck mit Schulterschmerzen zu kämpfen.

Der Norweger kam jedoch von Beginn an mit dem Druck und der Schanze nicht zurecht. Sowohl im Training als auch in der Qualifikation zog er im Vergleich mit Stoch stets den Kürzeren.

Dennoch lag Tande nach dem ersten Durchgang nur knapp hinter seinem Konkurrenten und hatte weiterhin alle Chancen auf den Gewinn der Vierschanzentournee (Gesamtwertung der Tournee). 

Mitten im Flug löst sich Bindung

Im zweiten Durchgang versuchte er deshalb noch einmal alles: Endlich erwischte der 22-Jährige wieder einmal den Absprung – doch dann passierte etwas, womit wohl niemand gerechnet hatte. 

Mitten im Flug löst sich bei Tande der Sicherheits-Clip an der Bindung, wodurch er die Kontrolle über seinen rechten Ski verliert. Nur mit viel Mühe und akrobatischer Höchstleistung kann der Fan des FC Liverpool einen Sturz vermindern.

"Der Clip ist rausgesprungen. Also tat er alles, was er konnte, um unten anzukommen, ohne zu stürzen", sagte Norwegens Trainer Alexander Stöckl später dem norwegischen Sender NRK.

Tränen auch bei Mutter Trude

Tande kommt zwar mit dem Schrecken davon, doch das kann ihn in diesem Moment nicht trösten – genauso wenig wie seine Teamkollegen und Betreuer. 

Nicht weit davon entsteht steht zu diesem Zeitpunkt eine Frau, die ebenfalls bitterlich weint: es ist Tandes Mutter Trude.

Bei der Siegerehrung etwas später hatte zumindest ihr Sohn sein Lächeln wiedergefunden und klatschte herzlich Beifall, während Stoch mit schmerzverzerrtem Gesicht versuchte, den 20 Kilogramm schweren Goldadler (Preis für den Sieger der Vierschanzentournee, Anm. d. Red.) in die Höhe zu stemmen.

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